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Aviophobie: Wenn Flugangst uns am Reisen hindert

von der Redaktion Veröffentlicht am 14. November 2008
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Vielen von uns ist das Fliegen nicht ganz geheuer und sie sind froh, wenn sie wieder festen Boden unter den Füßen haben. Dennoch nehmen wir das Fliegen in Kauf, wenn es darum geht, einen schönen Urlaub an einem exotischen Ort weit entfernt vom heimatlichen Stress zu verbringen. Anders ist es bei Personen, die unter Flugangst - auch Aviophobie genannt - leiden. Zwar sind sie zum Teil, etwa aus beruflichen Gründen, gezwungen zu fliegen, sie machen dabei allerdings ernste Angstzustände durch, die sich auch körperlich bemerkbar machen. An einen entspannten Flug ist hierbei nicht zu denken.

Symptome der Flugangst

Flugangst fängt dabei nicht zwingend erst im Flugzeug unmittelbar vor dem Start der Maschine an. Viele Betroffene berichten darüber, dass sie schon tagelang vor dem unvermeidbaren Flug unter Ängsten leiden. Richtig schlimm wird es dann bereits bei Ankunft am Flugplatz, vor allem aber in der Maschine kurz vorm Start: Herzrasen, Übelkeit, extreme Nervosität, Schweißausbrüche, Zittern, Magenbeschwerden und andere unangenehme Körperreaktionen stellen sich aufgrund des Stresses ein. Die Gedanken fahren Karussell und manch einer schließt innerlich schon einmal mit dem Leben ab.

Wodurch entwickelt sich Flugangst?

Flugangst hat viele Gründe. Die unmittelbare Angst, dass das Flugzeug abstürzen könnte, muss dabei gar nicht immer an erster Stelle stehen: Viele Betroffene kommen schlichtweg nicht damit zurecht, dass sie der Situation machtlos ausgeliefert sind und keine Kontrolle über das Geschehen haben.

Bei anderen Betroffenen spielt Höhen- (Akrophobie) oder aber auch Platzangst (Klaustrophobie) die wesentliche Rolle. Auch der Zeitpunkt, zu dem die Flugangst das erste Mal auftritt, variiert: Manche Personen sind schon öfters angstfrei geflogen und müssen sich ganz plötzlich bei einem erneuten Flug mit der aufkeimenden Angst auseinandersetzen, andere Personen sind noch nie geflogen und haben dennoch Angst. Im ersten Fall können äußere Faktoren wie Stress der Auslöser sein, im letzteren Fall ist es oft schlichtweg die Angst vor dem Unbekannten. Auch negative Erfahrungen, die mit einem Flug zusammenhängen, können Phobie auslösend wirken, so etwa starke Turbulenzen

Wege aus der Flugangst: Wie der Traum vom Fliegen wahr wird
Flugangst sollte nicht - und kann auch gar nicht - auf die leichte Schulter genommen werden. Bei leichter Flugangst kann es helfen, wenn man nicht allein fliegt, ohne Stress am Flughafen ankommt und sich während des Flugs mit Musik oder einem Buch ablenkt. Auch leichte Beruhigungsmedikamente auf Basis von Johanniskraut oder Baldrian sowie das Anwenden von Entspannungstechniken sind einen Versuch wert.

Bei starker Flugangst bleibt nur noch das Absolvieren eines speziellen Flugangst-Seminars. Seriöse Seminare werden hierbei von Psychologen geleitet und verstehen sich auch als Konfrontationstherapie. Soll heißen: Am Ende des Seminars soll man in der Lage sein, sich einem Flug auszusetzen und die dabei gemachte positive Erfahrung als Grundlage für die weitere Angstbewältigung zu nutzen. Zuvor werden die Patienten jedoch über das Phänomen Angst aufgeklärt. Abgerundet wird ein Flugangstseminar in der Regel durch das Erlernen von Angstbewältigungsstrategien und Entspannungstechniken, die im Ernstfall helfen können, die Ruhe zu bewahren. Bei manchen Seminaren wird den Betroffenen zudem Wissen über die Flugzeugtechnik vermittelt. Die Absicht, die dahinter steht, ist, durch möglich viel Wissen die Angst vor dem Unbekannten zu verringern.

Angebote für Seminare gegen Flugangst gibt es z. B. hier:


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