Home / Liebe & Psychologie / Mein Leben / Coaching: Beratung vom Profi

Liebe & Psychologie

Coaching: Beratung vom Profi

von Linda Chevreuil Veröffentlicht am 20. Februar 2008
A-
A+

Krankheit, Trennung, neuer Job... Ein Coach kann Ihnen dabei helfen, eine vorübergehende Lebenskrise zu über- winden. Erfahren Sie mehr über diesen neuen Beruf, der sich seit ein paar Jahren rasant entwickelt.

Professionelle Hilfe bei Problemen
Coaching ist keine Therapie. Der Deutsche Bundesverband für Coaching definiert die Beratungsform folgendermaßen: „Coaching ist die professionelle Beratung, Begleitung und Unterstützung von Personen mit Führungs- / Steuerungsfunktionen und von Experten in Unternehmen / Organisationen. (...) Inhaltlich ist Coaching eine Kombination aus individueller Unterstützung zur Bewältigung verschiedener Anliegen und persönlicher Beratung. In einer solchen Beratung wird der Klient angeregt, eigene Lösungen zu entwickeln."

Das Beratungsangebot muss sich allerdings nicht unbedingt auf die Arbeitswelt beschränken sondern kann auch von Privatpersonen, Sportlern oder Künstlern für unterschiedliche Anliegen in Anspruch genommen werden. Mit anderen Worten: Der Life Coach oder Lebensberater hilft Ihnen, eine schwierige Lebensphase zu überwinden (Sucht, Arbeitslosigkeit, Beziehungsprobleme, Schulden) damit Sie sich wieder fangen und danach mit neuer Kraft durchstarten können. Der Coach ist ein Beratungsexperte, der halb als Trainer und halb als Mentor agiert. Er kann auch bei kurzweiligen Angstzuständen, Stress oder Schüchternheit eingreifen und Ihnen beibringen, sich selbst zu überwinden.

Eine pragmatische Methode
Dem Coach stehen folgende Arbeitsmethoden zur Verfügung:
- Aktives Zuhören um die Gefühle der gecoachten Person (GP) zu entschlüsseln.
- Gezielte Fragestellungen sollen dem Coaching-Nehmer dabei helfen, aus eigener Kraft Lösungen für seine Probleme zu finden.
- Die Paraphrasierung: Der Coach gibt keine Ratschläge. Er wiederholt, was
der Kunde unmittelbar vorher gesagt hat, und stellt im Einvernehmen mit der gecoachten Person klar, welche Ziele erreicht werden sollten und welche Mittel dafür mobilisiert werden müssen. Der Coach arbeitet nicht in der Vergangenheit sondern interessiert sich für die Gegenwart und vor allem für die Zukunft des Patienten. Mit Hilfe von Übungen, Simulationsprojekten und anderen Methoden der Persönlich-keitsentwicklung soll der Coaching-Nehmer bewusst erkennen, wie er funktioniert.

Wie ist die Coaching-Methode entstanden?
Die Beratungsmethode kommt aus den USA und wurde von dem amerikanischen Psychologen Michael Brown entwickelt. Ursprünglich wurde Coaching nur in Unternehmen eingesetzt. Die Führungskräfte haben sich in zahlreichen Kollektiv- oder Einzelseminaren mit unterschiedlichen Management-und Kommunikationstechniken vertraut gemacht um ihr berufliches Leistungspotenzial voll auszuschöpfen.
Das neue Phänomen wurde mittlerweile auch vom Fernsehen entdeckt, wie zum Beispiel in den Reality-Sendungen "Super Nanny" und "Raus aus den Schulden".
Damit wurde das Coaching auch für die breite Öffentlichkeit bekannt. Es handelt
sich also um eine relativ neue Beratungsform, auch wenn manche Experten daran erinnern, dass die Methode historisch bis in die Zeit des alten Griechenlands zurückreicht. Schon Sokrates praktizierte die beratende Gesprächsführung mit der so genannten Mäeutik (wörtlich übersetzt: Hebammenkunst): Der Philosoph befragt seinen Schüler und trägt auf diese Weise zur Geburt des Geistes bei.


Kosten & Zeitaufwand

Das Coaching erstreckt sich über einen relativ kurzen Zeitraum: Sie können von insgesamt 10-20 Sitzungen ausgehen. Eine Einzelsitzung mit dem Coach dauert 1 bis 1 ½ Stunden und kostet ungefähr 80-150 €. Manche Coachs bieten auch eine Telefon- oder Internetberatung an und legen mit dem Kunden regelmäßige Termine fest.

Wie findet man den richtigen Coach?
Der Beruf ist gesetzlich nicht geregelt und Jedermann kann sich selbst zum Coach ernennen. Es ist also gar nicht einfach herauszufinden ob man es wirklich mit einem kompetenten Beratungsprofi zu tun hat. Einige Kriterien dürften Ihnen allerdings bei der Auswahl behilflich sein:
- Der Lebenslauf und die Erfahrung des Coaches. Nehmen Sie am besten nur einen Coach, der in einer anerkannten Institution geschult wurde oder Mitglied in einer eingetragenen Berufsvereinigung ist. Erkundigen Sie sich bei den drei bekanntesten Coaching-Verbänden: dem Deutschen Bundesverband Coaching (DBVC), dem Deutschen Verband für Coaching und Training (DVCT) und der Deutschen Gesellschaft für Beratung (DGfB). Entscheiden Sie sich außerdem in erster Linie für einen Coach, der eine gute Berufserfahrung vorweisen kann.
- Der Preis. Wenn der Coach über 150€ pro Sitzung verlangt ist der Preis übertrieben hoch. Dasselbe gilt wenn der Berater bereits von Anfang an 30 Sitzungen plant. Vorsicht: Lassen Sie sich nicht um Kopf und Kragen bringen!
- Das spontane Gefühl. Sie müssen sich bei der ersten Sitzung wohl fühlen und Vertrauen zu Ihrem Berater aufbauen können. Falls dies nicht der Fall ist sollten
Sie den Coach wechseln.

von Linda Chevreuil

Das könnte dir auch gefallen