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Liebe & Psychologie

Deshalb müssen wir aufhören Singles zu bemitleiden

von Fiona Rohde Veröffentlicht am 26. August 2019

Singles muss man nicht mitleidig ansehen wie eine Horde ungewollter Tierheimhunde. Denn - das zeigt eine aktuelle Studie - mehr als zwei Drittel entscheiden sich ganz bewusst dafür, alleine durchs Leben zu gehen. #SingleNotSorry

Es ist leider immer noch so, dass man vielerorts als Opfer gilt, wenn man solo ist. Auf Hochzeiten, bei Oma und Opa, bei Ehemaligentreffen und Pärchenabenden. Irgendwie scheint alle Welt zu glauben, man wäre nur zu zweit lebensfähig und alleine ein trauriges Häuflein Elend. Aber warum muss das Leben automatisch ein komplettes Desaster ohne Partner sein? Wer genau hat das jemals festgelegt?

Deshalb ist die aktuelle Umfrage von Tinder auch so erfreulich, weil sie zeigt: Es gibt auch ein Leben jenseits einer Beziehung. Und das ist gar nicht mal so schlecht. Und es muss auch nicht einsam sein. Ganz im Gegenteil. Dating ist so leicht geworden, dank all der Dating-Apps, dank sozialer Netzwerke und Co. Da lernen Singles sogar weit mehr interessante Menschen kennen als so manch dauerliiertes Superpärchen.

Keine Kompromisse

Die Befragung von 500 deutschen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren fand im Auftrag von Tinder durch das Meinungsforschungsinstitut M Booth statt. Und sie zeigt recht deutlich: Von Single-Blues keine Spur. Ganze 73 Prozent der Singles sagten nämlich aus, dass sich das Single-Sein positiv auf viele Lebensbereiche auswirkt.

Auch wenn die Liebe eine wunderbare Sache ist - das Singledasein hat eben auch Vorzüge. Man muss keine Kompromisse machen, sondern kann zu jedem Zeitpunkt frei entscheiden, wo es im Leben hingehen soll. Dieses Gefühl ist vielen absolut wichtig geworden. Vielleicht sogar so wichtig, dass Selbstbestimmung und die eigene Freiheit höher gewertet wird als ein fester Lebenspartner.

Alles nur Egozentriker?

Klar, kann man jetzt auch negativ sein, und sagen: Die jungen Leute heutzutage sind nicht mehr wirklich beziehungs- und kompromissfähig. Sie sind egozentrisch und wollen, dass sich alles nur um sie dreht. Aber man kann es auch positiv ausdrücken: Sie lassen sich nicht beirren und können auch gut alleine ihren Weg gehen. Und sie müssen nicht mehr in einer Partnerschaft oder Ehe bleiben, um durchzukommen, und können deshalb offen entscheiden, ob ihnen jemand gut tut oder nicht.

Single-Sein ist mehr als nur die Phase nach der letzten oder vor einer neuen Beziehung. Vielmehr ist es eine bewusste Entscheidung für einen Lebensstil.
Das war, wenn man mal zurückdenkt, in früheren Zeiten nicht möglich - zumindest nicht für uns Frauen. Denn ohne Mann waren die Frauen in den 50er und 60er Jahren aufgeschmissen. Ein eigener Job, eine eigene Karriere war gar nicht vorgesehen. Die Ehe war eine soziale und gesellschaftliche Absicherung für die meisten Frauen. Da auszubrechen und sein eigenes Ding zu machen, ist also auch ein Stück Emanzipation und eine Freiheit, die sich Frauen erkämpft haben.

Das zeigt ein Stück weit auch die aktuelle Umfrage. So haben mehr Frauen (34%) als Männer (30%) gesagt, dass es das Freiheitsgefühl ist, das sie am Single-Status reizen würde. Und ihnen geht es dabei vor allem um Selbstfindung. Mehr als die Hälfte der weiblichen Befragten hat sich bewusst gegen eine Partnerschaft entschieden, um sich mehr auf sich und die eigenen Bedürfnisse konzentrieren zu können.

#SingleNotSorry

Wenn es heute vielen Singles wichtig ist, eigene Entscheidungen zu treffen, unabhängig zu sein und Karriere zu machen, dann kann man das also auch durchaus positiv werten. Das zeugt nicht automatisch von einer Ich-Ich-Ich-Einstellung, die kein Miteinander mehr kennt, sondern von einer selbstbewussten Eigenständigkeit.

Wir entscheiden heute, wer zu uns auf die Couch (und ins Bett) darf. Wir können uns ernähren und auch als alleinerziehende Mutter einen super Job machen. Nicht immer ein Zuckerschlecken, aber wenn es menschlich und gefühlstechnisch eben nicht mehr geht in einer Beziehung, die einzig richtige Lösung. Und diese Freiheit hatten wir Frauen so nicht immer.

Eine Frage des Alters?

Natürlich muss man hier auch berücksichtigen, dass die Befragten der Studie zwischen 18 und 25 Jahre alt waren. Und da ist schon klar: Gerade in dieser Zeit sucht man sich seinen Weg im Leben, entscheidet über den beruflichen Werdegang und kann die Gedanken an Kinder, Haus und Ehe erstmal auf die lange Bank schieben. Jüngere Singles nutzen die Solo-Phase eher dafür, ihre eigenen Träume und Ziele zu verfolgen. Unter 35 bis 40-Jährigen wäre die Umfrage sicherlich anders ausgefallen.

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