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Die Transaktionsanalyse (TA)

Linda Chevreuil
von Linda Chevreuil Veröffentlicht am 21. November 2007
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Die Transaktionsanalyse (auch TA genannt) wurde in den 50er Jahren von dem amerikanischen Psychiater Eric Berne ins Leben gerufen. Diese Therapieform gründet sich auf eine Kommunikations- und Persönlichkeitstheorie, die von Berne als "Ich-Zustand" bezeichnet wird.

Was ist eine Transkationsanalyse?
Bei der Transaktionsanalyse handelt es sich um eine eigenständige tiefenpsychologische Therapiemethode, die dem Patienten hilft innerpsychische und zwischenmenschliche Konflikte zu erkennen und zu lösen um die 3 eine gesunde Psyche bestimmenden Kriterien in Einklang zu bringen: Gewissen, Spontaneität und Intimsphäre. Die Transaktionsanalyse liefert Erklärungsmuster zu unserer Angewohneheit trotz schmerzhafter oder erfolgloser Ergebnisse auch im Erwachsenenleben auf Strategien zurückgreifen, die wir bereits in unserer Kindheit angewendet haben, um unsere Lebensweise dementsprechend zu ändern. Dafür hat die TA ein Modell mit einem dreistufigen Ich-Zustand entwickelt:
- der Eltern-Ich-Zustand (Exteropsyche: Das Verhalten orientiert sich am Beispiel der Eltern)
- der Erwachsenen-Ich-Zustand (Neopsyche: Das Verhalten orientiert sich an der selbstbestimmten Entscheidung)
- und der Kind-Ich-Zustand (Archeopsyche: Das Verhalten orientiert sich an den eigenen Kindheitserfahrungen).
Im MIttelpunkt stehen dabei innerpsychische und zwischenmenschlichen Phänomene: die Transaktionen. Die TA analysiert vor allen Dingen Kommunikationsstörungen.
Kurz gefasst: Die Transaktionsanalyse liefert ein Beobachtungs- und Analyseschema für das menschliche Verhalten, das Lösungsansätze bietet um sich selbst besser zu begreifen und effektiver zu kommunizieren. Von Kritikern wird die TA oft als bloße Sammlung verschiedener Instrumente betrachtet.

Für wen eignet sich diese Methode?
Die Transaktionsanalyse wird in 4 Wirkungsbereichen eingesetzt:
- In der Psychotherapie, denn die TA beschäftigt sich mit der Persönlichkeitsentwicklung und behandelt Störungen in einer individuellen oder kollektiven Psychotherapie.
- Für die Mitarbeitermotivation. Bei Unternehmen hat diese Technik viel Erfolg.
- Im Erziehungswesen: Die TA kann alle Personen betreffen, die im Erziehungs- und Ausbildungsbereich tätig sind. (Lehrer, Erzieher, Erziehungsberater, Eltern,...).
- In beratenden Tätigketisfeldern, d.h. in Berufen mit einer begleitenden Funktion, z.B. Sozialarbeiter, Krankenpfleger oder Lehrer.

Die Berufsverbände der Analysten liefern allerdings keine genauen Angaben dazu, welche spezifischen Probleme diese Methode eventuell lösen könnte. Es liegt bisher also keine qualitative wissenschaftliche Studie vor, die die Effizienz dieses Therapieansatzes belegen könnte.

Wie verläuft eine Sitzung ?
Bei einer TA-Psychotherapie wird ein Vertrauensvertrag zwischen dem Therapeuten und dem Patienten geschlossen. Dann versucht der Therapeut anhand einem konkreten Beziehungsbeispiel zu diagnostizieren, welcher Ich-Zustand dabei aktiv ist (Kind, Erwachsener oder Eltern) und welches unbewusste Lebensmuster abläuft. Danach setzt er ein Ziel fest, in welcher Hinsicht sich der Patient verändern soll und hilft diesem dabei seine eigene Kommunikationsweise zu analysieren. Der Therapeut wird als Person und nicht als Projektionsbildschirm betrachtet. Die TA integriert manchmal auch Methoden aus anderen Strömungen wie z.B. der Gestalttherapie .

Wie viel kostet eine Sitzung?
Die Transaktionsanalyse wird in Einzel- oder Gruppentherapien angeboten, die zwischen 6 Monaten und 3 Jahren dauern. In der Einzeltherapie kostet eine 50-minütige Sitzung zwischen 15 und 75 Euro. Pro Woche wird eine Sitzung anberaumt. In der Gruppe kostet eine 3-stündige Sitzung zwischen 30 und 70 Euro. Es werden auch Intensivseminare angeboten. Vorsicht: Manche Personen ernennen sich ohne jegliche Qualifizierung einfach selbst zum TA-Coach. Weitere Informationen finden Sie bei der Deutschen Gesellschaft für Transaktionsanalyse.

Die Grundprinzipien der Transaktionsanalyse
- Die Ich-Zustände

Der Ich-Zustand ist ein Verhalten, das sich einem bestimmten Denk- oder Gefühlsmodell zuordnen lässt. Die drei Ich-Zustände sind: Eltern, Erwachsener und Kind.
Der Eltern-Zustand ist aktiv, wenn eine Person so denkt und handelt, wie es seine Eltern in seiner Kindheit. Beim Erwachsenen-Zustand denkt, fühlt und handelt die Person im gegenwärtigen Situationskontext. Der Kind-Zustand zeigt sich, wenn eine Person so denkt und handelt, wie sie es als Kind getan hat.

- Die Transaktionen
Eine Transaktion ist der Wechsel zwischen zwei Ich-Zuständen, als Reaktion auf einen Reiz.

- Das Bedürfnis nach Anerkennung und Strukturiertheit
Diese Grundbedürfnisse müssen erfüllt werden, um ein gesundes psychologisches und physiologisches Gleichgewicht herzustellen. Die Bewusstwerdung eines diesbezüglichen Mangels kann helfen eine Veränderung zu bewirken.

- Die Lebensposition
Die Lebensposition wird in der Kindheit festgelegt und resultiert aus den Schlussfolgerungen, die das Kind bezüglich seines eigenen Wertes, des Wertes der Anderen und der Welt im Allgemeinen gezogen hat. Das Konzept hilft dabei nachzuvollziehen, wie eine Person ihre Identität konstruiert hat und wie sie heute Beziehungen aufbaut.

- Die Ersatzgefühle
In der Psychologie werden alle menschlichen Gefühle auf die vier Grundgefühle Freude, Trauer, Wut und Angst zurückgeführt. Ein Kind lernt manchmal, eines dieser Gefühle zu unterdrücken und durch ein anderes zu ersetzen: das Ersatzgefühl. Das kann dazu führen, dass das Kind als Erwachsener verworrene Beziehungen eingeht, weil es immer noch auf diese Parasiten-Gefühle zurückgreift.

- Das Lebensmuster
Unter "Lebensmuster" versteht man die unbewusste Lebensplanung. In der Kindheit treffen wir Entscheidungen um zu überleben und unsere sofortigen Bedürfnisse zu decken. Später folgen wir diesen Entscheidungen weiterhin unbewusst, selbst wenn sie schädlich sind.

- Das psychologische Spiel
Als "Psychologisches Spiel" bezeichnet man ein Kommunikationsgeschehen, bei dem alle Beteiligten ein verdecktes Motiv verfolgen, das dem Erwachsenen-Ich nicht zugänglich ist:
Im Erwachsenenalter wiederholen wir in unseren Beziehungen einen Teil des in unserer Kindheit erlernten Lebensmusters ohne uns dessen bewusst zu sein und wenden oft manipulative Kommunikationsweisen an um unser Ziel (Zuwendung, Lob...) zu erreichen.
In der TA können solche psychologischen Spiele inszeniert werden damit sich alle Beteiligten bewusst werden, dass dieses Verhaltensschema nur zu Verwirrung und Beschuldigungen führt: Keiner der Beteiligten geht daraus als Gewinner hervor. Dank dieser Erkenntis können die Beteiligten versuchen ihre Gefühlsbedürfnisse auf eine positivere, gesündere Weise zu decken.

- Die Autonomie
Unter "Autonomie" versteht man die Fähigkeit einer Person, ihr Gewissen, ihre Spontaneität und ihre Intimsphäre vollständig zu nutzen. Die Persone übernimmt die Verantwortung für ihr Leben, trifft Entscheidungen nach eigenen Kriterien, lebt authentische Gefühle aus und nimmt sich selbst und die Anderen als respektwürdige Persönlichkeiten wahr.

von Linda Chevreuil

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