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Liebe & Psychologie

Girlboss, Feminist, Supermama: Was bedeutet heutzutage eigentlich Frausein?

von gofeminin Veröffentlicht am 17. Dezember 2016

In Zeiten von Feminismus und Emanzipation: Was bedeutet es heute, eine Frau zu sein?

2016 war das Jahr des Feminismus und der selbstbestimmten Frauen. Wir sind Mütter, berufstätige "Girlbosse", sind Kanzlerinnen und potentielle Präsidentinnen. Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Zeit, alles Revue passieren zu lassen und uns zu fragen: Was bedeutet es heute wirklich, eine Frau zu sein?

Mutter sein

Frauen müssen dies. Frauen sollen das. Und Mütter sowieso. Wenn es um die Rolle als Mutter geht, ist die vorherrschende Meinung sehr streng. Besonders wir Frauen haben an die Mutterrolle hohe Erwartungen und klare Vorstellungen. Mütter sollen für ihre Kinder da sein und ihr Wohl über die eigene Karriere stellen. Gleichzeitig sollen sie hart im Nehmen sein, nicht klagen, funktionieren.


Ist das Kind krank und die Frau auf der Arbeit, dann ist sie keine gute Mutter. Verlässt sie aber mal früher den Arbeitsplatz, um pünktlich zum Elternabend zu gehen, dann ist sie die typische Mama, die im Job nicht Vollgas gibt. Als Frau sollte die Familie an erster Stelle stehen, doch hängt man die Karriere deswegen an den Nagel, dann schreit der Feminismus: Auf keinen Fall. Das ist doch verrückt!

Zeit, dass wir Frauen uns von solchen gesellschaftlichen Vorstellungen frei machen. Viel zu harte Kritik und utopische Ansprüche, die wir an uns und an andere Frauen stellen: Das ist definitiv kein Feminismus!

Work, work, work

Als Frau in der heutigen Berufswelt zu arbeiten, ist eindeutig leichter als vor 50 Jahren. Wir leben ja immerhin im Jahr 2016! Das Jahr, in dem Feminismus und Emanzipation ganz groß geschrieben werden. Umso erschreckender ist es aber dann, wenn man genauer hinschaut. Noch immer verdienen wir Frauen (für die gleiche Arbeit!) im Duchschnitt weniger als Männer. Und blickt man auf die Chefetagen, sehen wir viel Testosteron, aber nur wenig Östrogen.

​Noch mehr als 100 Jahre wird es bis zur vollständigen Gleichstellung von Mann und Frau in der Arbeitswelt dauern. Genauer gesagt: bis zum Jahr 2133 - laut dem Weltwirtschaftforum im "Global Gender Gap Report 2015". Kein Wunder, dass wir Frauen im Job overperformen, uns permanent selbst optimieren, um perfekt zu funktionieren. Getreu dem Motto "Selbst ist die Frau" wollen wir keine Schwäche zeigen. Auch die Medien leben es uns vor: Möglichst perfekt sein, immer gut drauf, lächeln, sexy und trotzdem im Job #girlboss sein. Andere Powerfrauen haben das ja auch geschafft, dann dürfen wir auch auf keinen Fall schlapp machen...

Dabei vergessen wir immer wieder: Ausklinken ist erlaubt! Als selbstständige und emanzipierte Frauen dürfen wir ruhig ab und an mal NEIN sagen, eine Pause einlegen und einfach mal durchschnaufen. Natürlich kann die Frau von heute sich vollkommen im Job reinhängen. Aber dann sollte sie auch wissen wofür.

Weiblichkeit als No-Go?

Darf ich als Feministin sexy und verführerisch sein? Wir Frauen urteilen gerne vorschnell über andere Frauen, die sich auf Instagram in knappen Outfits verführerisch zeigen. Nackte Haut und Feminismus sind nicht vereinbar. Eine Kim Kardashian, die sich in kurzen Outfits vor der Kamera räkelt, ist auf keinen Fall eine Feministin, oder? Doch macht Frau Kardashian nicht genau das, wofür wir Frauen seit Jahren hart kämpfen? Nämlich verdammt nochmal das zu tun, worauf wir Lust haben! Emanzipation heißt doch nicht, dass wir als Frauen unsere Weiblichkeit verlieren müssen.

​Als moderne Frau kann man ganz selbstbewusst in unterschiedliche Rollen schlüpfen, sei es die Powerfrau oder die Verführerin Olympéa. ​In der heutigen Zeit sollte es uns erlaubt sein, stolz auf unseren Körper zu sein, unsere Weiblichkeit zu feiern und trotzdem die Freiheit zu haben uns als Feministin zu bezeichnen. Sexappeal schließt nämlich Intelligenz nicht aus! ​

Wir haben Freude an unserem Aussehen und zeigen es - warum auch nicht? Wir schminken uns, stylen unser Haar und hüllen uns in verführerischen Duft. Wir fühlen uns sexy, sinnlich und feminin - und das ist auch gut so!

Was also bedeutet es eine Frau zu sein?

Wir stellen fest: Noch nie war es schwieriger eine Frau zu sein als heute. Wir geben uns selbst Regeln, Bestimmungen und Anforderungen vor, die kaum zu erfüllen sind. Dabei bedeutet eine Frau zu sein eigentlich nichts anderes, als das zu sein, was man ist. Die Freiheit zu genießen, das zu tun, worauf man Lust hat. Wir sind Alphamädchen und haben Schwächen. Wir wollen begehrt werden, sind tough und manchmal brauchen wir eine starke Schulter zum Anlehnen. Wir wollen uns sexy fühlen und schmeißen uns in verführerische Outfits und trotzdem wollen wir nicht nur auf unsere Äußeres reduziert werden. Die Frau von heute will nämlich exakt eins: die Freiheit, sich selbst zu verwirklichen.

von gofeminin