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Eheberatung: Die Krise gemeinsam meistern

von der Redaktion Veröffentlicht am 13. November 2008
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Ob nun Eheberatung, Paartherapie oder Paarberatung, im Grunde geht es um eines: Ein Paar versteht sich nicht mehr. Missverständnisse sind an der Tagesordnung, Streits die logische Folge. Oft sind Kleinigkeiten der Auslöser, die aus ihnen folgende Auseinandersetzung geht jedoch ins Mark. Wer seine Ehe retten will, sollte frühzeitig Maßnahmen ergreifen. Der Eheberater hilft, die Wogen zu glätten und das Zusammenleben friedlicher zu gestalten.

Wenn es immer häufiger kracht

Streit kommt in jeder Beziehung vor, Konflikte zwischen zwei Personen müssen gelöst werden und das geschieht nicht reibungslos. Dass es dabei auch mal zum Streit kommt, ist kein Grund zu Panik. Ein gemeinsam bewältigter Streit ist ein gutes Zeichen für Interesse an der Beziehung und schafft gemeinsame Erfahrungswerte.

Nehmen die Konflikte überhand oder entzünden sich an Kleinigkeiten, wird es jedoch Zeit sich Hilfe, beispielsweise in einer Eheberatung, zu holen. Dazu gilt es viele Fragen zu klären und sich viele alltägliche Dinge bewusst zu machen. Bei welchen Themen geraten Sie besonders häufig in Streit? Geht es um die Erziehung der Kinder oder die finanzielle Zukunft oder ist es eher der Haushalt und das Verhalten des Partners, das Ihnen nicht gefällt? Sie empfinden kein Miteinander mehr? Gespräche kommen nicht mehr zustande, sondern enden immer in Auseinandersetzungen?

Wenn genörgelt, verletzt und verteidigt wird oder Sie gar nicht mehr miteinander reden, dann brauchen Sie schleunigst eine Eheberatung. Nicht alle Paare können sich dazu durchringen, schließlich braucht auch der Entschluss, eine Eheberatung in Anspruch zu nehmen, ein gewisses Maß an Gemeinsamkeit, nämlich eine gemeinsame Entscheidung.

Den Weg zum Eheberater gehen Paare häufig zu spät. Eine Eheberatung kann nur dann fruchten, wenn beide Partner noch gemeinsame Ziele haben, wenn sie an einer Fortsetzung der Partnerschaft interessiert sind. Oft wird dieser Weg um Jahre zu spät angetreten.

Eheberatung als Helfer in der Krise

In der Eheberatung werden verschiedene therapeutische Varianten angewandt. Die systemische (Familien-)Therapie versucht, die Partner für besonders festgefahrene Muster der Konfliktbewältigung zu sensibilisieren und so ihr Verhalten zu ändern. Sie sollen sich mit neuen Augen sehen, ohne den Ballast weit zurückliegender Differenzen. Was man am anderen mag und liebenswürdig findet oder der Grund, warum man sich einst verliebt hat, wird vergegenwärtigt und so die Einschätzung des Partners und der Beziehung im Zuge der Eheberatung dauerhaft verändert.

Tiefenpsychologische Therapien setzen hingegen in der Kindheit an und versuchen Verhaltensmuster zu verstehen, bevor sie sie verändern, denn die haben sich sehr lange eingeprägt und beeinflussen auch die Persönlichkeit des Partners. Viele Eheberatungen verbinden die therapeutischen Konzepte verschiedener Schulen, weil es das eine Rezept, das sich auf alle Paare in Schwierigkeiten anwenden lässt, nicht gibt. Die Gründe für Konflikte sind jedes Mal neu und unterschiedlich.

Eheberater, Paarberater oder Paartherapeut?

Keine dieser Berufsbezeichnung steht unter gesetzlichem Schutz. Dementsprechend gibt es keine einheitliche Qualifikation, die zum Tragen einer solchen Berufsbezeichnung berechtigt. Im Prinzip kann sich jeder Mensch selbst Eheberater, Ehetherapeut, Paartherapeut o.ä. nennen. Es ist deshalb wichtig, nicht die erstbeste Eheberatung aufzusuchen, sondern sich im Vorab zu informieren. Bekannte und Freude können vielleicht Empfehlungen geben, auch der Hausarzt weiß meist Rat.

In der ersten Sitzung sollte man dann das Verhältnis von Ehetherapeut und Klienten kritisch hinterfragen. Stimmt die Chemie? Tut sie es nicht, handelt man besser beizeiten, um nicht das gesamte Projekt „Eheberatung“ zu gefährden. Oft braucht es einen weiteren Anlauf in einer anderen Praxis, welche die Eheberatung dann erfolgreich macht.

Eheberatung ist besser als scheiden lassen

Der Eheberater fungiert als eine Art unparteiischer Beobachter. Er schaut objektiv auf die Beziehung und versucht zwischen den Partnern zu vermitteln, das Verständnis zwischen beiden anzuregen und sie miteinander ins Gespräch zu bringen. Die alten Streitmuster sollen dabei durchbrochen und im Idealfall ganz verlernt werden.

Eine Eheberatung ist auch präventiv möglich, sie gleicht dann einem Eheführerschein und beseitigt Konflikte, bevor die zu ernsten Verletzungen führen. Auch ohne den einen entzweienden Streit kann man also einen objektiven Beobachter auf die eigene Beziehung schauen lassen. Man wird dabei wieder sensibler füreinander, entwickelt ein besseres Gespür, stärkt die Beziehung und erhöht den Verliebtheitsgrad.

Streiten ist gratis, Eheberatung teuer erkauft

Eheberatungen, von einem Psychologen oder Psychotherapeuten durchgeführt, sind oft sehr teuer. Billiger ist die Paarberatung, wie sie von verschiedenen kirchlichen oder staatlichen Trägern angeboten wird. Manchmal findet sie auch kostenlos oder gegen eine vergleichsweise geringe Spende statt - dann kennt die Dauer der Beratung natürlich eine zeitliche Grenze. Eheberatungen gibt es inzwischen auch im Internet, ihre Kosten liegen im preislichen Mittelfeld. Seriöse Vertreter erreichen ähnlich hohe Erfolgsquoten wie die herkömmliche Eheberatung.

von der Redaktion

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