Home / Liebe & Psychologie / Mein Leben / Die Hypnose

Liebe & Psychologie

Die Hypnose

Linda Chevreuil
von Linda Chevreuil Veröffentlicht am 21. November 2007
A-
A+

Bei der Hypnose wird der Patient in einen Zustand tiefer Entspannung, zwischen Wach- und Schlafbewusstsein, versetzt. Diese Methode wird unter anderem eingesetzt um das Rauchen aufzugeben, abzunehmen oder um Stress abzubauen.

Was ist Hypnose?
Hypnose ist ein natürlicher Zustand, den man als eine Art Wachschlaf bezeichnen kann: Die hypnotisierte Person ist vollständig entspannt, von der Außenwelt abgekoppelt, wie wenn sie einen fesselnden Film anschaut. In der Psychiatrie wird dieser Zustand benutzt um einfacher zum Unterbewusstsein vorzudringen, Blockaden zu umgehen und Probleme aus der Kindheit an die Oberfläche zu bringen. Die Hypnose dient also dazu, eine Therapie zu verstärken und zu beschleunigen. Die Hypnosesitzung zielt darauf ab, das Unterbewusstsein zu erreichen und ein eventuelles Trauma aus der Vergangenheit aufzudecken, das zwar verdrängt wurde, aber trotzdem noch psychische Störungen (zum Beispiel Angstzustände oder Phobien) auslöst.

Für wen eignet sich die Hypnose?
Die Hypnose wird in der Psychotherapie immer häufiger eingesetzt. Auch wenn die Wirkungsweise nicht genau bekannt ist, scheint die Hypnose doch ein effizientes Mittel zu sein um Beschwerden und Störungen aller Arten zu behandeln. Meist wird sie angewendet um Probleme psychologischer oder psychosomatischer Natur zu lösen: Nikotinabhängigkeit, Angstzustände, Stress, Neurosen, Bettnässen (Enurese), Schlaflosigkeit, Phobien, Traumata, Zwangshandlungen (obsessiv-kompulsive Störung), Schüchternheit, aber auch Probleme in der Persönlichkeitsentwicklung im Allgemeinen.
Kinder oder Studenten, die vor einer Prüfung an mangelndem Selbstvertrauen leiden, können ebenfalls von dieser Behandlung profitieren. Die Hypnose kann außerdem bei einer kurzen Psychotherapie oder als begleitende Maßnahme (z.B. bei einer Diät) eingesetzt werden.

Wie läuft eine Sitzung ab?
Es gibt zwei verschiedene Hypnosevarianten, die sich jeweils nach ihren Gründervätern richten:
Bei der traditionellen Suggestionsmethode nach Freud werden dem Patienten ausdrückliche Befehle erteilt. Dies kann in verbaler ("Schlafen Sie!"), visueller oder körperlicher Form geschehen. Diese Hypnosetechnik geht von dem Postulat aus, dass ein Patient geheilt werden kann, wenn man ihm einredet, gesund zu werden. Sie erweist sich in gewissen Fällen als effizient, doch nur über eine gewisse Zeitspanne.
Die Hypnose nach Milton Hyland Erickson ist nicht suggestiv, sondern verlangt eine aktive Teilnahme des Patienten. Eine Hypnosesitzung läuft als einfaches Gespräch ab, bei dem sich der Patient in einem tiefen Entspannungszustand befindet und ohne suggestive Beeinflussung zu seinem Unterbewusstsein gelangt. Der Therapeut animiert den Dialog mit Metaphern und Symbolen und bringt den Patienten progressiv dazu, selbst die Lösungen für seine Probleme zu finden. Diese Hypnoselehre respektiert die individuellen Werte des Patienten und ist effizienter als die erste Methode.

Wie viel kostet eine Sitzung?
Der Preis einer Behandlungsstunde variiert zwischen 50 und 90 €. Je nach dem zu behandelnden Problem sind zwischen 5 und 10 Sitzungen nötig. Allerdings gibt es keine gesetzliche Regelung für die Hypnose. Informieren Sie sich daher vorher über die berufliche Qualifikation des Therapeuten, der eine Hypnose anbietet. Weitere Auskünfte erhalten Sie beim Hypnoseverband Deutschland.

EMDR
EMDR ist die Abkürzung für "Eye movement desentization and reprocessing".
Diese Methode ähnelt der Hypnose: Hierbei wird bewegliches Licht eingesetzt um schnelle Augenbewegungen zu verursachen, die sich wiederum auf die Hirnaktivität auswirken. Dabei konzentriert sich der Patient auf das ihn belastende Erlebnis.
Es wird angenommen, dass die bilaterale Stimulation mittels bestimmter Augenbewegungen eine Synchronisation der Hirnhälften ermöglicht, die bei posttraumatischen Belastungsstörungen nicht mehr intakt ist. Die EMDR-Methode erzielt bei der Verarbeitung traumatischer Erinnerungen (post-traumatischer Stress) beeindruckende Resultate.

Ist die Hypnose gefährlich?
Die Angst, der Hypnotiseur könnte auf den Patienten eine Art düstere Macht ausüben, ist völlig unbegründet: Unser Gehirn verfügt über ein Sicherheitssystem, das uns davon abhält, gegen unsere Werte zu handeln. Der Einflussbereich der Hypnose ist also durchaus begrenzt!

von Linda Chevreuil

Das könnte dir auch gefallen