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Drunk Texting: Warum betrunken Nachrichten verschicken keine gute Idee ist

von Fiona Rohde Veröffentlicht am 19. April 2019

Jeder kennt sicherlich das Gefühl, dass man sich sehnlichst wünscht, der Erdboden würde sich auftun, weil man wieder mal betrunken rührselige SMS verschickt hat. An den Ex. An die blöde Kuh, der man nüchtern niemals ein Friedensangebot gemacht hätte oder wen auch immer.

Die Rede ist von Drunk Texting. Das Problem an der ganzen Sache: Benimmt man sich betrunken daneben, dann ist das vielleicht am nächsten Morgen wieder vergessen. Im Idealfall war auch das Gegenüber blau. Anders jedoch bei einer betrunken verschickten Nachricht. Die bleibt nämlich gandenlos bestehen - Schwarz auf Weiß.

Und so kann man sich am nächsten Morgen stocknüchtern durchlesen, was man da so unter Alkoholeinfluss verschickt hat. Und das, was man da so verschickt hat, war in den allermeisten Fällen aus der Kategorie "gar keine gute Idee".

Aber woran liegt es, dass wir betrunken so gerne Nachrichten verschicken? Und zwar solche, die uns mit ein paar Promille weniger niemals passiert wären? Stimmt also der Spruch: Nüchtern zu schüchtern, besoffen zu offen?

Betrunkene sagen die Wahrheit: Was ist dran?

Es gibt die Fraktion derer, die behaupten, Betrunkene und Kinder würden die Wahrheit sagen. Das sehe ich jedoch absolut anders. Denn meist sagt bzw. schreibt man im betrunkenen Zustand eben Dinge an Personen, die nur ein fixer Gedanke im Kopf sind. Und die auch genau nur dahin gehören, in den Kopf und nicht jedoch ins Handy getippt.

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"Lasst uns alle liebhaben" und anderer Quatsch

Wenn mich also irgendeine Uschi schon immer angezickt hat, und ich mich immer gefragt habe, warum wir uns nicht einfach wie normale Menschen benehmen können, dann heißt das noch lange nicht, dass ich ihr das betrunken via Messenger mitteilen muss. Nervige Rührseligkeiten wie "He, lass uns doch alle Freunde sein!" gehören nämlich verboten!

Wenn ich einer mir gegenüber recht feindseligen Person schreibe, dass wir uns doch eigentlich lieb haben sollten, weil das Leben so kurz ist und sowieso, dann hat das nichts, aber auch rein gar nichts damit zu tun, dass ich mir tief in meinem Inneren schon immer eine Versöhnung mit ihr gewünscht hätte. Nein! Alkohol holt keine tief verborgene Wahrheit hervor. Es ist kein Wahrheits-, sondern ein Quatschgedanke aus einem nicht ganz zurechnungsfähigen Kopf.

Fakt ist: Dinge, die man nüchtern für unsinnig hält, sind und bleiben unsinnig und es hat einen guten Grund, dass man sie nicht tut bzw. nicht schreibt. Und schon gar nicht betrunken!

Keine gute Idee: Nachrichten an den Ex

Wie oft sagt man jemandem noch was Liebes, der eigentlich mit dem eigenen Leben gar nichts mehr zu tun hat? Stichwort 'SMS an den Ex'. Es mag Optimisten geben, die sich dann neue Hoffnungen machen. Die denken mögen: Wenn ich ihm betrunken schreibe und er mir, dann muss das doch noch Liebe sein. Nein. Es ist Alkohol. Mehr nicht.

Natürlich zeigt dieses Verhalten, dass man sich mit dem anderen noch gedanklich auseinandersetzt. Schön und gut. Aber es bedeutet nicht, dass man ihn noch mal zurück möchte. Und das ist ein kleiner aber feiner Unterschied.

Wie reagiert man, wenn es bereits zu spät ist?

Bleibt die Frage: Was tun, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist, also wenn man aufwacht und sieht, dass man den Kollegen zehn Mal nachts angerufen hat, dass man dem Ex ein Duzent Nachrichten geschickt und sich derbst lächerlich gemacht hat? Schweigen und so tun, als wäre nichts oder ihm eine unendlich lange Nachricht schicken, warum man genau das geschrieben hat und doch eigentlich gar nicht so meint, gefolgt von der minutiösen Getränkeauflistung des letzten Abends.

Nun, wer es genau wissen will: Schweigen. Nichts sagen. Genau das wäre das einzig Richtige. Denn wer den anderen am nächsten Tag noch auf sein Missgeschick aufmerksam macht, der macht womöglich aus einer Mücke einen Elefanten und sorgt nur dafür, dass das Thema noch mal auf den Tisch kommt. Vielleicht hat der andere ja auch einen Filmriss und ist genauso peinlich berührt, weil er Quatsch geredet oder geschrieben hat, wer weiß?

Noch ein echter Life-Hack für euch: Nachrichten, die über einen Messenger wie WhatsApp und Co. verschickt wurden, können unter Umständen wieder gelöscht werden.

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Ein Beitrag geteilt von Unspirational (@textsfromyourex) am Feb 14, 2019 um 4:27 PST

Was hilft, damit es erst gar nicht passiert?

Was dagegen hilft, ist schon klar. Erst gar nicht zulaufen lassen und wenn, dann sein Handy nicht in Reichweite haben. Aber das Leben spielt halt nicht immer nach Regeln und wir sind eben nicht immer vernünftig.

Ein Trick ist es, den Freunden, mit denen man unterwegs ist, von seinem letzten Fauxpas in Sachen Drunk Texting zu erzählen. Und ihnen zu sagen, dass sie einem auf die Finger hauen sollen, sobald man betrunken anfängt, seine SMS-Missetaten zu begehen.

Wobei auch das meist keinen Sinn hat. Denn Betrunkene können sehr eigensinnig sein. Weiß ich aus eigener (schmerzlicher) Erfahrung. In diesem Sinne: Trinkt einfach nicht zu viel!
Und vielleicht erfindet mal jemand was Sinnvolles, nämlich eine Promillebegrenzung für Whats app. Dann könnte man einstellen, dass ab 0,7 Promille jegliches Texten unmöglich ist. Wäre doch mal eine sinnvolle Erfindung.

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