Home / Fashion & Beauty / Modetrends / Das ist wirklich geschmacklos! Urban Outfitters schockiert mit Massaker-Sweatshirt

Fashion & Beauty

Das ist wirklich geschmacklos! Urban Outfitters schockiert mit Massaker-Sweatshirt

von Kathrin Stangl Veröffentlicht am 17. September 2014
© Twitter

Hängekleidchen, Vintage-Look und ausgefallene Einrichtungsartikel: Dafür ist das US-Modelabel Urban Outfitters bekannt. Doch mit dem blutbespritzten "Vintage Kent State Sweatshirt" erinnert es jetzt an ein dunkles Kapitel der amerikanischen Geschichte. Und zieht den Zorn der Netzgemeinde auf sich.

Eigentlich ist es ein Sweatshirt wie viele andere auch: Rosafarben, typischer Used-Look mit College-Print. Wären da nicht die Blutspritzer und das Logo "Kent State University". Denn wer den geschichtlichen Hintergrund dieser amerikanischen Universität kennt, weiß: Dieser Pullover ist ein Skandal!

An der Kent State University im US-Bundesstaat Ohio wurden am 4. Mai 1970 vier Studenten von der Nationalgarde erschossen, als sie auf dem Campus friedlich gegen den Vietnam-Krieg protestierten. Neun weitere wurden schwer verletzt. Das Kent-State-Massaker schockierte ganz Amerika.

Klar, die Blutspritzer sind natürlich nicht echt und die Löcher Teil des Vintage-Looks, doch für einen Shitstorm reichte es trotzdem! In sozialen Netzwerken beklagten sich unzählige User über die Pietätlosigkeit der Marke und riefen zum Boykott der Kleidung auf.

Urban Outfitters selbst hat das Shirt mittlerweile aus dem Verkauf genommen und sich auf Twitter entschuldigt. Die roten Flecken seien nur Farbe, keine Blutspritzer. Außerdem sei das "Vintage Kent State Sweatshirt" nicht an das Massaker an der US-Uni angelehnt. Doch der fahle Beigeschmack bleibt.

Denn leider ist es nicht das erste Mal, dass es Urban Outfitters mit pietätloser Kleidung in die Schlagzeilen geschafft hat. Ein Shirt mit sechs-zackigem Stern, der stark an den Judenstern der Nationalsozialisten erinnerte, sorgte 2012 für weltweite Empörung. Und 2010 verkaufte die Modekette in ihrem Online-Shop ein T-shirt im Farbton "Obama-Schwarz". Alles natürlich nur ein Missverständnis - doch förderlich für das Ansehen des hippen US-Labels sind diese Skandale nicht.

von Kathrin Stangl