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Liebe & Psychologie

Die Kunsttherapie

Linda Chevreuil
von Linda Chevreuil Veröffentlicht am 22. November 2007
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Die Kunsttherapie ist eine Form der Psychotherapie, bei der den Patienten durch künstlersiche Aktivitäten die Möglichkeit gegeben werden soll sich auszudrücken, zu befreien und sich zu verändern. Egal ob Malerei, Musik, Tanz oder Bildhauerei: Diese Methode kuriert seelische Beschwerden mit einer künstlerischen Betätigung.

Was ist die Kunsttherapie?
Die Kunsttherapie ist eine Heilmethode, bei der Kunst dazu benutzt wird unterbewusste Probleme an die Oberfläche zu befördern und eine Persönlichkeitsveränderung einzuleiten. Bei der Malerei, im Theater, in der Tanztherapie, im Schreibkurs, beim Töpfern oder in der Musik drückt der Patient seine Schmerzen und Widersprüche anders als mit Worten aus. Dafür muss er kein begabter Künstler oder Zeichner sein, denn das geschaffene Kunstwerk ist nebensächlich. Stattdessen lässt sich der Patient von seiner Einbildungskraft, seiner Intuition und seinen Emotionen leiten um etwas Neues zu gestalten. Über die kreativ gestalteten Werke kommen bisher verborgene Teile der Persönlichkeit zum Vorschein. Dieser Ansatz gehört zur Gruppe der expressiven non-verbalen Psychotherapien, die neben der Bewusstwerdung auch noch einen Weg zur Befreiung schaffen.

Wann macht man eine Kunsttherapie?
Die Kunsttherapie ist für Menschen geeignet, die keine konventionelle Psychotherapie oder Psychoanalyse machen möchten oder können. Das trifft vor allem auf Personen zu, denen es schwer fällt sich verbal auszudrücken (z.B. Beispiel Kinder oder Jugendliche). Diese Therapieform behandelt psychosomatische Störungen, Suchtverhalten, Lernprozesse, Verhaltensmuster und sogar Psychosen. Die Kunsttherapie richtet sich ebenfalls an alle, die ihre Persönlichkeitsentwicklung fördern und ihr Selbstbewusstsein steigern möchten.

Wie verläuft eine Sitzung?
Die Sitzung findet als Einzel- oder Gruppenarbeit statt. Vorher spricht der Therapeut mit dem Patienten um zu klären, aus welchem Grund er die Therapie benötigt. Dann motiviert er den Patienten dazu sich so spontan wie möglich auszudrücken: Bei einem Malseminar soll er zum Beispiel visuell darstellen, was er in der Therapie in Angriff nehmen möchte. Der Therapeut ist dazu da, dem Patienten dabei zu helfen sich selbst freien Lauf zu lassen. Die Arbeit kann am Anfang schwierig erscheinen, weil die Menschen generell dazu neigen alles analysieren zu wollen. Aber das eigentliche Ziel besteht darin zu lernen sich freier und gelöster auszudrücken. Es geht nicht darum, das geschaffene Werk anschließend zu interpretieren. Der Patient soll durch den kreativen Prozess eine vergessene Erinnerung, ein verdrängtes Gefühl oder eine Gedankenverbindung wieder aufleben lassen. Am Ende der Sitzung kann er über seine Eindrücke sprechen. Der Therapeut hat somit eine zuhörende Funktion.

Welche Kunstrichtung ist am besten geeignet?
Plastische Kunstrichtungen wie Malerei und Töpfern bringen innere Zweifel und Fragen ans Licht. Marionetten bieten dem Unterbewusstsein die Möglichkeit sich auszudrücken und Hemmschwellen zu überwinden. Theater und Tanz helfen dabei, innere Konflikte, Angstzustände und Frustrationen abzubauen. Musik wird eingesetzt um das Körperbewusstsein wieder zu erlangen. Man spricht in diesem speziellen Fall auch von Musiktherapie. Auch Poesie und Schreibkurse werden für ihre effiziente therapeutische Wirkung geschätzt.

Wie viele Sitzungen sind notwendig?
Die Behandlungsdauer variiert von Person zu Person. Eine Sitzung kostet zwischen 50 und 70 €.

Woran erkennt man einen ausgebildeten Kunsttherapeuten?
Seit kurzem wird an zahlreichen Fachhochschulen und Universitäten ein Bachelorstudiengang für Kunsttherapie angeboten. Man kann auch im Anschluss an einen themenverwandten Bachelorabschluss (in den Fächern Kunsttherapie, Musik, Pädagogik, Psychologie, Medizin...) einen Master in Kunsttherapie erwerben. Der offizielle akademische Grad lautet dann „Master of Arts in Art Therapy“. Es gibt außerdem viele Verband Deutscher Kunsttherapeuten.

Gut zu wissen
Es ist nichts Neues, die Kunst zu therapeutischen Zwecken einzusetzen. Schon bei Naturvölkern oder im antiken Griechenland war die heilende Wirkung der Kunst erfolgreich im Einsatz. Doch die Heilmethode wurde erst in den 50er Jahren durch das Buch "Kunst als Therapie mit Kindern" der berühmten Kunsttherapeutin Edith Kramer weltweit bekannt.

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