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Liebe & Psychologie

Bloggerin Marie fragt sich: Ich finde mich toll, warum bin ich Single?

von Gastbloggerin Veröffentlicht am 1. Juli 2018
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Unsere Gast-Autorin Marie war lange Zeit Dauersingle. Ihre Erfahrungen und Erkenntnisse teilt sie deshalb mit anderen Singles in ihrem Blog und Podcast "Frag Marie". Auch sie stellte sich lange Zeit die Frage: Warum bin ausgerechnet ich noch Single? Eigentlich bin ich doch gar nicht so übel. Hier ihre Erkenntnisse aus dieser Zeit.

Meine Freunde haben mir versichert, ich sei ein Sechser im Lotto. Trotzdem blieb mein Wunsch nach einem Partner jahrelang unerfüllt. Was stimmt nicht mit mir? Was mache ich bloß falsch? – Diese Fragen habe ich mir als Single sehr oft gestellt und habe einfach nicht gesehen, dass ich mir die ganze Zeit selbst im Weg stehe.

Das Thema unerfüllter Partnerwunsch war mir als Dauersingle äußerst unangenehm. "Hoffentlich fragt mich niemand nach meinem Beziehungsstatus", dachte ich mir oft. Meine Situation war mir geradezu peinlich, wenn ich ehrlich bin. Denn ich kam mir oft vor, als ob etwas nicht mit mir stimmt. Ich habe mich dafür geschämt, wenn ich sagen musste, dass ich schon ein paar Jahre Single bin. Vor meinem geistigen Auge sah ich, nur bei dem Gedanken an diese Frage, bereits die verständnislosen und mitleidigen Blicke.

Dabei wünschte ich mir ja eine Beziehung. Ich war kein überzeugter Dauersingle, ich wollte jemanden an meiner Seite, mit dem ich das Abenteuer Leben gemeinsam bestreiten kann. Das volle Programm eben, von gemeinsamer Weltreise bis zu Haus, Kind und Hund.

Die Angst für immer Single zu bleiben

Ich hatte das Gefühl meiner Situation machtlos ausgeliefert zu sein. Was, wenn das für immer so bleibt? Statt Tatort beschäftigte mich Sonntagabend vor allem die Sorge für immer Single zu sein. Denn vor allem fühlte ich mich hilflos. Man liest ja immer wieder: "Man muss sich nur genug selbst lieben" oder "Mann muss erst sich selbst lieben, bevor es jemand anderes kann". Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass es mir an Selbstliebe mangelte. Ich mochte mich und mein Leben und war überzeugt: Ich bin toll!

Warum sieht keiner, wie toll ich bin?

Mein Siegel "Traumfrau" schien für die Männerwelt unsichtbar. Bin ich doch nicht so toll, wie ich dachte? Bin ich zu anspruchsvoll oder gar beziehungsunfähig? Auf Nachfrage bestätigten mir meine Freunde immer wieder, dass ich ganz normal sei und sie auch nicht verstehen, warum ich einfach kein Glück in der Liebe habe. Ich solle nur Geduld haben, der Richtige kommt schon noch.

Gut, also einfach weiter warten und bis dahin das Leben genießen. Das machte ich auch eine Zeit lang, aber irgendwie war dieses Vorgehen frustrierend für mich. Schließlich ging ich langsam aber sicher auf die 30 zu und hatte ja noch so viel vor mit meinem zukünftigen Partner.

Kann denn Single Zufall sein?

Einstein hat einmal gesagt: "Die Definition von Wahnsinn ist, wenn man immer wieder das Gleiche tut, aber andere Ergebnisse erwartet." Motiviert von diesen inspirierenden Worten machte ich mich auf die Suche nach Antworten: Wie viel Zufall ist dran am Glück in der Liebe? Was macht eine erfolgreiche Partnersuche aus? Und fand Antworten.

Heute weiß ich, was die Psychologie schon sehr lange Zeit vor mir wusste: Singles sehen oft nicht, dass sie sich meist selbst im Weg stehen. Diese, vielleicht im ersten Moment anmaßende Aussage, kann ich aus heutiger Sicht für meine Person bestätigen. Ich stand mir selbst im Weg, habe es aber einfach nicht gesehen. Und das obwohl ich mich selbst für sehr reflektiert hielt.

Ich bin Single – hol mich hier raus!

Dieses "sich selbst im Weg stehen" mag erstmal ganz schön provokant klingen. Es geht dabei auch weniger um die Schuldfrage, als vielmehr um die erfreuliche Tatsache, dass wir selbst es sind, die unser Glück in der Hand haben. Wir sind dieser Situation nicht machtlos ausgeliefert, wir haben durchaus eine Wahl sowie Möglichkeiten unser Schicksal positiv zu beeinflussen.

Es gibt nicht den einen Grund, warum jemand ungewollt Single ist. Unser Verhalten, die eigenen Gedanken und Gefühle sind das Ergebnis einer Vielzahl von Gründen, die für unser Bewusstsein oft nicht ersichtlich sind, wie zum Beispiel: Erfahrungen aus der Vergangenheit, unbewusste Angst vor Nähe, unbewusste Missverständnisse über Liebe und Beziehung.

Nichts muss so bleiben, wie es ist

Glücklicherweise verbindet alle Gründe die Eigenschaft, dass man etwas gegen sie unternehmen kann. Nichts muss so bleiben, wie es ist, nur weil es bisher so war. Und am Ende wirst du feststellen, dass es die Mühe wert war. Oder um es in Einsteins Worten zu sagen: Es ist leichter Probleme zu lösen, als mit ihnen zu leben.

Über die Autorin: Maries Herzensangelegenheit ist das Thema Single-Sein und "wie man da wieder rauskommt". Sie war selbst jahrelang Dauersingle und hätte sich viele Erkenntnisse schon früher gewünscht. Single-Sein ist kein Zufall – davon ist Marie überzeugt. Ihre Erkenntnisse gibt sie in ihrem Blog und Podcast "Frag Marie" weiter. Im Rahmen ihres 6-wöchigen Online-Coaching-Programms unterstützt sie zudem Frauen dabei ihre Situation zu ändern. http://frag-marie.de/

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