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Die Neurolinguistische Programmierung

Linda Chevreuil
von Linda Chevreuil Veröffentlicht am 20. November 2007
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Die NLP oder neurolinguistische Programmierung ist eine Methode, um die zwischenmenschliche Kommunikation zu optimieren. Die NLP funktioniert als eine Art "Gebrauchsanweisung für das Gehirn" und hilft dabei, das Selbstvertrauen zu stärken, die Persönlichkeitsentwicklung zu fördern und die Konfliktlösung zu erlernen.

Was ist die NLP?
Die NLP oder neurolinguistische Programmierung entstand Ende der 70er Jahre an der University of California in Santa Cruz, Kalifornien. Sie gehört zu den neuen Ansätzen der angewandten Alltagspsychologie als Mittel zur Persönlichkeitsentwicklung und bietet neue Techniken, um die Kommunikation, das Selbstbewusstsein, die Charakterbildung und das Konfliktmanagement zu verbessern. Die NLP stützt sich auf folgende Hypothese: Jedes Verhalten kann geformt, gelernt oder verändert werden. Die NLP setzt sich also zum Ziel, das Gehirn "umzuprogrammieren" um neue Potenziale zu schaffen. Und wie der Name schon andeutet beeinflusst sie hauptsächlich die Kommunikationsfähigkeiten. Es geht also darum, unangebrachte Reflexe und Verhaltensweisen zu identifizieren um sie durch positivere Handlungen zu ersetzen. Dadurch können bestimmte Fähigkeiten verbessert werden: die Fähigkeit zu verhandeln, zu lernen, andere auszubilden, zu kommunizieren, sich zu entwickeln, zu wählen, andere oder sich selbst zu leiten und sich selbst zu erkennen. Die NLP ist also eine regelrechte "Gebrauchsanweisung für das Gehirn".

Für wen eignet sich diese Methode?
Die neurolinguistische Programmierung wird häufig in Unternehmen eingesetzt, um die Angestellten oder Führungskräfte zu begleiten und ihnen dabei zu helfen, sich an Veränderungen anzupassen. Sie motiviert die Arbeitnehmer außerdem dazu, besser zu kommunizieren, bietet neue Verkaufsstrategien für den Vertrieb oder bessere Führungsmethoden für die Manager.
Auch Leistungssportler und Lehrkräfte wenden diese Strategie an. Viele Lehrer setzen die NLP -Technik ein, um Ihre Methodik zu erweitern und um den wechselseitigen Austausch mit Kindern zu verbessern. Inzwischen hat die NLP ihre Zielgruppe erweitert und richtet sich nicht nur an Berufstätige, sondern bietet auch Beziehungstherapien für Familien und Paaren an.
Sie hilft ebenfalls dabei, Phobien oder Verhaltensstörungen zu behandeln.
Die NLP bietet also Grundprinzipien, um eine präzise Situation oder ein konkretes Problem in Angriff zu nehmen.

Welche Ausbildung ist dafür nötig?
Man kann die Neurolinguistische Programmierung im Selbststudium erlernen, da zahlreiche Bücher zu diesem Thema verfasst wurden. Die Fachliteratur ist zum Teil sehr gut konzipiert und enthält viele Übungen. Allerdings ist es schwierig, seine Beziehungs- bzw. Gesellschaftsfähigkeit ganz alleine zu verbessern.
Ansonsten können Sie sich auch an einen Psychotherapeuten wenden, der über eine Weiterbildung verfügt, um die neurolinguistische Programmierung zu unterrichten. Gemeinsam mit dem Therapeuten wird ein Ziel festgelegt, das in der Regel in 10-15 Sitzungen erreichbar ist. Unterschiedliche Einrichtungen bieten auch Seminare oder Intensivkurse an, über die unter bestimmten Auflagen ein Zertifikat als NLP-Practitioner, NLP-Master oder NLP-Trainer erworben werden kann. Weitere Auskünfte zur Ausbildung erteilt der Deutsche Verband für neurolinguistisches Programmieren.

Wie viel kostet eine Sitzung?
Die Gebühr für eine NLP Stunde liegt zwischen 45 und 100 €.
In Deutschland gibt es derzeit kein staatlich anerkanntes NLP Diplom: Jeder muss sich daher selbst erkundigen, ob ein NPL-Coach seriös ist und über die nötige Fachkompetenz verfügt.

Einige NLP Grundprinzipien im Überblick
Die Augenbewegungen
Es wurde festgestellt, dass wir nach oben blicken, wenn wir uns ein Bild vorstellen, nach rechts oder links, wenn wir an ein Geräusch denken und nach unten, wenn wir an ein Gefühl denken. Bei einem Rechtshänder drehen sich die Augen vom Gesprächspartner aus gesehen nach rechts, wenn er von einer wahren oder wieder ins Gedächtnis gerufenen Tatsache aus der Vergangenheit erzählt, und nach links, wenn er sich etwas vorstellt, etwas erfindet oder sich erinnert, indem er die Vergangenheit rekonstruiert. Achtung: Schauspieler oder Politiker können diese Bewegungen manipulieren!

Die Kommunikationskanäle
Wir nehmen unsere Umwelt mit fünf Sinnen wahr, aber jeder Mensch hat ein individuelles Kommunikationsverhalten, bei dem das eine oder andere Sinnesorgane bevorzugt wird.
Eine Person wird als visuell bezeichnet, wenn sie sich auf ihren Sehsinn stützt
um Erfahrungen zu bewältigen und zu kommunizieren. Dies zeigt sich auch daran, dass sich ihre sprachlichen Ausdrücke stark an visuellen Wahrnehmungen orientieren: "Ich sehe", "Das ist klar".
Eine auditive Person verlässt sich auf ihr Gehör und kann zum Beispiel eine Telefonnummer mit einem Schlager in Verbindung zu bringen. Sie verwendet ein Vokabular aus dem Hörbereich: "Bei mir fällt der Groschen...", "das hört sich gut an".
Kinästhetiker registrieren die Außenwelt intuitiv über körperliche Wahrnehmungen (Bewegungen, Körperhaltungen, Geschmäcker, Gerüche) und gestalten ihre Alltagserfahrung dementsprechend. Ihr Wortschatz verweist auf all diese Bereiche: "Ich zerbreche mir den Kopf...", "Ich habe den richtigen Riecher gehabt" oder "Diese Angelegenheit hat einen unangenehmen Beigeschmack"

Das Pacing (Mitgehen, Anpassen)
Man spricht auch von einer Synchronisierung der Bewegungen: Wenn Sie dieselben Bewegungen wie Ihr Gesprächspartner ausführen oder dasselbe Verhalten an den Tag legen, wird er Sie sympathisch finden und zunehmend mit Ihnen einer Meinung sein.

Das Ankern
Der Vorgang des Ankerns besteht darin, ein Gefühl mit einem äußeren Sinneseindruck zu assoziieren (Gehör, Sehsinn, Geruch, Berührung, Geschmack). Die pure Existenz des Reizes genügt schon, um jedes beliebige Erlebnis im Kopf wieder aufleben zu lassen. Zum Beispiel: Sie riechen Glühwein und freuen sich auf Weihnachten. Sie hören das Lieblingslied Ihrer Mutter und denken an sie... Das Ankern verläuft wie die Konditionierung nach einem Reiz-Reaktions-Mechanismus.

Gut zu wissen
- Die NLP ist kein Ersatz für eine herkömmliche Therapie, kann aber ergänzend eingesetzt werden.
- Die Therapie mit der neurolinguistischen Programmierung darf nicht länger als 6 Monate dauern. Danach muss der NLP-Coach den Patienten an einen anderen Spezialisten verweisen, der besser geeignet ist.
- Die Therapiewirkung der NLP-Methode wurde nie wissenschaftlich bewiesen. Kritiker werfen der neurolinguistischen Programmierung vor viele Konzepte extrem zu vereinfachen.

von Linda Chevreuil

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