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Depressionen vertreiben – aber wie?

von der Redaktion Veröffentlicht am 14. November 2008
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Sie fühlen sich leer und ohne Antrieb? Selbst Ihre Lieblingsspeise kann Sie nicht hinter dem Ofen hervorlocken und Sie würden am liebsten den ganzen Tag im Bett verbringen?

Probleme dieser Art sollten Sie ernst und nicht einfach hinnehmen. Zwar handelt es sich nicht immer sofort um eine ausgewachsene Depression. Es gibt aber auch leichte Depressionen, die uns die Lebensqualität rauben können und gegen die ebenfalls etwas unternommen werden muss.

Nicht jede Verstimmung oder Depression, die eine gewisse Zeit anhält, muss gleich mit starken Medikamenten therapiert werden. Oftmals handelt es sich lediglich um die Auswirkungen von Stress, einer Hormonumstellung oder einer Mangelerscheinung, die für das innere Unwohlsein und für die depressive Stimmung sorgen. Allerdings ist zu einem Arztbesuch in jedem Fall geraten: Nur dieser kann zuverlässig abklären, worin genau die Ursachen für die schlechte Stimmungslage liegen und eine Depression ausschließen, die mit Medikamenten behandelt werden muss.

Saisonale Depression und Winter-Blues

Die so genannte Winterdepression ist allseits bekannt. Dennoch halten sie viele Menschen noch immer für eine Einbildung der Betroffenen oder für ein Resultat einer gesteigerten Sensitivität. Dabei hat eine Winterdepression ganz wesentlich mit den Prozessen zu tun, die in der dunklen Jahreszeit in unserem Körper ablaufen bzw. gerade nicht ablaufen. Durch die fehlende Sonneneinstrahlung im Herbst und Winter leidet unser Körper an einen Serotoninmangel. Gleichzeitig läuft die Produktion von Melatonin auf Hochtouren und sorgt so für Müdigkeit, Mattigkeit und depressive Stimmung.

Zu unterscheiden von einer echten Winterdepression ist der so genannte Winter-Blues. Hier ist die Verstimmung zwar auch vorhanden, die Betroffenen bewältigen ihren Alltag aber dennoch. Die Ursachen sind die gleichen, lediglich der Verlauf ist milder.

Leichte Depressionen, die in Abhängigkeit von saisonalen Bedingungen stehen, können zumeist mit pflanzlichen Mitteln in den Griff bekommen werden - auch wenn der Gang zum Arzt wichtig ist. So kann zum Beispiel Johanniskraut dafür sorgen, dass sich die Stimmung bessert. Auch Lichttherapien bieten sich gegen leichte Depressionen an. Lange Spaziergänge an der frischen Luft sowie sportliche Betätigung tun ein Übriges - bekommt man hier doch die Tageslichtdosis und den Schwung, den man benötigt, um aus dem Tief herauszukommen.

Depressionen und schlaflose Nächte

Egal wie man sich auch dreht oder wendet, auch bei einer leichten Depression findet man einfach keine Ruhe. Die Geschehnisse des Tages lassen einen einfach nicht los und an Entspannung ist nicht zu denken. Schlaflosigkeit kann zu einem echten Problem werden. Ist man doch am Tage aufgrund des Schlafmangels unausgeglichen und wenig leistungsfähig. Bevor Sie allerdings harte Geschütze auffahren und zu Schlaftabellen greifen, sollten Sie es auf milde Weise versuchen: Pflanzliche Mittel wie Baldrian und Hopfen wirkend beruhigend und schlaffördernd.

Aber auch der Tagesablauf ist entscheidend, um mit solchen Auswirkungen von Depressionen umgehen zu können: Wer sich am Tag viel bewegt und genügend frische Luft schnappt, kann leichter einschlafen. Vor dem Zubettgehen sollte man darüber hinaus nicht zu schwere Speisen zu sich nehmen. Ein voller Magen hält wach und sorgt somit dafür, dass das hin und her Wälzen kein Ende findet.

Depression und Appetitlosigkeit

Ist die Stimmung auf einem Nullpunkt, macht sich dieses bei vielen Menschen - insbesondere bei Frauen - oftmals durch Appetitlosigkeit bemerkbar. Neben den Maßnahmen, die man ergreifen sollte, um die eigene Stimmung wieder aufzuhellen - zum Beispiel Ausflüge, Treffen mit Freunden, etc. - kann man auf sanfte Art und Weise auch etwas für die Anregung des Appetits tun. Nahrungsmittel wie Ingwer und Senf wirken appetitanregend und sollten daher in die spärlich gewordenen Mahlzeiten integriert werden. Aber auch Tees machen Lust auf mehr - auf mehr Essen, so etwa ein Tee aus Lavendelblüten.

Wenn die Appetitlosigkeit allerdings so ausgeprägt ist, dass sie rasch zu einem nicht geringen Gewichtsverlust führt, sollte man den Arzt aufsuchen. In diesem Fall müssen die Verstimmungen, die zu dieser Appetitlosigkeit führen, ernst genommen werden: Sie kann bereits ein Anzeichen für eine mittelschwere Depression sein. Möglich ist auch, dass die Appetitlosigkeit organisch bedingt ist.

Depression und Lustlosigkeit

Häufig kommt es gerade in der kälteren Jahreszeit vor, dass man zwar denkt, man müsste eigentlich wieder einmal etwas unternehmen. Die Gründe, die dagegen sprechen scheinen allerdings so groß, dass man lieber auf dem Sofa liegen bleibt, wo man sich dann seinen Grübeleien hingibt. Bei dieser Folgeerscheinung einer Depression hilft nur eines: Aufraffen. Leichter gesagt als getan, denken Sie? Natürlich ist es nicht einfach, wieder Schwung ins Leben zu bringen. Wenn der erste Schritt hierzu allerdings auf die lange Bank geschoben wird, wird sich nie etwas ändern.

Eine Strategie kann sein, sich Verbindlichkeiten zu schaffen, etwa in dieser Form: Jeden Mittwochnachmittag gehe ich mit einer Freundin in ein Cafe, jeden Donnerstag gehe ich zum Lauf-Treff etc. Rechnet man mit Ihnen, wird es Ihnen schwerer fallen, die Verabredungen abzusagen, nur weil Sie sich gerade nicht in der besten Stimmung befinden. Sind Sie dann erst einmal aus dem Haus herausgekommen, sieht die Welt wieder anders aus: Sie haben Spaß an den Unternehmungen und schon gehört die depressive Stimmung der Vergangenheit an.

von der Redaktion

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