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Der Psychiater

Linda Chevreuil
von Linda Chevreuil Veröffentlicht am 19. November 2007
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Ein Psychiater ist ein auf die Behandlung geistiger Krankheiten spezialisierter Arzt. Anders als Psychotherapeuten ohne ärztliche Zulassung ist der Psychiater dazu berechtigt, Medikamente zu verschreiben.

Die Ausbildung
Im Gegensatz zu anderen Spezialisten im psychologischen Bereich ist der Psychiater ein Arzt und darf als solcher auch Arzneimittel verordnen. Er hat an der Universität ein vollständiges Medizinstudium abgeschlossen und sich anschließend zum Facharzt für Psychiatrie weitergebildet. Das entspricht in etwa 10 Studienjahren. Psychiater absolvieren häufig als fertig studierte Ärzte eine Zusatzausbildung in der Kranken-hausabteilung für Psychiatrie und Psychotherapie und erweitern damit ihren Titel.

Wann geht man zum Psychiater?
Der Psychiater diagnostiziert und behandelt Geistesstörungen. Er ist einerseits für besonders schwere Geisteskrankheiten wie Schizophrenie, Paranoia, Autismus oder manisch-depressive Psychosen zuständig, betreut aber auch Patienten mit leichteren und häufigeren psychischen Störungen: Depressionen, Angstzustände, Phobien, Schlaflosigkeit.

Die Behandlungsmethoden
In den ersten Sprechstunden versucht der Psychiater das Krankheitsbild des Patienten zu bestimmen. Der Arzt stützt sich dabei auf die Technik des aktiven Zuhörens und versucht die körperlichen Ursachen für das Leiden seines Patienten zu ergründen. Manchmal rät er zu einer Psychotherapie. Bei Bedarf kann er auch eine medikamentöse Behandlung verschreiben. Dafür steht ihm ein ganzes Arsenal an Medikamenten zur Verfügung. Man spricht hier von sogenannten psychotropen Substanzen, also von Stoffen, die auf die menschliche Psyche einwirken: Antidepressiva bei Depressionen, Neuroleptika ("Nervenberuhigungsmittel") bei Schizophrenie oder Anxiolytika ("Tranquilizer") bei Angstzuständen. Falls nötig, kann der Psychiater dem Patienten einen Krankenhausaufenthalt empfehlen oder veranlassen.

Praktische Infos
Ein Psychiater praktiziert in einer privaten Praxis, im Krankenhaus, in der Klinik, in Drogenberatungsstellen (Suchtmedizin) oder als Gutachter für die Justiz. Da der Psychiater ein Arzt ist, wird die Behandlung im Prinzip von der Krankenkasse erstattet. Es ist allerdings empfehlenswert, vorher genau zu prüfen, welche psychiatrischen Leistungen in der Gebührenordnung für Ärzte definiert sind, welche Honorare Ihre Versicherung übernimmt und ob die Krankenkasse eventuell einen bestimmten Psychiater unter Vertrag hat.

Weitere Informationen dazu finden Sie beim Bundesverband Deutscher Psychiater.

von Linda Chevreuil