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Keine Panik am Steuer! So verliert ihr die Angst vorm Autofahren

von Julia Windhövel Veröffentlicht am 28. Juli 2019

Schweißausbrüche, Herzrasen, Panik in den Augen - für viele ist Autofahren der absolute Horror. Vor allem, wer selten fährt, neigt dazu, sich weniger zuzutrauen und noch seltener zu fahren. Doch je weniger Fahrpraxis man hat, desto größer wird das Problem. Schluss damit: Wir schaffen Abhilfe!

Im strömenden Regen oder bei Eis und Schnee mit dem Rad fahren oder zur Bahn laufen, obwohl das eigene Auto vor der Tür steht - das mag absurd klingen, ist für viele aber Realität. Denn die Angst vorm Autofahren ist so groß, dass sie es vermeiden, wann immer es geht.

Meist fährt man einfach zu selten oder lässt vielleicht aus Bequemlichkeit seinen Partner am Steuer sitzen, und so ist es kein Wunder, dass sich langsam aber sicher Unsicherheiten und Ängste einschleichen. Viele sind auch Jahre lang kaum gefahren und scheuen sich jetzt, überhaupt noch zu fahren. Und so wird es natürlich nicht besser.

​Geht es euch ähnlich? Hasst ihr allein schon den Gedanken wie die Pest, auf eine Autobahn zu fahren, Spuren zu wechseln oder - oh Gott - einzuparken? Seid ihr vielleicht auch in den letzten Jahren aus der Übung gekommen? Dann atmet jetzt mal ganz tief durch und stellt euch eurem Problem.

Auch wenn wir das Auto aufgrund der Abgase und der katastophalen CO2-Werte in den Städten so oft es geht stehen lassen sollten, so ist das Autofahren doch auch eine gewisse Freiheit für jeden von uns. Und es wäre schade, wenn wir die nicht ab und zu genießen würden, nur weil wir Ängste beim Autofahren entwickelt haben.

Wir haben ein paar Tipps für euch zusammengetragen, mit denen ihr eure Angst vorm Autofahren endlich angehen könnt!

Angst vorm Autofahren in der Stadt

Je nachdem, wo ihr euren Führerschein gemacht habt, kann das Fahren in der (Groß-)Stadt ganz schön beängstigend sein: Im dichten Verkehr über mehrere Spuren zügig die Fahrbahn wechseln, Ampeln, Fußgänger, Busse und Radfahrer müssen beachtet werden und zu allem Übel weiß man gar nicht so genau, wo lang man fahren muss, weil es vor Einbahnstraßen nur so wimmelt ... Hilfe!

So klappt's: ​Da hilft leider nur eins: üben, üben, üben. Und zwar am besten erstmal spät abends oder an einem Feiertag, wenn der Verkehr nicht so dicht ist. Schnappt euch eine Freundin, die routiniert fährt oder wagt euch allein auf die Piste - und dann übt ihr alles, was ihr euch nicht traut, immer und immer wieder. Nach und nach wagt ihr euch an immer dichteren Verkehr ran - und werdet merken: Das Geheimnis lautet tatsächlich: Übung macht den Meister!

Angst vorm Autofahren auf der Autobahn

Habt ihr euch auch schon mal gefragt, warum man in der Fahrschule vergleichsweise wenige Fahrstunden auf der Autobahn verbringt, obwohl so viele Menschen davor einen Heidenrespekt haben? Eigentlich liegt die Antwort auf der Hand: Auf der Autobahn zu fahren ist viel einfacher, als sich zum Beispiel durch dichten Stadtverkehr zu schlängeln.

Ihr müsst nicht abbiegen und nur selten die Spur wechseln, es gibt keine Ampeln, Fahrräder oder Fußgänger ... Angst machen hier allerdings die hohe Geschwindigkeit, das Beschleunigen auf der Auffahrt, LKWs und fiese Drängler.

So klappt's: ​Versucht, ruhig zu bleiben! Nicht unruhig oder unsicher werden. Das wichtigste Gebot auf der Autobahn lautet: Entschlossenheit! Wie beim Fahren in der Stadt solltet ihr zu Zeiten üben, wenn wenig Verkehr ist. Oder zunächst Übungsfahrten auf wenig befahrenen Autobahnen unternehmen.

Fahrt rauf und wieder runter, haltet an Raststätten und übt, auf den oft kurzen Beschleunigungsstreifen wieder aufzufahren, wechselt Spuren und macht euch nochmal bewusst, dass in Deutschland auf Autobahnen das Rechtsfahrgebot herrscht (klebt also nicht auf dem linken Fahrstreifen! So umgeht ihr auch das Problem mit nervigen Dränglern).

Wenn ihr euch langsam sicherer fühlt, nehmt eine Freundin mit ins Auto, die euch bei Unsicherheiten unterstützen kann, euch an den Schulterblick erinnert und beruhigend auf euch einredet, wenn ihr Panik neben einem LKW bekommt.

Mit einem Augenzwinkern: Diese Situationen kennen alle, die einparken HASSEN:

Angst vorm Autofahren beim Einparken

Ein großes Angstthema: einparken. Die schlechte Nachricht zuerst: Ihr kommt nicht drum herum, denn irgendwo müsst ihr nun mal parken und nicht jede Lücke ist riesig und die Straße selten unbefahren. Die gute Nachricht: Einparken kann man ziemlich schnell lernen (ja, das bekommt ihr auch locker ohne Einparkhilfe hin!).

So klappt's: ​Wer völlig ungeübt ist, kann sich auf einem sogenannten "Verkehrsübungsplatz" erstmal Mut und Technik antrainieren. Alle anderen üben in ruhigen Seitenstraßen - und zwar so: Haltet parallel zur Parklücke an und vergewissert euch in Ruhe, dass die Länge passt - sie sollte ungefähr 1,5 Mal so lang sein wie euer Auto. Dann fahrt ihr vor, bis euer Beifahrerfenster ungefähr auf Höhe des hinteren Fensters des parkenden Autos ist.

Dreht das Lenkrad etwa einmal rum, bis eure Reifen auf 45 Grad zur Lücke stehen und setzt vorsichtig zurück. Dabei guckt ihr über eure rechte Schulter nach hinten in die Ecke des Hecks, die auf der Seite der Parklücke ist.

Fahrt soweit zurück, bis ihr in der Verlängerung dieser Ecke durch die Heckscheibe guckend auf Höhe des Scheinwerfers des Autos hinter euch seid (gemeint ist der Scheinwerfer, der sich auf der Gehwegseite befindet). Dann schlagt ihr in die andere Richtung ein und parkt ein. Probiert's aus, klappt immer!

Angst vorm Autofahren: Was tun, wenn ich sie nicht überwinden kann?

Ihr habt alles probiert, aber eure Angst vorm Autofahren trotzdem nicht in den Griff bekommen? Dann gibt es für euch verschiedene Möglichkeiten, wie ihr es dennoch schafft, irgendwann zumindest halbwegs entspannt ein Auto zu steuern:

  • In vielen Städten gibt es Fahrschulen, die genau auf solche Fälle spezialisiert sind. Hier könnt ihr mit Hilfe von speziell geschulten Fahrlehrern eure schlimmsten Angstmach-Situationen immer wieder üben.
  • Wenn ihr Angst vor etwas sehr Speziellem habt, wie zum Beispiel vor dem Schleudern oder vor Schnee, gibt es dafür spezielle Fahrtrainings, die u.a. vom TÜV oder ADAC angeboten werden.
  • Wer einen Unfall hatte und deswegen Angst hat, sollte sich unbedingt Hilfe bei einem Psychologen suchen. Mit wenigen Stunden könnt ihr dort schon wahnsinnig viel erreichen!

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