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Liebe & Psychologie

Aus Männersicht: Warum du aufhören solltest, dich mit anderen zu vergleichen

von Fiona Rohde Veröffentlicht am 7. Oktober 2019

Die schöne neue Welt der sozialen Netzwerke kann unser eigenes Leben manchmal ganz schön grau aussehen lassen. Warum wir aufhören sollten, uns mit anderen zu vergleichen und welche fünf Strategien dir dabei helfen können – diesmal aus Männersicht von unserem Gastautor Chris Bloom.

Unser Gastautor ist Chris Bloom, Podcaster, Mentor und Coach im Bereich Mindfulness, Selbstliebe und Authentizität. Ihr findet ihn auf Instagram und unter www.chrisbloom.de. Er schreibt für uns über Themen wie Verletzlichkeit, Achtsamkeit, Authentizität, Mindfulness und Selbstliebe - alles aus der Sicht eines Mannes.

Social Media und das Leben der Anderen

Hand aufs Herz - kennst du das auch? Wir stöbern auf Social Media herum, sehen uns all’ die wundervollen Posts an und ertappen uns dabei, wie wir uns konstant vergleichen. Wie oft hast du schon gedacht "Die Beziehung meiner Freundin sieht glücklicher aus als meine." Oder "Sie hat einen besseren Körper als ich"?

Wir neigen dazu, in den negativen Gedankenstrudel hineinzuschlittern und uns darin zu suhlen, bis wir am Ende den Menschen in unserem Leben die Schuld für unser vermeintlich missliches Dasein zusprechen. Vielleicht sogar so lange, bis wir alleine dastehen.

Was fühlst du, wenn du wieder einmal dein Handy in der Hand hältst, auf Social Media scrollst und dein übliches, bereits gewohntes "Ich vergleiche mich mit allem, was nicht bei drei auf dem Baum ist-Programm" abläuft? Irgendwie schleicht sich nach dem Schließen der App ein deprimierendes, leeres oder vielleicht auch brennendes Gefühl ein, oder?

Warum wir uns schlecht fühlen, wenn wir uns vergleichen

Doch woher kommt dieses Gefühl eigentlich? Es entsteht aus einem wahrgenommen Mangel, welches aus der Lücke zwischen dem, was jetzt IST und der Erwartung, die du an dich selbst stellst, wächst. Dieses Gefühl, Erwartungen erfüllen zu müssen, setzt sich aus erlernten Mustern, Ängsten und Verpflichtungen zusammen. Dabei spielen Projektionen unserer Eltern, der Gesellschaft und den Medien eine Rolle. Wir eifern einem "perfekten" Bild hinterher, das unsere Gesellschaft als "gut" beziehungsweise "normal" identifiziert hat.

Allerdings spürst du doch manchmal ganz tief in dir drin, dass das nicht alles sein kann, stimmt´s? Du gelangst immer häufiger zu der Erkenntnis, dass das Leben, das dir von der Gesellschaft auferlegt wird, nicht mit dir im Einklang steht. Es fühlt sich einfach nicht richtig an.

-> Auch lesen: Schluss damit! Wieso manche Menschen GIFT für dich sind & wie du mit ihnen umgehst

Die gute Nachricht ist: Du bist nicht die einzige Person, die sich so fühlt!

Ich erinnere mich noch daran, wie ich mich mit meinen Freunden verglichen habe oder mich schlecht gefühlt habe, nachdem ich meine Social Media Apps geschlossen habe. Letztendlich ist mir bewusst geworden, dass ich überhaupt nicht wusste, was mir Freude macht. Stattdessen wollte ich das Leben eines Anderen leben, weil ich mir selbst nicht geben konnte, was ich brauchte. Ich wollte mich über jemand anderen fühlen.

Was also tun? Es ist wichtig zu verstehen, dass wir dazu neigen, unseren Selbstwert davon abhängig zu machen, wie andere Menschen uns sehen UND nicht, wie wir uns selbst sehen. Aber: "Nobody is perfect": Es gibt niemanden in der Welt, der alles perfekt kann. Du bist perfekt, indem du dich so annimmst und liebst, wie du bist. Mit all‘ deinen Mustern, Emotionen, Gefühlen und Gedanken.

Die folgenden fünf Wege basieren auf meinen eigenen Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren sammeln durfte. Wenn wir freier leben, fühlen wir uns erfüllter und reagieren selbstbewusst(er) auf unser Außen. Wir sind glücklicher.

5 Wege, wie du aufhörst dich mit anderen zu vergleichen:

  • Definiere, was Glück für dich bedeutet und was dich wirklich erfüllt. Wenn wir uns vergleichen, fühlen wir uns schlecht(er). Daher definiere einmal, was Glück wirklich für dich bedeutet – und zwar für alle Bereiche: Emotional, spirituell, mental, körperlich und finanziell. Wenn du nicht definierst, was für dich Glück ist, dann wirst du IMMER andere Menschen als Standard deiner Projektion wählen. Noch schlimmer: Du wirst dich immer schlecht(er) fühlen, weil du kein Selbstbild deines Glücks hast, sondern dem deines Außen hinterherläufst.

  • Dankbarkeit. Sie ist das effektivste und einfachste Mittel, um glücklicher im Leben zu sein. Mit Dankbarkeit erkennen wir den Reichtum in unserem Leben. Wenn du jeden Morgen und Abend für mindestens fünf Dinge dankbar bist, kann sich Glück und Fülle in deinem Leben entfalten. Frage dich also, für was du dankbar bist. Vielleicht für die Sonne, die morgens scheint oder die warme Dusche, die nach einem langen Tag im Büro auf dich wartet. Es gibt so viele Dinge, für die wir dankbar sein können.

-> Auch lesen: Todsünde Neid: Warum wir neidisch auf andere sind & wie wir davon loskommen

  • Wertschätze deine eigenen Stärke. Unsere Wahrnehmung und unser eigener Vergleich hinkt oftmals. Wir vergleichen uns immer wieder mit Menschen, die in einem ganz anderen Bereich erfolgreich sind oder die viel – viiiiiel – weiter (im Sinne von Erfahrung) sind als wir. Wenn du deine eigenen Stärken kennst, kannst du den Vergleich auf dieser Ebene bzw. in diesem Bereich einschränken.

  • Zusammenarbeit anstatt Konkurrenz. Wir tendieren häufig dazu, nicht mit Konkurrenten zusammenarbeiten zu wollen. Grundsätzlich neigen wir dazu, uns intensiv mit Menschen zu vergleichen, zu denen wir in Konkurrenz stehen. Vielleicht hast du dich auch schon dabei ertappt, dass du dich heimlich mit einer Freundin vergleichst? Jeder Vergleich kreiert einen Mangel in dir. Jeder Moment, in dem du denkst, dass du mit ihr in Konkurrenz steht, vergrößert deinen Mangel. Dieser Mangel wiederum schmälert deine Liebe zu dir. Anstatt dich zu vergleichen, frag doch genau diese Person danach, ob sie mit dir zusammenarbeiten möchte. Vielleicht fragst du sie aber auch danach, was ihr geholfen hat, um dorthin zu kommen, wo auch du hin möchtest. Mach ihr ein Kompliment.

  • Was kann ich aus dieser Erfahrung lernen? Frag‘ dich bei jeder Erfahrung in deinem Leben, was du aus dieser lernen darfst. Wenn wir aus unseren Fehlern lernen, können wir uns das nächste Mal bewusst für eine andere Richtung entscheiden, wenn es kompliziert wird. Wenn wir nicht lernen, werden wir uns nicht anders fühlen können. Die Vergleiche werden uns weiterhin im Nacken sitzen und wir werden uns dabei erwischen, wie wir uns mit der Zeit nur noch selbst zermürben.

Ich lade dich hiermit ein, dir Zeit für dich zu nehmen und vielleicht den ein oder anderen oben beschriebenen Weg einmal für dich auszuprobieren. Letztendlich haben wir alle selbst in der Hand, unser Leben zu verändern. Du selbst triffst die Wahl zu einem erfüllten und glücklichen Leben.

10 Dinge, die du machen kannst, um dein Selbstbewusstsein zu stärken:

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