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#Womensmarch & Feminismus: DARUM ist es heute wichtiger denn je, sich einzusetzen!

von Fiona Rohde Veröffentlicht am 3. März 2019

Spätestens Mr. Trump hat klar gemacht, wie verstaubt es immer noch in vielen Köpfen zugeht.

In einem Video von 2005, das die Washington Post Ende letzten Jahres veröffentlichte, sagt der Mann, der heute Präsident der USA ist über Frauen: "Grab them by the pussy, you can do anything" (zu dt. "Fass ihnen an die Muschi, du kannst alles machen"). "Und wenn du ein Star bist, dann lassen sie es zu."

Die Antwort der entsetzten Frauen erhielt Trump einen Tag nach seiner Amtsvereidigung. Der Frauenmarsch auf Washington, "Women's March on Washington" war nicht nur eine Massenkundgebung in der Hauptstadt, sondern auch in vielen anderen Städten - auch im Ausland. Und den Hundertausenden an Demonstranten ging es dabei nicht nur um Frauenrechte wie das Recht auf Schwangerschaftsabbruch und Pille auf Krankenschein. Sie sehen die Rechte aller gefährdet. Es geht um Immigranten, Homosexuelle, Transgender, Schwarze, Latinos etc. Denn seit Trump sind Diskriminierung und Hass scheinbar wieder salonfähig geworden.

Schockierende Studienergebnisse

Und wer immer noch denkt, man solle einen kühlen Kopf bewahren, das sei doch sicherlich alles nicht so negativ wie es aussieht, dem sei gesagt: Sexismus und Diskriminierung von Frauen ist leider weiter verbreitet als man meinen sollte, wie die Studie der britischen Frauenrechts-Organisation Fawcett Society zeigt. Hierfür wurde mehr als 8.000 Erwachsenen folgende Frage gestellt: "Wenn eine Frau spät nachts alleine in einem kurzen Rock ausgeht, sich betrinkt und dann Opfer eines sexuellen Übergriffs wird: Ist sie dann teilweise selbst schuld daran?"

Das Ergebnis ist mehr als schockierend. Denn zwei von fünf Männern und sogar 34 Prozent der befragten Frauen (!) sagten, dass die Frau durchaus eine Teilschuld an ihrer Vergewaltigung trage, wenn sie aufreizend gekleidet oder betrunken unterwegs sei. Und ein knappes Fünftel der Männer gab zu, gar nicht zu wollen, dass Frauen gleichberechtigt behandelt werden und z.B. die gleiche Bezahlung wie Männer bekommen.

Gesicht zeigen

Sexismus ist, wie man sieht, auch heute keinesfalls ein Relikt vergangener Zeiten in den Köpfen einiger weniger alter Männer. Sexismus ist da, ständig und überall. Auch in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt. Wir Frauen dürfen deshalb nicht die Hände in den Schoß legen und denken, Alice Schwarzer habe doch schon alles vor mehr als 30 Jahren für uns geregelt. So ist es eben nicht!

Alles auf Reset?

Und das ist mehr als frustrierend. Denn das Thema hatten wir schon vor so langer Zeit. Damals war es die Generation unserer Mütter, die 1971 auf die Straße gegangen ist, um für die Rechte der Frauen zu kämpfen. Am 6. Juni 1971 erschien der Stern mit dem Titelthema "Wir haben abgetrieben!", in dem Frauen sich offen dazu bekannten, abgetrieben zu haben. Diese Titelstory war ein Meilenstein. Endlich redeten die Frauen über dieses schwierige Thema. Und in der Folge wurde der Abtreibungsparagraph § 218, der Frauen und Ärzte kriminalisierte, die eine Abtreibung vornahmen, endlich abgeändert. (so sieht der Paragraph heute aus)

​Das alles ist lang her und man hatte wirklich gehofft, Kontroversen um die Selbstbestimmung der Frau über ihren Körper wären in unserer westlichen Gesellschaft endlich Geschichte. Leider ist dem nicht so. Nehmen wir den Abtreibungsparagraph: Nicht nur Polen, auch die USA gehen hier wieder einen deutlichen Schritt zurück in der Entwicklung, indem sie Frauen kriminalisieren, die aus bestimmten Gründen eine Abtreibung für sich als einzigen Weg sehen. Beispielsweise nach einer Vergewaltigung oder wenn die Gesundheit von Mutter und Ungeborenem auf dem Spiel steht.

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Und deshalb sollten wir Frauen unbedingt Gesicht zeigen, meinungsfreudig sein, für eine gerechtere Welt aktiv werden. Denn es geht bei dem Kampf um Frauenrechte auch immer um Menschenrechte. Es geht letztlich um den Artikel 3 unseres Grundgesetzes.

​"Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden." Was in unserem Grundgesetz so wunderbar klar formuliert ist, ist dennoch nicht gelebte Realität. Eher machen wir derzeit in der westlichen Welt durch konservative und rechtsgerichtete Regierungen mehrere Schritte rückwärts, was das Thema Diskriminierung angeht.

All diese Entwicklungen sollten Grund genug sein, sich wieder mehr einzubringen und Emanzipation und Feminismus nicht als verstaubt und abgehakt anzusehen, sondern als etwas, was uns allen extrem wichtig sein sollte. Und Feminismus hat auch nichts mit Männerhass zu tun. Es geht um Diskriminierung und Gleichheit. Und das geht uns alle an.

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