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Liebe & Psychologie

Jetzt bin ich dran! Warum ein bisschen Egoismus manchmal ganz gut ist

von Fiona Rohde Erstellt am 24. September 2014
© Getty Images

Getreu dem Motto: "Wenn jeder an sich denkt, ist an jeden gedacht" laufen Egoisten durch die Welt, nehmen sich das größte Stück vom Kuchen und die praktischste Parklücke vorm Supermarkt. Ihre Sorge und Liebe gilt vor allem sich selbst. Pfui! ... oder doch nicht?

Vorab: Von eingefleischten Egomanen, die sich auf Kosten anderer durchs Leben drängeln, soll hier nicht die Rede sein. Aber: Wir wollen aufräumen mit dem Vorurteil, dass nur diejenigen "gute" Menschen sind, die sich selbst ständig zurücknehmen. Ein bisschen Egoismus ist manchmal ganz gesund! Und kommt, so paradox es klingen mag, am Ende auch den Mitmenschen zugute.

Tatsache ist doch: Eine gesunde Selbstliebe ist die Basis für jede Nächstenliebe. Wie willst du anderen auf die Sprünge helfen, wenn du selbst ständig zu kurz kommst? Wie Kraft und Trost spenden, wenn du selbst keine Energie hast? Nur wer auf die eigenen Bedürfnisse und Wünsche achtet, kann auch anderen eine Stütze sein.

An alle Selbstlosen, Altruisten und Menschen mit Helfersyndrom: Ein wenig Egoismus ist nicht nur erlaubt, sondern durchaus erwünscht! Zum Beispiel in folgenden Situationen:

1. Partnerschaft: Wer sich ständig zurücknimmt, wird auf Dauer nicht glücklich. Auch in einer Beziehung sollte man immer auf die eigenen Bedürfnisse achten. Das stärkt nicht nur das Ego, sondern am Ende auch die Liebe.

2. Job: Wer sich ständig von Kollegen zu viel Arbeit aufladen lässt, kriegt irgendwann ein Magengeschwür. Und das nutzt dann wirklich niemandem.

3. Geschenke? Komplimente? Aufmerksamkeiten? Wer hier immer abwinkt, stößt den anderen vor den Kopf. Außerdem hat jeder von uns hin und wieder ein kleines Verwöhnprogramm verdient!

4. Gehaltsgespräch: Wer sich hier vornehm zurückhält, ist wirklich selbst Schuld.

5. Vordrängler: Wenn sich jemand an der Supermarktkasse oder auf dem Parkplatz penetrant vordrängelt, muss man das nicht höflich dulden. Sondern klare Grenzen aufzeigen!

6. Verkaufsgespräche: Wer sich das aus Höflichkeit antut und aus lauter Mitleid vielleicht noch einen Vertrag am Telefon abschließt - der kommt nicht in den Himmel, sondern irgendwann in arge Geldnöte.

7. Träume & Ziele: Wenn's um die Verfolgung ureigener Träume geht, sollte man immer egoistisch sein. Wen wollen wir später dafür verantwortlich machen, dass wir unser Leben nicht gelebt haben?

8. Gutmensch gesucht? Wer merkt, dass er von anderen systematisch ausgenutzt wird, sollte sich nicht mit Schulterklopfern und warmen Worten zufriedengeben. Sondern endlich Egoist sein und die Rote Karte zeigen!