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Quatsch oder Geheimtipp? Schönheit nach dem Mondkalender

von Heike Schmidt Veröffentlicht am 8. Juli 2014

Dass der Mond den Schlaf beeinflusst, wissen viele nur zu gut. Doch immer wieder wird behauptet, dass auch unsere Haut oder unser Haar empfindsam auf die Phasen des bleichen Planeten reagieren. Haareschneiden also nur nach den Mondphasen? Wir wollten genauer wissen, wie und ob Schönheit nach dem Mond funktioniert.

Rund 40 Prozent aller Menschen sind 'mondfühlig', das heißt: Sie schlafen bei Vollmond schlechter. Wenn die schimmernde Scheibe am Himmel hängt, schlummern sie nicht nur weniger tief, sondern auch kürzer. Außerdem brauchen sie länger, um einzuschlafen – auch wenn das Zimmer völlig abgedunkelt ist. Alles Einbildung? Das glaubte man lange, denn es fehlten wissenschaftliche Belege für den Einfluss des Mondes auf unseren Schlaf. Die hat Professor Dr. Christian Cajochen, Leiter des Zentrums für Chronobiologie an den Universitären Psychiatrischen Kliniken in Basel, schließlich aber doch gefunden. „Wir waren selbst überrascht von dem Ergebnis, denn wir wollten eigentlich beweisen, dass der Mond eben keinen Einfluss auf den Schlaf des Menschen hat.“

Weniger Schlaf: Stress für die Haut

Doch seine in einem Schlaflabor durchgeführte Studie konnte unter anderem mittels EEG belegen, dass der Tiefschlaf der Probanden bei Vollmond im Vergleich zu anderen Nächten um ein Drittel reduziert war. Außerdem schliefen die Labor-Schläfer im Schnitt 20 Minuten kürzer.

Weniger und leichterer Schlaf - das bedeutet leider auch weniger Regeneration während der Nacht - nicht zuletzt für die Haut. Sie leistet während wir träumen Schwerstarbeit: Zellschäden werden repariert, Wasserspeicher aufgefüllt und Schwellungen abgebaut. Eine Creme, die die Haut bei ihrer Nachtschicht unterstützt, ist darum spätestens ab Ende 20 Pflicht.

Sie enthält spezielle Wirkstoffe, die die Regeneration unterstützen und Feuchtigkeitsdepots auffüllt. Wer bei Vollmond schlechter schläft, sollte noch ein Pflege-Extra einplanen, z.B. spezielle Seren oder Masken, die der Haut konzentrierte Regenerationskraft spenden. Damit sieht man ihr eine Nacht unter einem vollen Mond nicht mehr an.

Pflege-Helfer für die (Vollmond-)Nacht:

Maske von Clinique © Moisture Surge Overnight Mask, 34,99 €

Mondphasen und ihr Einfluss auf Haare

Nicht nur unsere Haut wird vom Mond beeinflusst - auch unser Haar. Das glauben zumindest alle, die ihren Friseurtermin nach dem Mondkalender planen. Egal, ob Waschen, Schneiden oder Färben: Für jede Behandlung gibt es einen richtigen (oder eben auch falschen) Zeitpunkt, so ihre Überzeugung.

Langhaar-Fans sollten ihr Haar schneiden lassen, wenn der Mond zunimmt (zwischen Neumond und Vollmond) – weil es dann schneller wächst. Kurzhaarträger, die nicht öfter als nötig zum Nachschneiden möchten, sollten dagegen nach Vollmond und vor Neumond (also bei abnehmendem Mond) zum Friseur – das soll das Haarwachstum bremsen. Eine wissenschaftliche Begründung oder gar einen Beleg für diese Annahmen gibt es zwar nicht, aber viele Frauen (und Friseure) schwören darauf und planen Friseurtermine entsprechend.

Um die Sache noch etwas komplexer zu machen, spielt nach dem Glauben der 'Mond-Jünger' auch das Sternzeichen eine Rolle, in dem der Mond steht. Dünnes, kraftloses Haar soll dichter wachsen und besser sitzen, wenn der Mond im Zeichen von Jungfrau oder Löwe ist. Haarkuren wirken angeblich dann besonders gut, wenn die Zeichen Schütze oder Widder den Mond bestimmen. Beste Färbeergebnisse werden vermeintlich erzielt, wenn der Mond laut Kalender im Zeichen der Waage steht. Wer seine Haarfarbe nur auffrischen will, sollte Zwillinge- oder Wassermann-Tage abwarten.

Aber Vorsicht! Es gibt auch Mond-Tage, die ungünstig für eine Haarbehandlung sind. Geht es nach den mondfühligen Beauties, sollte man einen großen Bogen um Frisiersalons machen, wenn der Mond im Zeichen des Krebs‘, Skorpions oder im Zeichen der Fische steht.

Für die 'Mondfühligkeit' der Haare gibt (noch) keine wissenschaftlichen Belege, darum einfach selbst mal testen, was dran ist an der 'Schönheit nach dem Mond'. Spezielle Mondkalender informieren darüber, wann der Mond in welchem Zeichen steht und wann er voll, zu- oder abnehmend ist.

Urzeitliche Monduhr als Ursache?

Warum der Mond einen Einfluss auf uns hat, konnten allerdings auch Professor Dr. Christian Cajochen und sein Team nicht abschließend klären. Ein Schlaflabor ist eine Art fensterloser Bunker – wie konnte der Mond die Probanden in dessen Inneren beeinflussen? „Das haben wir uns auch gefragt. Die Gravitation (Schwerkraft), die die Gezeiten steuert, schließen wir aus. Der Einfluss auf den Menschen wäre zu schwach. Zudem müsste sich der Effekt auch bei Neumond bemerkbar machen, da die Gezeitenkräfte hier genauso stark wie bei Vollmond sind.“

Eine mögliche Erklärung der Forscher wäre eine Art innere Uhr im Menschen, die sich nach dem Mondzyklus richtet und wie sie einige Tierarten haben. Sie könnte zu Zeiten, als Menschen im Freien schliefen, ein evolutionärer Vorteil gewesen sein.

von Heike Schmidt

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