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Auslandsjahr: Die besten Möglichkeiten im Vergleich

von Inga Back Veröffentlicht am 5. September 2019

Von Au Pair bis Work & Travel – wir verraten euch, was ihr über die verschiedenen Möglichkeiten für ein Auslandsjahr wissen solltet. So viel vorab: Wenn man es richtig anstellt, kommt man sogar mit einem Plus in der Reisekasse zurück!

Das Auslandsjahr nach dem Abitur oder auch nach der Ausbildung steht bei vielen Schülern hoch im Kurs. Ob nach Kanada, Australien, Neuseeland, England oder in die USA – die Liste der Reiseziele ist endlos lang und die Möglichkeiten dort ein Jahr zu verbringen ebenso. Die beliebtesten Optionen sind zweifelsohne die Reise als Au Pair, das Auslandspraktikum oder auch der Work & Travel Aufenthalt.

Travelcircus hat die coolsten Reisemöglichkeiten nach dem Abitur miteinander verglichen. Wir verraten euch, worauf ihr beim Auslandsjahr achten solltet.

Auslandsjahr nach der Schule: Die drei beliebtesten Möglichkeiten

1. Auslandsjahr als Au Pair

Eine der einfachsten und günstigsten Möglichkeiten ein Auslandsjahr zu machen, ist es ein Jahr als Au Pair zu arbeiten. Au Pairs sind eine Art Nanny. Sie leben bei einer Gastfamilie und sorgen für die Kinderbetreuung. Im Gegenzug erhalten sie Verpflegung, Unterkunft und ein kleines Gehalt.

Achtung: Wer als Au Pair in die USA reist, besucht außerdem ein örtliches College. Vorraussetzung für das benötigte J1-Visum sind nämlich 6 Credits.

Die Vorteile des Au Pair Lebens liegen auf der Hand: Man lebt bei einer Gastfamilie, taucht also direkt in die lokale Kultur ein und erlebt die Sitten und Gewohnheiten hautnah mit. Zudem muss der Au Pair Aufenthalt über eine Agentur laufen, was zwar mit Kosten verbunden ist, jedoch auch eine Absicherung und einen Ansprechpartner vor Ort mit sich bringt.

Auslandsjahr als Au Pair: Die Kosten

Trotz Agenturkosten gibt es keinen günstigeren Weg zum Auslandsjahr: Im Durchschnitt bezahlt man etwa 700 € Agenturkosten plus 170 € für das Visum für ein Auslandsjahr als Au Pair. Manchmal können die Agenturkosten auch 1000 € betragen.

Selbst bei 1000 € Agenturkosten sind diese jedoch vergleichsweise gering: Die Agenturkosten für den Au Pair Aufenthalt beinhalten normalerweise bereits den Hin- und Rückflug, sowie die Reisekranken-, Reiseunfall- und die Reisehaftpflichtversicherung. Außerdem erhält man als Au Pair ein wöchentliches Gehalt. In den USA gibt es außerdem einen Studienzuschuss von 500$ von der Gastfamilie.

In den USA kommen Au Pairs im Laufe der 12 Monate auf ein Jahresgehalt von etwa 9.000 €. Zieht man die Agenturkosten ab, bleibt also dennoch ein Plus von 8.000 €. Da Unterkunft und Verpflegung von der Gastfamilie getragen werden, fallen auch keine Lebenshaltungskosten an.

In Europa sind die Taschengelder für Au Pairs niedriger. In Frankreich kommen Au Pairs zum Beispiel auf etwa 4.600 € im Jahr. Allerdings sind die Arbeitsstunden pro Woche in Europa mit bis zu 30 Stunden auch deutlich niedriger als die 45 Stunden pro Woche, die in den USA üblich sind.

Auslandsjahr als Au Pair: Die Vorraussetzungen

Da Gastfamilien im Prinzip einer fremden Person ihre Kinder anvertrauen, gibt es einige Vorraussetzungen, die Au Pairs erfüllen müssen. Au Pairs müssen in den meisten Ländern mindestens 18 Jahre alt sein, einen Führerschein besitzen, grundlegende Sprachkenntnisse des Landes aufweisen und im Normalfall mindestens 200 Stunden Erfahrung in der Kinderbetreuung mitbringen.

Au Pairs die Kleinkinder unter zwei Jahren betreuen sollen, müssen extra Auflagen erfüllen. Normalerweise müssen dann weitere Stunden Erfahrung speziell mit Kindern unter zwei Jahren nachgewiesen werden. Zudem dürfen Au Pairs keine eigenen Kinder haben. Manche Agenturen haben auch ein Höchstalter, das nicht überschritten werden darf. Die bekanntesten Agenturen sind AIFS, TravelWorks und EF.

2. Auslandsjahr mit Work & Travel

Die größte Flexibilität und Unabhängigkeit bietet das Work & Travel. Beim Work & Travel finanziert man sich seine Reise durch bezahlte Gelegenheitsjob. Dabei ist man ortsunabhänigig. Wer möchte, kann also durch das ganze Land reisen und an einzelnen Zwischenstopps Jobs annehmen. Auch die Reisedauer wird selbst bestimmt. Von wenigen Wochen bis zu zwei Jahren ist alles denkbar.

In Ländern, die zur EU gehören, ist dafür nicht einmal ein Visum notwendig. Sonst muss ein sogenanntes "Working Holiday Visum" beantragt werden. Aktuell bieten Australien, Neuseeland, Kanada, Japan, Hongkong, Singapur und Südkorea dieses Visum für deutsche Staatsbürger an. Kanada begrenzt allerdings die Anzahl der Visa, die jedes Jahr freigegeben werden.

Work & Travel: Die Kosten

Work & Travel ist vergleichsweise eine teure Möglichkeit für ein Auslandsjahr. Die genauen Kosten hängen allerdings vom Reiseziel und den dortigen Löhnen ab – und natürlich auch davon, wie viel vor Ort gearbeitet wird. Generell müssen jedoch folgende Kosten getragen werden:

  • ca. 990 € - Hin- und Rückflug
  • ca. 200 € - Visum
  • ca. 400 € - Auslandskrankenversicherung
  • 15 € - Internationaler Führerschein
  • ca. 120 € - Ausstattung (Adapter, Rucksack etc.)
  • ca. 150 € - Prepaid Handy für 1 Jahr
  • ca. 6.300 € - Unterkunft vor Ort (Hostel)
  • ca. 3.120 € - Verpflegung vor Ort
  • ca. 1.000 € - Transport vor Ort


In Summe kostet das Work & Travel Auslandsjahr also durchschnittlich etwa 12.300 €.

Travelcircus hat dabei den Durchschnitt der drei beliebtesten Reiseziele beim Work & Travel errechnet: Australien, Neuseeland und Kanada. Geht man von Selbstorganisation und dem stets günstigsten Preis aus, ergibt sich für die drei Länder folgender Richtwert:

Australien Neuseeland Kanada
Kosten (12 Monate) ca. 12.160 € ca. 11.480 € ca. 13.260 €
Verdienst (6 Monate á 40 Stunden pro Woche mit Mindestlohn) ca. 12.340 € ca. 10.920 € ca. 7.650 €
Was bleibt am Ende übrig? ca. 180 € ca. - 560 € ca. - 5.610 €

Im Durchschnitt kann nach einem Auslandsjahr Work & Travel also ein Minus von etwa - 1.990 € bleiben.

Die ganze Aufstellung im Detail könnt ihr hier bei Travelcircus nachlesen.

3. Auslandsjahr dank Auslandspraktikum

Viele machen sich auch heutzutage noch Sorgen, ob eine Lücke im Lebenslauf ihnen schaden könnte. Sie stehen also vor der Frage, ob sie nicht lieber gleich versuchen sollten, ihre Karriere voranzutreiben. Das Auslandspraktikum kann ein schöner Weg sein, um beides zu tun: Den Lebenslauf polieren und ein Auslandsjahr machen.

Beim Auslandspraktikum arbeitet man mehrere Monate bei einem Unternehmen im Ausland. Als Schüler hat man es hier jedoch schwieriger, da Praktika meistens nur an Studenten vergeben oder zumindest nur dann vergütet werden.

Auslandspraktikum: Die Kosten

Die Kosten für ein Auslandspraktikum können sehr hoch sein. Beim Auslandspraktikum ist man in der Regel komplett auf sich alleine gestellt. Man muss sich also nicht nur um den Hin- und Rückflug, sondern auch um eine Unterkunft, Transporte, Verpflegung, Versicherungen, Visa und auch kleinere Posten wie zum Beispiel eine Sim-Karte oder ein Internet-Zugang kümmern. Dabei werden Auslandspraktika manchmal auch nicht bezahlt, sodass die kompletten Kosten alleine getragen werden müssen.

Tipp: Es gibt auch die Möglichkeit ein Stipendium für ein Auslandspraktikum zu erhalten. Es gibt Stipendien in unterschiedlicher Höhe von verschiedenen Trägern. Die Voraussetzungen, die man erfüllen muss, um so ein Stipendium zu ergattern, variieren demnach ebenso. Einige der bekanntesten Anbieter sind der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), TravelWorks, Education First, aber auch Stiftungen einzelner Unternehmen wie die Bayer-Stiftungen oder die Dr. Jost-Henkel-Stiftung.

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