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Liebe & Psychologie

Schluss mit dem Gezicke! Warum wir Frauen aufhören sollten, gemein zueinander zu sein

von Fiona Rohde Veröffentlicht am 4. April 2014

Neid, Geläster, Intrigen: Lasst uns aufhören mit dem fiesen Getue!



Frauen können grausam sein: Sie lästern hinter dem Rücken anderer, bilden Gruppen, verurteilen das Leben ihrer 'Freunde' oder sagen gemeine Dinge zueinander. Dabei ist das Leben doch ohnehin schon mit genügend Stolpersteinen voll - wir müssen so viele Entscheidungen treffen, unser Leben organisieren, wir verdienen weniger Geld als Männer, haben unsere Periode und sind von überzogenen Schönheitsidealen umgeben.

​Warum müssen wir uns bei diesen widrigen Gegebenheiten gegenseitig das Leben noch schwerer machen anstatt uns zu unterstützen? Oftmals spielt Neid eine große Rolle bei diesen Verhaltensmustern. Und für manche ist es vielleicht auch einfacher, etwas Schlechtes über eine andere Person zu sagen, als das Gute in ihr zu sehen. Klingt traurig. Ist es auch. Aber was auch immer dafür sorgt, wir sollten damit aufhören und daran arbeiten, nett zueinander zu sein und zusammenzuhalten. Davon haben wir alle mehr, als uns gegenseitig mit Lästereien und Intrigen zu beschränken. Frauen-Power kommt schließlich nicht von alleine!

Keine Schmipfwörter

Andere Frauen eine 'Hure', 'Schlampe' oder ein 'Flittchen' zu nennen, nur weil sie mit mehr Typen geschlafen hat als man selbst oder einen knappen Kleidungsstil bevorzugt? Was bei vielen an der Tagesordnung steht, ist ziemlich gemein, denn es ist nicht nur verletzend, sondern auch unreif und unhöflich. Und es lässt darauf schließen, dass man entweder ziemlich intolerant oder frustriert ist. Jeder hat schließlich das Recht, zu machen, wonach ihm der Sinn steht - und wenn das bedeutet, auf einer Party nach einer halben Stunde mit einem Typen rumzuknutschen. Man lebt nur einmal!

Den Lebenstil anderer be-/ verurteilen

Die Wohnung ist unordentlich, sie ist nach sieben Jahren immer noch nicht verheiratet, sie fahren fünfmal im Jahr in den Urlaub - was für viele Grundlage für eine fette Lästerparty ist, ist für andere Menschen einfach ihr wahrer Lifestyle. Und wahrscheinlich sind sie glücklich so! Man sollte nie vergessen, dass es meist der eigene Neid, der eigene Kontrollzwang oder die eigene Unzufriedenheit sind, die uns über solche Dinge herziehen lassen. Auch hier ist Toleranz wieder das Zauberwort. Warum erheben und erdreisten wir uns, das Lebensmodell anderer Frauen zu beurteilen, als wüssten wir, wie das Leben am besten funktioniert?!

Lästern

Okay, ich verstehe das, manche Dinge gehören einfach zum Leben dazu - Lästern ist so eins. Und wahrscheinlich ist es bis zu einem gewissen Grad auch okay, weil es zum sozialen Leben und der Kommunikation dazugehört. Das sollte aber nicht bedeuten, dass wir jeder Frau, die wir neu kennenlernen, feindselig gegenübertreten, ihr ins Gesicht grinsen und danach ihren Körper und ihre Kleider nach Makeln absuchen, um sich dann wie Hyänen mit anderen daraufzustürzen. Wenn man sich mal verinnerlicht, wie schön es ist, wahre Freundinnen zu haben, die einen mögen wie man ist, dann sollte man offen sein für neue Bekanntschaften - wenn man offen durch die Welt geht, könnte sie deine zukünftige Vertraute sein.

Andere von der Clique ausschließen

Stutenbissigkeit ist ein Phänomen, das es im Job und im Privaten gibt. Viele wollen keine neuen Frauen in ihren 'inneren Kreis' lassen. Dabei ist es schade, wenn man von vornherein die Chance verpasst, neue Freundschaften zu schließen, weil man seine Clique freihalten will von 'Eindringlingen'. Die Mittel: Es werden Gerüchte gestreut und über Frauen, die man nicht kennt, heißt es, man möge sie nicht. Dass so etwas bei erwachsenen Menschen passiert, sollte einen wirklich zum Nachdenken anregen! Macht euch doch eure eigene Meinung über jemanden. Man fühlt, ob man jemanden mag - man hört es nicht!

Geheimnisse weitertratschen

Wenn uns eine Frau - ob wir eng mit ihr befreundet sind oder nicht - ein Geheimnis anvertraut, dann hat das etwas mit Vertrauen zu tun. Und es ist eine Frage der Ehre, dass man intime Details und Probleme anderer Menschen nicht weitertratscht und sich mit dieser Story schmückt. Wir müssen nicht aufgrund unseres gleichen Geschlechts generell solidarisch mit allen Frauen dieser Erde sein, aber gerade wenn sie uns Vertrauen schenken, sollen wir es nicht ausnutzen, weil es ein ziemlich übler Zug ist - und eine Ohrfeige für das Selbstbewusstsein derjenigen, die sich geöffnet hat.

Wer hat wen betrogen?

Natürlich ist man sauer, wenn man den Freund ausgespannt bekommt oder den Ex mit einer Neuen sieht: Beschissene Situation, verletzte Gefühle und so viel Hass! Das Problem ist nur: Es ist so ungerecht, allein die fremde Frau zu verurteilen und den Typen außen vor zu lassen - schließlich hat er euch beschissen und seine verdammte Pflicht verschlafen, euch gegenüber treu und loyal zu sein. Wenn er eure Gefühle verletzt - warum sollte irgendein Mädchen darauf Rücksicht nehmen, dass ihr Neuer schonmal eine Beziehung hatte?! So ist das Leben!

Über den Freund der Freundin lästern

Über den Freund oder Schwarm der Freundin zu lästern ist nicht nur gemein, sondern vor allem egoistisch. Wenn man seiner Pflicht als Freundin nachkommen würde, würde man sich mit seiner Freundin freuen - keiner weiß doch, was die beiden hinter verschlossenen Türen für ein süßes, verliebtes, glückliches Paar sind. Also aufhören, ihr irgendwelche Flöhe ins Ohr zu setzen, dass er nicht der Richtige sein könnte.

Die Körper-Jury

Die Figur anderer Frauen zu beurteilen, zeugt meistens von sehr viel Unsicherheit. Wenn eine Frau sich wohl fühlt und gerne kurze Röcke trägt, obwohl sie Cellulite hat, dann ist sie ziemlich cool. Und wir sitzen nicht in der Körperjury, die andere als fett bezeichnen sollte. Es ist nicht unser Job, andere zu beurteilen und zu kritisieren, damit sie sich wegen ihres Aussehens schlecht fühlen. Wir sollten erstmal damit anfangen, uns selbst wohlzufühlen.

Das gilt übrigens genauso für sehr dünne Frauen. Die Figur ist für fast alle Frauen ein hochsensibles Thema und das letzte was man brauchen kann, ist jemand, der einen daran erinnert, dass man nicht aussieht wie Kate Upton.

Wenn wir mit diesen Dingen anfangen, dann ist das ein riesiger Schritt für alle Frauen. Wenn wir uns Komplimente machen und doch ehrlich zueinander sind, wenn wir uns anlachen und das Gute an uns sehen - dann stehen der Frauen-Power goldene Zeiten bevor. Das Rezept: Seid nett zueinander. Seid gute Menschen. Und lasst euch überraschen, was passiert.

von Fiona Rohde

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