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Entspannung pur! Das große Massage 1x1: Welche Technik kann was?

von Ga-Young Park Veröffentlicht am 18. Oktober 2016

Reflexzonen-, Thai-, Ayurveda- oder Bindegewebsmassage... Es gibt so viele Massagetechniken, da kann man schon mal den Überblick verlieren. Wir klären euch auf!

Sie kommen aus aller Welt und dienen der Entspannung oder als Heilmittel für Schmerzen. Doch was steckt hinter den verschiedenen Massagetechniken? Was kann Massage bewirken? Wir waren bei Myssage in Köln auf der Pfeilstraße und haben für euch nachgefragt:

1. Für welche Menschen sind Massagen besonders geeignet?

Grundsätzlich gilt: Jeder kann sich massieren lassen - egal ob jung oder alt. Aber auch bei einer entspannenden Massage gibt es Ausnahmeregelungen, zum Beispiel bei speziellen Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Osteoporose oder auch Krampfadern. Wer erkältet ist, bei wem eine Entzündung (z. B. Fieber) oder eine Hauterkrankung vorliegt oder wer vor kurzem von einem Infekt geplagt war, sollte auf Massagen verzichten. Die Massage wäre eine zusätzliche Belastung für den bereits geschwächten Körper.

​Janine Domnick rät ebenfalls: "Ebenso kann die Massage bei Prellungen und Knochenbrüchen kontraproduktiv sein, da in dem Moment Druck auf das Gewebe und die Muskulatur ausgeübt wird". Auch werdende Mamis sollten in den ersten drei Monaten auf eine Massage verzichten. Ab dem zweiten Trimester wirkt sich eine Schwangerenmassage jedoch sehr positiv auf das Befinden aus. "Voraussetzung ist hierfür jedoch eine bisher komplikationsfrei verlaufende Schwangerschaft", so die Massagetherapeutin.

2. Was kann man sich unter den einzelnen Massagen vorstellen?

Janine Domnick erklärt: "Generell lassen sich Massagen in Ganzkörper- und Teilkörpermassagen unterteilen". Bei der Teilkörpermassage werden bestimmte Regionen des Körpers massiert, wie Kopf, Rücken oder Füße. Bei der Ganzkörpermassage werden verschiedene Bereiche einbezogen.

​Die Massagearten hängen von der Herkunft, Technik und Philosophie ab. Bei einer klassischen Massage oder Sportmassage wird zum Beispiel geknetet, gestrichen oder gerieben, während bei einer Ayurveda-Massage wie der Abhyanga viel therapeutisches Öl zum Einsatz kommt und überwiegend mit Ausstreichen gearbeitet wird. Bei der Hot Stone wird mit heißen Basaltsteinen massiert, die auf ausgewählten Körperzonen platziert werden. Hier ein kleiner Überblick über die gängigsten Massagearten:

Die klassische Massage

Die klassische Massage sollte nur von ausgebildeten Masseuren oder Physiotherapeuten ausgeführt werden. Sie löst Muskelverspannungen, kann aber auch bei Lähmungen, Rheuma oder nach Verletzungen helfen. Bei dieser Technik werden Grifftechniken wie Streichen, Kneten, Reiben oder Klopfen angewendet, um die Durchblutung der Muskeln zu fördern.

Die Bindegewebsmassage

Diese Massage ist medizinisch anerkannt und kann als Therapie ärztlich verordnet werden. Besonders für Menschen, die unter Kopfschmerzen, Durchblutungsstörungen, Rheuma, Verdauungsproblemen oder Stress leiden. Der Grundgedanke bei dieser besonderen Massagetechnik: Die Nervenfasern in den verschiedenen Rückenpartien sind mit den inneren Organen verbunden.


​Die Fußreflexzonenmassage

Wie bei der Bindegewebsmassage beruht die Fußreflexzonenmassage auf der Vorstellung, dass die inneren Organe über Nervenfasern mit anderen Körperteilen verbunden sind. Die Fußreflexzonenmassage beschränkt sich dabei auf die Füße. Übt man Druck auf die einzelnen Fußzonen aus, kann jedes Organ gezielt stimuliert werden. Empfohlen wir diese Form von Massage zur Behandlung von Rückenschmerzen und Stress.

Übrigens: Man muss nicht unbedingt die ganzheitliche Wirkung der komplexen Fußreflexzonenmassage kennen, um seinen Füßen etwas Gutes zu tun. Wenn ihr euren müden Füßen ein bisschen Aufmerksamkeit widmen möchtet, findet ihr bei uns die passenden Tipps für eine perfekte Fußmassage!

​Die Thai-Massage

Die medizinische Wirksamkeit ist bisher nicht erwiesen. Und so zählt die Thai-Massage, wie viele andere Asia-Massagen (wie zum Beispiel Shiatsu oder Klangschalenmassage), in Deutschland zu den Wellness-Massagen. Sie wird von Masseuren mit unterschiedlichen Ausbildungen ausgeführt.

Ziel der Thai-Massage ist grundsätzlich: Der Behandelte soll sich wohlfühlen und Stress abbauen. Die traditionelle Thai-Massage ist eine Druckpunktmassage. Dabei verwendet man Dehnbewegungen und Streckübungen zur Mobilisation der Muskeln und Gelenke.

Die orientalische Massage

Das Wort Massage stammt vom arabischen Wort "mass" ab, das mit Kneten, Betasten oder Drücken übersetzt werden kann. Und so sind auch die Wurzeln der traditionellen Massage in den nordafrikanischen Ländern anzusiedeln. Dort ist die Massage eine wahre Institution und unzertrennlich mit dem traditionellen Hammam (arabisches Dampfbad) verbunden:

Vor der orientalischen Massage wird ein heißes Dampfbad genommen das, mit ätherischen Ölen angereichert, die Muskeln lockert, den Abtransport der Giftstoffe fördert, die Hautporen öffnet und einen allgemeinen Entspannungszustand - für Körper und Seele - herbeiführt. Nach einer kurzen Ruhepause beginnt die Massage, für die warmes Arganöl verwendet wird. Die orientalische Massage erfolgt von den Füßen bis zum Kopf und orientiert sich an den Muskelbahnen. Es kommen abwechselnd Knet-, Drück- und Streich-Bewegungen zum Einsatz. Dabei werden insbesondere schmerzhafte Stellen, aber auch die Bauchpartie (im Uhrzeigersinn) und der Solarplexus (im Brustbereich) bearbeitet.

Die Sitzung endet mit einer letzten Entspannungsphase, in welcher der berühmte Pfefferminztee getrunken wird. Er ist reich an Antioxidantien und unterstützt die Abführung der Giftstoffe, die während der Massage freigesetzt wurden. Er trägt zudem zur Regenerierung des Organismus bei und fördert die Verdauung. Gut zu wissen: Arganöl ist reich an essentiellen Fettsäuren, Vitamin E und Polyphenolen. Es kräftigt die Zellfunktionen, versorgt die Haut mit Nährstoffen. Samtweiche Haut garantiert!

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Die ayurvedische Massage

Die Ayurvedische Massage stammt von der traditionellen indischen Medizin, der Ayurveda, ab. Diese gilt als der "Ursprung aller heilenden Wissenschaften" und betrachtet Körper und Geist als ein einheitliches Ganzes: Der Ayurveda-Lehre zufolge wird der Körper von einem "Lebensatem" durchströmt, dem sog. Prâna. Wird dieser Energiefluss gestört - z.B. durch Stress oder eine schlechte Legenshygiene - leidet der Organismus (Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen, allgemeine Schmerzen,...). Bei der Ayurvedamassage werden die Energiepunkte, durch die der Lebensatem strömt, durch Fingerdruck, Streicheln und Klopfen stimuliert, um das Gleichgewicht der organischen Funktionen wieder herzustellen. Man unterscheidet ein knappes Dutzend Massagetechniken, die je nach Bedarf und Problematik gezielt eingesetzt werden.

Die Abhyanga-Massage (Ölmassage) bildet die Grundlade der Ayurveda-Techniken. Hierbei wird warmes Öl (meist Sesamöl) verwendet. Von den Zehen bis zu den Haaren werden alle Körperzonen der Reihe nach massiert um die einzelnen Körperteile wieder zu einem einheitlichen Ganzen zusammenzufügen. Dabei werden die verschiedenen Grundelemente des Körpers (Luft, Wasser, Feuer) beachtet, die in 3 Systeme eingeteilt sind: Vata (Nerven- und Hormonsystem), Pitta (Verdauungs- und Enzymsystem) und Kapha (Flüssigkeit).

Die Ayurvedischen Massage entspannt und schenkt zugleich Energie. Zudem hilft sie, Giftstoffe auszutreiben, die im Körper angesammelt haben und beugt so zahlreichen Leiden und Beschwerden vor.

Gut zu wissen: Das bei der Ayurveda-Massage verwendete Sesamöl, das reichlich Linolsäure, Eisen, Phosphor, Magnesium, Kupfer und Kalzium enthält, verspricht der Haut nährende Pflege und wirkt sich gleichzeitig positiv auf die Nervenzellen aus.

Die kalifornische Massage

Die kalifornische Massage ist eine Relaxationstechnik die in den 60er Jahren an der US-Westküste ihren Ursprung findet. Ganz im Sinne der Flower-Power-Zeit geht es bei dieser Massagetechnik darum, Körper und Geist auf sanfte Art in Einklang zu bringen. Und so geht die kalifornische Massage auf zahlreiche Therapieansätze zurück, die sich mit der Befreiung des Körpers und dem Ausdruck der Emotionen beschäftigt haben. Sie beinhaltet u.a. Elemente der klassischen schwedischen Massage, aber auch der traditionellen Heilmethoden der Esselen-Indianer (Esalen-Massage).

Im Laufe der New-Age-Bewegung hat sich die kalifornische Massage zu einer professionellen Disziplin entwickelt. Sie eignet sich insbesondere für Personen, die in Stress-Situationen eine nachhaltige Ruhepause brauchen und inneres Gleichgewicht suchen. Die sanfte Komplettmassage hilft abzuschalten und Stress abzubauen: Durch die sanfte Stimulierung der unzähligen Nervenenden wird das Nervenkostüm wieder ins Gleichgewicht gebracht.

3. Worauf sollte man bei der Wahl des Massagesalons achten?

Natürlich: Das Massagestudio muss in einem ordentlichen Zustand und sauber sein. Ein professioneller Massagetherapeut hat eine Berufsausbildung und ist in seinem Bereich zertifiziert. Seriöse Anbieter machen keine Heil- oder unseriösen Erfolgsversprechen wie "ich kann Sie heilen", "die Cellulite verschwindet" oder "Sie sehen danach fünf Jahre jünger aus".

​Ein qualifizierter Masseur fragt immer, ob Beschwerden vorliegen, was die Wünsche für die Massage sind oder welche Ziele der Kunde mit der Behandlung verfolgt. Er führt eine Anamnese durch und fragt nach Vorerkrankungen. Ein Masseur klärt immer mögliche Kontraindikationen. Je nach Wunsch oder Anamnese wird eine speziell abgestimmte und individuelle Massage festgelegt. Während der Massage wahrt der Therapeut immer die Intimsphäre des Kunden.

4. Was tun, wenn man nach einer Massage Schmerzen hat?

Janine Domnick sagt: "Hier muss zwischen Wohlfühlschmerz oder tatsächlichen Schmerzen unterschieden werden." Grundsätzlich sollte der Effekt nach einer Massage positiv sein. Wenn man sich hinterher schlechter fühlt als vorher, ist definitiv etwas nicht richtig gelaufen. Dann in dem Fall den Massagetherapeuten darauf hinweisen.

​Wenn es sich jedoch um einen sogenannten Wohlfühlschmerz oder Muskelkater handelt, kann das durchaus passieren. Um Verspannungen zu lösen, geht der Masseur ins Tiefengewebe rein, triggert oder knetet. Das Gewebe wie auch die Muskulatur werden angeregt, ähnlich wie bei einer sportlichen Beanspruchung. Das kann somit zu Muskelkater führen, ist jedoch in dem Fall unbedenklich.

5. Worauf muss man vor und nach der Massage achten?

Manche Menschen haben nach einer Massage Kreislaufprobleme. Vor einer Massage sollte man deshalb auf ein üppiges Essen verzichten sowie auf anregende Mittel wie Alkohol oder Kaffee. Das ist für die Entspannung nicht sonderlich förderlich. Ein voller Magen könnte sich besonders in Bauchlage sehr unangenehm äußern. Nach der Massage ist es wichtig, sich langsam aufzusetzen und viel Wasser zu trinken. Das entgiftet und bringt den Kreislauf wieder in Schwung.

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