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Schön oder schlecht? Das solltet ihr über Parabene & Co. in Kosmetik wissen

von der Redaktion Veröffentlicht am 22. März 2018
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Wir verraten euch, was es mit chemischen Inhaltsstoffen in Beautyprodukten auf sich hat und wie ihr sie vermeiden könnt.

'Tocopheryl Acetat', 'Butyrospermum Parkii' - manche kosmetische Substanz klingt nicht nur nach Chemielabor, sondern steht auch unter dringendem Verdacht, unserer Gesundheit zu schaden. Während die erst genannten - Vitamin E und Shea-Butter - völlig harmlos sind, verunsichern aktuell vor allem hormon-ähnliche Substanzen in Cremes und Co. die Konsumenten. Wir erklären, warum diese Stoffe als riskant gelten und vor allem, was ihr beim Kauf von Kosmetik beachten solltet.

Gibt's einen TÜV für Cremes?

Was der TÜV fürs Auto ist, ist die Kosmetik-Verordnung (KVO) für Cremes und Co. Sie regelt zum Beispiel, welche Inhaltsstoffe in Kosmetik stecken dürfen, welche Höchstgrenzen nicht überschritten werden dürfen und welche Produkte mit Warnhinweisen versehen werden müssen. Sie schreibt auch vor, dass die Inhaltsstoffe eines jeden kosmetischen Produkts - von der Augencreme bis zur Zahnpasta - auf der Verpackung aufgelistet sein müssen. Dabei kommt ein internationales Begriffssystem, genannt INCI, zum Einsatz. Wer es also ganz genau nimmt, kann anhand dieser Auflistung auch erkennen, welche kritischen Substanzen in seiner Hautcreme stecken. Doch warum stecken solche Stoffe überhaupt da drin?

Konservierungsstoffe: notwendiges Übel?

Leider stecken in zahlreichen Cremes nicht nur Inhaltsstoffe, die unserer Haut gut tun. Damit Öle nicht ranzig werden, Vitamine nicht oxidieren oder enthaltenes Wasser nicht zum Bakterien-Pool mutiert, müssen Zusatz-Substanzen in den Tiegel - vor allem Konservierungsstoffe. Ohne sie wäre eine Creme oder ein Shampoo nicht lange haltbar, sondern würden nach wenigen Wochen so stark verkeimen, dass es bedrohlich für unsere Gesundheit würde. Das klingt paradox, denn gerade Konservierungsmittel werden häufig genannt, wenn es um gesundheitsgefährdende Substanzen in Kosmetik geht.

Der Hauptgrund dafür: Sie können Allergien auslösen - auch wenn sie von der KVO zugelassen sind. Menschen mit sehr sensibler Haut sollten darum generell auf Konservierungsstoffe verzichten. Hilft es da weiter, wenn das Prädikat ‚ohne Konservierungsstoffe‘ auf den Produkten prangt? Leider nur bedingt. Als Konservierungsstoff gelten laut KVO nur solche Substanzen, die rein konservierende Funktion haben. Es gibt aber eine Reihe von anderen Stoffen, die genauso wirken, aber nicht als Konservierungsstoff gelten. Ätherische Öle zum Beispiel. Das Problem dabei: Auch sie können Allergien auslösen.

Wie lassen sich Konservierungsstoffe vermeiden?

Beachtet beim Kauf von Kosmetik: Je mehr Wasser in Kosmetik steckt und umso mehr das Produkt mit Luft in Kontakt kommt, desto mehr Konservierungsstoffe müssen rein. Cremes in Spendern kommen darum schon einmal mit weniger aus, als solche im Tiegel. Ein festes Seifenstück enthält weniger Konservierungsstoffe als Flüssigseife. Alternativen zu reinen Konservierungsstoffen laut KVO sind Alkohol, Glycerin oder bestimmte Säuren, z.B. Salicylsäure oder Benzoe. Grundsätzlich gilt: Wer Kosmetik kauft, die nur wenige Monate haltbar ist, kauft weniger Konservierungsstoffe mit, als bei einem Produkt, das drei Jahre Haltbarkeit verspricht.

Spezial-Fall Parabene

Der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) fordert aktuell einen großen deutschen Kosmetikhersteller auf, auf eine Gruppe von Konservierungsstoffen völlig zu verzichten: Die Rede ist von Parabenen. Hersteller mögen sie, denn sie sind günstig und ihre Wirkung in Kosmetik ist gut erforscht. Methylparaben, Ethylparaben, Propylparaben und Butylparaben kommen dabei am häufigsten zum Einsatz - gerne in Kombination, um die Keim-reduzierende Wirkung zu maximieren.

Kritiker warnen jedoch vor der Verwendung von Parabenen in Körperpflegeprodukten, da Parabene über die Haut in den Körper gelangen und dort ähnlich wirken wie Hormone.

Warum stehen Parabene so in der Kritik?

Im Tierversuch haben Parabene zu Erkrankungen geführt. Beim Menschen werden hormonell-wirksame Substanzen mit verfrühter Pubertät, Hoden- und Brustkrebs oder Fettleibigkeit in Verbindung gebracht. Neu ist die Paraben-Kritik allerdings nicht: Bereits 2004 gerieten paraben-haltige Deodorants unter Verdacht, Brustkrebs auszulösen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat die Substanzen so bewertet: Methyl- und Ethylparaben seien als sicher anzusehen, solange ihre Konzentration in Kosmetik 0,4 Prozent nicht übersteigt. Die Behörde vertritt jedoch auch die Auffassung, dass ein genereller Ersatz von Parabenen in Kosmetik nicht sinnvoll sei, weil viele andere Konservierungsstoffe eher Allergien auslösen können.

So könnt ihr auf Parabene verzichten:

Einige Hersteller verzichten bei ihren kosmetischen Produkten auf Parabene - und schreiben das auch gut sichtbar auf die Verpackung. Auch zertifizierte Naturkosmetik verzichtet grundsätzlich auf diese Gruppe von Konservierungsstoffen. Wer in Sachen Parabene ganz sicher sein möchte, für den gibt es also entsprechende Produkte.

Doch leider gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Substanzen, die hormon-ähnliche Wirkung haben - und die in Kosmetika vorkommen können. In chemischen UV-Filtern, sprich Sonnencremes, können Stoffe mit solcher Wirkung enthalten sein. Zwar konnte die aus Tierversuchen bekannte hormon-ähnliche Wirkung von z.B. Zimtsäureesthern in Sonnencreme beim Menschen nicht belegt werden, aber eben auch nicht widerlegt.

Wer beim Kauf von Kosmetik auf Nummer sicher gehen wollte, hatte es bislang schwer. Eine Auflistung aller hormonell-wirksamen Stoffe für den Endverbraucher würde wenig Sinn machen - denn bekannt sind über 500. Mit Hilfe verschiedener Apps, wie ‚ToxFox‘ odet 'INCI' könnt ihr Kosmetik-Produkte auf hormon-ähnliche Substanzen überprüfen. Das Handy scannt mittels App den Barcode und meldet dann, ob die Creme oder die Bodylotion belastet ist oder nicht.

Wer nicht jede Packung im Drogeriemarkt scannen möchte, kann auf zertifizierte Naturkosmetik zurückgreifen. Ihre Hersteller verzichten grundsätzlich auf hormonell-wirksame Substanzen.

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