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Wie man das Nein-sagen lernen kann

Linda Chevreuil
von Linda Chevreuil Veröffentlicht am 19. November 2007
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Es ist nicht einfach, zu seinem Boss, seinen Kindern oder zur Nachbarin "Nein" zu sagen. Sie gehören zu den Menschen, die oft "Ja" sagen, obwohl sie "Nein" meinen? Dann werden Ihnen die folgendne Tipps helfen, das "Nein-Sagen" zu lernen!

Wägen Sie die Prioritäten ab
Es gibt Situationen, in denen eine negative Antwort ganz offensichtlich fehl am Platz ist. Wenn eine Kollegin Sie bei einer Angelegenheit um Unterstützung bittet, weil sie im Moment große persönliche Probleme hat, sollten Sie besser akzeptieren. Wenn Sie allerdings aus Angst und Verärgerung ein mulmiges Gefühl in der Magengrube bekommen, weil sich jemand von Ihnen Geld leihen möchte, dann lehnen Sie ab! Ziehen Sie Bilanz, bevor Sie antworten: Ihr Gefühl wird Ihnen bei der Entscheidungsfindung helfen.

Nehmen Sie sich Zeit
Es kommt häufig vor, dass Sie sich in die Enge getrieben fühlen und eine Einladung oder eine zusätzliche Arbeit nur deswegen annehmen, weil man Sie vor vollendete Tatsachen stellt. Warum muss es immer Schlag auf Schlag zugehen? Bitten Sie um eine Bedenkzeit, bevor Sie antworten!

Befreien Sie sich von Ihren Schuldgefühlen
Wenn man sich die Mühe macht, Ihnen eine Frage zu stellen, dann heißt das auch, dass eine affirmative Antwort nicht selbstverständlich ist. Sie haben also durchaus das Recht dazu, Ihrer Kollegin kein Geld zu leihen oder eine Einladung Ihrer Eltern auszuschlagen. Deswegen sind Sie noch lange kein Ungeheuer! Ihre Angehörigen werden verstehen, dass Sie nicht immer zur Verfügung stehen können und sind Ihnen sicher nicht böse!

Bereiten Sie sich vor
Trainieren Sie das "Nein-Sagen". Legen Sie sich vorgefertigte Formulierungen zurecht, die Sie verwenden können, wenn Sie keine Lust haben, auf die Forderung Ihres Gesprächspartners einzugehen: "Es tut mir Leid, aber ich kann nicht"; "Leider ist das für mich unmöglich"… Wiederholen Sie das in Gedanken, damit Sie für den entsprechenden Moment bestens gewappnet sind. Wenn die Situation gekommen ist, brauchen Sie keine Angst davor zu haben, Ihren Standpunkt zu behaupten. Wiederholen Sie innerlich für sich die vorbereiteten Standardphrasen: "Ich habe das Recht, meine Meinung zu sagen", "Ich setze mein Wohlbefinden nicht aufs Spiel, um ihm einen Gefallen zu tun", "Ich bin nicht immer nur für die Anderen da"…

Bleiben Sie diplomatisch
Beweisen Sie Ihr Taktgefühl, wenn Sie Ihrem Gesprächspartner eine Absage erteilen. Vermeiden Sie es, eine Freundin, die Sie um einen Gefallen bittet, einfach abblitzen zu lassen. Erklären Sie Ihr stattdessen lieber, dass Sie es ehrlich bedauern ihr in diesem Fall nicht helfen zu können. Eine einfühlsame und diplomatische Antwort wird viel leichter akzeptiert.

Schlagen Sie eine Alternative vor
Wenn Sie trotzdem Schwierigkeiten damit haben "Nein" zu sagen und Ihr Schuldgefühl nicht loswerden können, schlagen Sie eine Alternative vor: "Ich kann am Samstag nicht auf Deine Tochter aufpassen, aber wenn Du willst, kann ich mich am Dienstagabend um sie kümmern". Ihr Gesprächspartner wird heraushören, dass Sie es gut meinen.

von Linda Chevreuil

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