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Liebe & Psychologie

Weniger Stress: So schraubst du deine Ansprüche an dich selbst runter

Inga Back
von Inga Back Veröffentlicht am 11. Januar 2019
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Manchmal ist es gar nicht unser Alltag, der so furchtbar stressig ist. Das, was den Stress verursacht, sind die Ansprüche, die wir an uns selbst stellen. Damit du stressfreier, gelassener und zufriedener durchs neue Jahr kommst, haben wir einige unschlagbare Tipps für dich.

Unsere innere Perfektionistin kann uns das Leben ganz schön schwer machen. Natürlich hat jede ihre eigene Vision davon, wie ihr Leben aussehen soll. Überzogene Ansprüche helfen dabei aber gar nicht. Sie hindern uns eher daran zum Ziel zu kommen. Schließlich kostet alles viel mehr Zeit und Energie - und manchmal sogar Geld - wenn es unbedingt perfekt sein muss.

Es wird Zeit, dass wir diesem unnötigen Stress ein Ende machen und unser Leben wieder genießen. Ein zusätzlicher Bonus ist, dass wir diese neue Fähigkeit, gelassen zu bleiben, dann auch an die nächste Generation und vielleicht sogar unsere Umwelt weitergeben können. Es gibt also gleich doppelt Grund dazu, die eigenen Ansprüche einen Tick herunterzuschrauben.

Schritt 1: Filtere heraus, was wirklich "wichtig" ist

Der größte Stress entsteht meistens dann, wenn wir viele Dinge erledigen wollen, von denen wir glauben, dass sie super wichtig sind. Und wo Zwang ist, entsteht auch Stress. Aber müssen wir wirklich gekocht haben, bevor die Kinder aus der Schule kommen? Müssen wir den Backofen saubermachen, bevor die Schwiegereltern zu Besuch kommen?

Würden wir diese Fragen einem Außenstehenden stellen, würde dieser vermutlich einfach anfangen zu lachen. Deshalb: Stellt euch selbst die Frage, ob ihr etwas wirklich erledigen müsst, oder ob da nicht ein überzogener Anspruch an euch selbst dahinter steckt. Euren Kindern wird es überhaupt nicht schaden, wenn sie eine halbe Stunde später zu Mittag essen und wenn die Schwiegereltern euren Ofen kontrollieren, haben diese Leute ein Problem und nicht ihr.

Schritt 2: Entwickle Mitgefühl für dich selbst

Nachdem wir herausgefiltert haben, was wirklich wichtig ist, dürfte die To-do-Liste schon deutlich kürzer ausfallen. Die Anzahl unserer To-dos ist jedoch nur die halbe Miete. Wir sind nämlich auch Meisterinnen darin, streng mit uns selbst umzugehen, weil wir die Dinge vermeintlich nicht gut oder schnell genug erledigt haben.

Wir würden niemals mit anderen Menschen so streng sprechen, wie wir es ständig mit uns selbst tun. Erledigen wir eine Aufgabe zu 80%, ärgern wir uns über die fehlenden 20%. Hätte jemand anders die Aufgabe erledigt, würden wir uns einfach freuen, dass der Großteil der Arbeit geschafft ist.

Die Welt ist niemals Schwarz oder Weiß. Wenn wir eine Aufgabe nicht ganz geschafft haben, dann gab es mit Sicherheit einen Grund dafür. Diesen Grund sollten wir als mildernde Umstände für uns selbst in Betracht ziehen. Redet euch deshalb gut zu und seid stolz darauf, dass ihr so viel geschafft habt, trotz der widrigen Umstände.

So stresst ihr nicht nur euch selbst weniger. Es sorgt auch dafür, dass ihr weniger streng mit anderen seid. Eure Partner, Kinder und generell eure ganze Umwelt werden es euch danken.

PS: Wenn euch partout keine Erklärung einfallen will, warum ihr eine Aufgabe nicht geschafft habt, könnte das ein Hinweis dafür sein, dass ihr überkritisch mit euch seid. Es kann sehr gut sein, dass jeder andere Mensch euch bescheinigen würde, dass ihr eure Aufgabe mit Bravur gemeistert habt. Auch wenn ihr selbst unzufrieden seid. Versucht die Sache aus der Perspektive eines anderen zu betrachten, bevor ihr ein Urteil über eure Leistung fällt.

Schritt 3: Leg dir ein Mantra zu

Manchmal hilft es, wenn wir uns für solche Situationen ein Mantra zulegen. Wann immer wir unter Stress geraten, können wir dieses dann wiederholen. Dieses Mantra muss gar nicht philosophisch sein. Ein einfaches "Wer sagt eigentlich, dass..." genügt. Das hilft dabei, Gelassenheit zu bewahren.

Möglicherweise deckt ihr dabei sogar einige Denkweisen auf, die euch nicht gut tun. Denn wer sagt euch, dass ihr etwas tun müsst? Die Gesellschaft, Religion, die eigene Mutter? Vielleicht schafft ihr es durch dieses Mantra, diese Stimme in eurem Kopf ein für alle mal stillzulegen.

In jedem Fall wird euch das Mantra aber daran erinnern, Ansprüche und Erwartungen an euch selbst im Zaum zu halten. Ein paar schöne Beispiele für gute Mantras sind: "Que sera sera", "Hakuna Matata" oder auch das kölsche "et es wie et es" ("Es ist, wie es ist").

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