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Liebe & Psychologie

Loverboy: Das sollte jeder über die gefährliche Masche wissen

Fiona Rohde
von Fiona Rohde Veröffentlicht am 7. Dezember 2018
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Ein Loverboy ist zunächst der nette Junge, der einem Mädchen oder einer jungen Frau die große Liebe vorgaukelt. Und irgendwann wendet sich das Blatt. Mittels Manipulation, Isolation vom Umfeld und manchmal auch mit Hilfe von Drogen schafft er es, die junge Frau zur Prostitution zu bringen.

Liest man von der Masche der so genannten Loverboys, ist man fassungslos. Und denkt ungläubig: Wie kann das sein, dass eine junge Frau für ihren Partner anschaffen geht? Den Mann, von dem sie denkt, dass er sie liebt? Wie in aller Welt hat er sie dazu gebracht? Es erscheint so widersinnig - und passiert dennoch viel zu oft.

Die Masche des Loverboys

Meist fängt es ganz normal an. Ein junges Mädchen lernt einen jungen Mann kennen, beide nähern sich an, sie verliebt sich und beide werden ein Paar. Er ist aufmerksam, fürsorglich und liebevoll - der perfekte Freund, die große Liebe. Was dann passiert, ist aus der Außenperspektive kaum zu verstehen, ist aber psychologisch sehr wohl erklärbar. Denn der Loverboy nutzt das Vertrauen und die Zuneigung seiner neuen Freundin schamlos aus. Hat er sie erst einmal in sich verliebt gemacht und sie verführt, dann folgt Stufe zwei des perfiden Plans.

Jetzt beginnt der neue Freund von Geld zu reden, genauer gesagt: von seinen großen Geldsorgen. Oder er behauptet, dass beide Geld bräuchten, also sie und er, um ihre Liebe und ihren Traum leben zu können. Auf jeden Fall steht ab da das Thema Geld ganz oben auf der Liste. Bis der Loverboy seiner junge Partnerin irgendwann den Vorschlag unterbreitet, dass sie - natürlich zeitlich begrenzt und auch nur, weil es nicht anders geht - anschaffen gehen soll. Das sei die einzige Lösung, um schnell an das Geld zu kommen und danach endlich glücklich sein zu können.

​Natürlich wird jedes junge Mädchen davor zurückschrecken, sich - für wen auch immer - zu prostituieren. Schon gar nicht für den, den man liebt. Schließlich schlägt ausgerechnet der Mann, der einen beschützen und lieben sollte, der doch eigentlich eifersüchtig auf seine Freundin aufpassen sollte, vor, ihren Körper zu verkaufen. Aber die Masche funktioniert leider immer wieder.

Emotional abhängig

Es ist die Mischung aus Liebe und Zuneigung und dem Traum von der großen Liebe, von emotionaler Abhängigkeit und andauerndem Druck, dem die Mädchen letztendlich nachgeben. Ständig kommt das immer gleiche Thema auf den Tisch. Ständig wird die Partnerin unter Druck gesetzt. Bis sie schließlich einknickt. Um ihrem Partner zu zeigen, wie sehr sie ihn liebt und dass sie ihm helfen möchte, sagt sie schlussendlich ja und schläft mit anderen Männern für Geld.

Alles im Glauben daran, dass es ja nur um ein paar Mal oder ein paar Wochen gehen würde, bis das Geld eben zusammen gekommen wäre. Danach wäre dann alles perfekt für ihre große Liebe und das Leben zu zweit. Oft kommen jetzt auch Drogen ins Spiel, um dem Mädchen die Scheu und die Hemmungen zu nehmen und es gefügig zu machen.

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Abschottung und Täuschung

Natürlich fragt man sich gerade bei minderjährigen Mädchen, weshalb das Umfeld nichts unternimmt. Doch auch da funktioniert die Masche der Loverboys. Zum einen sorgen sie am Anfang der Beziehung dafür, dass das Mädchen sich bei ihren Eltern nichts zu Schulden kommen lässt, sondern alles so elternkonform läuft, dass diese nichts gegen die Beziehung haben. Bärbel Kannemann von der Initiative "No Loverboys e.V." kennt die Masche nur zu gut. "Loverboys achten darauf, dass die Mädchen pünktlich wieder zu Hause sind und die Schulaufgaben gemacht werden", sagt sie in der ARD-Doku "Verliebt, verführt, verkauft", die unlängst im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Und so merkt das Umfeld zunächst gar nichts.

Dann kommt der Bruch. Geht das Mädchen nämlich irgendwann für den Loverboy anschaffen, ist der Kontakt längst abgebrochen, und zwar nicht nur der zum Elternhaus, sondern auch zu Freunden und dem gesamten sozialen Umfeld. Diese Isolation sorgt dafür, dass das Mädchen für alle alten sozialen Kontakte nicht mehr erreichbar ist. Und auch die Scham über das, was sie getan haben, sorgt dafür, dass die Mädchen sich nicht mehr trauen, sich ihren Eltern oder ihren Freunden anzuvertrauen. Der Plan des Loverboys ist aufgegangen.

Wie kann man sich oder seine Tochter vor einem Loverboy schützen?

Gerade junge Mädchen im Teenageralter geraten in die Fänge der Loverboys. Sie sind noch unerfahren und somit leichtgläubiger und leichter zu manipulieren. Deshalb setzt eine Aufklärungskampagne darauf, Eltern und Jugendliche für das Thema zu sensibilisieren.

Es gibt mehrere Initiativen die in Schulen Aufklärungsarbeit leisten oder auf ihren Internetportalen über die Masche informieren und erklären, welche frühen Anzeichen es gibt, an denen man erkennt, dass die große Liebe eigentlich ein mieser Zuhälter ist. So gibt es beispielsweise die niederländisch-deutsche Website "StopLoverboys" oder die Initiative "No Loverboys e.V.", die sich unter anderem für mehr Aufklärung in Schulen einsetzt.

Tipp: Die Doku "Verliebt, verführt, verkauft" ist noch bis 14.2.2019 hier in der Mediathek von ARD zu sehen.

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