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Hut ab! Diese Stars engagieren sich in der Flüchtlingskrise

von Fiona Rohde Veröffentlicht am 19. Dezember 2015

Die dramatische Situation der Flüchtlinge stellt Europa derzeit vor enorme Herausforderungen.

Doch anstatt groß zu lamentieren, haben viele Prominente ihre Bekanntheit genutzt, um sich aktiv für diese Menschen einzusetzen - Menschen, die ihr Leben riskiert haben, um Krieg und Leid zu entkommen. Eine von ihnen ist Schauspielerin Susan Sarandon.

Susan Sarandon

Kurz vor Weihnachten reiste Schauspielerin und Aktivistin Susan Sarandon auf die griechische Insel Lesbos, um sich selbst ein Bild von der Situation zu machen. Im Norden der Insel kommen täglich unzählige Männer, Frauen und Kinder aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan an, zusammengepfercht in lebensgefährlichen, kaum seetauglichen Booten, um ihr Glück in Europa zu suchen. Sie haben alles aufgegeben, um vor dem Krieg und der Gewalt in ihren Heimatländern zu flüchten.

"Ich bin dorthin gefahren, um mit den Flüchtlingen zu reden, die vor Krieg und Zerstörung geflohen sind, um mir ihre Geschichten anzuhören. Und ich hoffe, dass ich diesen Menschen eine Stimme geben kann. Ich will der Weltöffentlichkeit zeigen, dass diese Menschen genau wie wir sind: Menschen, die hoffen, dass ihre Kinder in Sicherheit aufwachsen können", erzählt uns die 69-Jährige.

​"Ich habe so viele tolle, wertvolle Menschen dort getroffen, Familien, die Schlimmes durchgemacht haben und immer noch durchmachen, die aber dennoch nie die Hoffnung und ihr Vertrauen in die Menschheit verloren haben. Das war für mich eine unglaublich bewegende Lektion in Sachen Menschlichkeit", so Sarandon.

​Sie sei selbst Mutter von drei Kindern und verstehe "die Mütter, die mit ihren Kindern vor dem Krieg und der Not fliehen und die diese gefährliche Reise auf sich nehmen müssen, um zu überleben". Susan Sarandons eindringlicher Appell: Mehr Länder als bislang müssen sich an den Rettungsaktionen für die Flüchtlinge beteiligten, um dem Elend schnell ein Ende zu bereiten.

Mandy Patinkin

Schauspieler und Sänger Mandy Patinkin ist ebenfalls nach Lesbos gefahren, um den Flüchtlingen zusammen mit der Hilfsorganisation 'International Rescue Committee' nach ihrer gefährlichen Flucht zu helfen. "Wie kann man nur vor diesen Menschen Angst haben, die so viel erlitten und durchgemacht haben? Diese Menschen brauchen Hilfe und wollen nichts anderes als Freiheit, Gerechtigkeit und ihre Menschenwürde", sagte der Schauspieler in einem Video auf Facebook. "Wir sollten sie willkommen heißen und ihnen unsere Türen öffnen." Tagelang blieb Patinkin auf der Insel und hörte viele Berichte von Flüchtlingen, die ihn an das Schicksal seiner eigenen Familie erinnerten, die während des Krieges aus Polen und Russland fliehen musste. "Wir dürfen nicht zulassen, dass der Hass von einigen Verrückten über die Humanität siegt", sagte er gegenüber der 'Washington Post'.

Orlando Bloom

Unicef-Botschafter und Schauspieler Orlando Bloom reiste bis nach Mazedonien, um das Flüchtlingslager Gevgelija an der Grenze zu Griechenland zu besuchen. Ihm liegen vor allem die Kinder am Herzen: "Diese Kinder haben eine der gefährlichsten Flüchtlingsrouten der Welt hinter sich gebracht", berichtet der 38-Jährige. "Ich habe mit Kindern gesprochen, die Schreckliches erlebt haben, zum Teil unter harten klimatischen Bedingungen, mit nicht mehr als der Kleidung, die sie am Leib tragen. Wir müssen diese Kinder schützen und ihnen helfen", sagte Bloom im Hinblick auf jene europäischen Staaten, die sich bislang weigern, ihren Teil zur Lösung der Krise beizutragen.

Sacha Baron Cohen und Isla Fisher

Weihnachten 2015 haben der britische Komiker Sacha Baron Cohen und seine Frau Isla Fisher nicht nur an ihre Familien und Verwandten gedacht, sondern auch an die Opfer des Syrienkonflikts. Sie haben eine Million Dollar (910.000 Euro) an die Hilfsorganisationen 'Save The Children' und 'International Rescue Committee' gespendet. 'Save the Children' wird mit dem Geld ein Masern-Impf-Programm im Norden Syriens finanzieren, die andere Hälfte des Geldes soll vom 'International Rescue Committee' für Bildung, Gesundheitsvorsorge, Obdach und sanitäre Anlagen in Syrien und den Nachbarländern genutzt werden. Eine große Geste.

Charlie Winston, M.I.A und Pharrell Williams

Auch viele Musiker haben sich engagiert, um auf die schrecklichen Zustände hinzuweisen, in denen Millionen von Menschen leben, eingepfercht in Lager, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Der Musiker Charlie Winston ist nach Calais gereist, hat Lager in Berlin und an der griechischen Grenze besucht. Seine Erlebnisse vor Ort verarbeitete er in einem Video zu seinem Benefiz-Song 'Say Something' den er zusammen mit Gregor Meyle komponiert hat. Der Erlös geht an das 'Rote Kreuz'. Auch die deutsche Sängerin M.I.A. hat einen Song zur Flüchtlingskrise herausgebracht und mischt sich im Video zu 'Borders' unter die Flüchtlinge. Auch sie möchte die Regierungen der Länder damit aufrütteln, mehr für die Flüchtlinge zu tun, die ihr Leben riskieren, um in Freiheit und Sicherheit leben zu können. Last but not least: Pharrell Williams. Er hat seinen neuen Song 'Freedom' allen Migranten dieser Welt gewidmet, egal woher sie kommen.

Charlie Winston in Calais © Getty

Alex Lutz, Isabelle Adjani, Marc Lavoine & Co.

Mehr als 60 französische Künstler, unter anderem Alex Lutz, Isabelle Adjani, Nicolas Canteloup, Daft Punk, Dany Boon, Guillaume Canet und François Cluzet, haben einen Appell im 'Journal du dimanche' veröffentlicht, in dem sie ihr Unverständnis über die Uneinigkeit der europäischen Staaten in der Flüchtlingskrise ausdrücken.

"Nie wieder darf so etwas passieren wie mit dem kleinen Aylan am Strand der Türkei, wie in den Booten im Mittelmeer oder in den Lastwagen auf den österreichischen Autobahnen. Diese Kinder sind unsere Kinder, ihre Eltern sind wie wir. Es gibt nur eine Menschheit. Das ist, was wir denken. Schreien vielmehr. Denn die Wut ist nicht weniger geworden", schreiben sie in dem offenen Brief.

"Wir dürfen uns nicht verschließen und in unseren Ländern verkriechen angesichts dieser menschlichen Tragödie - Männer, Frauen und Kinder, die sterben, die Opfer von Barbarei und Krieg in ihren Ländern geworden sind. Haben wir denn so wenig gelernt aus den Tragödien der Vergangenheit, dass wir noch immer unsere Augen vor all dem Elend verschließen?" Der offene Brief der Künstler fand in den Medien ein großes Echo. Zudem spendeten alle 66 Künstler ihre Gagen für Hilfsprojekte.

Alex Lutz © Getty

Ai Weiwei

Der chinesische Künstler Ai Weiwei plant auf Lesbos ein Mahnmal für die vielen Flüchtlinge, die auf ihrem Weg nach Europa umgekommen sind. Nachdem er mit vielen Flüchtlingsfamilien gesprochen und Fotos und Videos aufgenommen hat, richtete der Künstler spontan ein Atelier vor Ort ein, etliche Studenten unterstützen den chinesischen Dissidenten bei seiner Arbeit. "Das ist ein historischer Moment in jeder Hinsicht. Als Künstler will ich mich einmischen und mit meinen Kunstwerken mehr Bewusstsein für die Problematik zu schaffen", sagte der 58-Jährige der Presse.

von Fiona Rohde