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Madrid zu Fuß: Die besten Tipps für einen Städtetrip in die spanische Hauptstadt

von Sünje Nicolaysen Veröffentlicht am 3. März 2016

Wie man sich quer durch die Stadt schlemmt und dabei trotzdem nicht die Orientierung verliert: Reporterin Sünje hat sich auf eine (nicht nur) kulinarische Reise begeben und hatte zum Glück einen praktischen Guide in der Handtasche.

Wann auch immer ich von meinem geplanten Wochenendtrip nach Madrid erzählt habe, schlugen mir von meinem Gegenüber Begriffe wie 'Jamón', 'Aceituna', 'Croquetas' und 'Cervetas' entgegen - für all die, die wie ich kein Spanisch sprechen: Schinken, Oliven, Kroketten und Bier. Das sollte auch mein Grundstock an Spanisch-Vokabular für die fünf Tage sein, die ich in der Metropole verbracht habe.

Aber damit kein Missverständnis aufkommt: Die Königsstadt zieht einen nicht nur mit köstlichen Tapas schnell in seinen Bann. Das wird einem klar, sobald man von der U-Bahn im Zentrum ausgespuckt wird und die Treppen aus dem Untergrund emporsteigt. Die monumentale Architektur der Häuser, das gemütliche Treiben und natürlich die wohlig-warmen Temperaturen sorgen für den ersten Wow-Effekt.

Zu Fuß durch die Stadt

Und das will ich mir genauer angucken. Kurz das Gepäck im Hotel verstauen, schon geht er los, der Spaziergang durch Madrid. Und das wird ein kompaktes Sightseeing, denn mir scheint, dass die bekanntesten Sehenswürdigkeiten fußläufig im Zentrum der Stadt liegen.

Der historische 'Plaza Mayor', die imposante 'Almudena-Kathedrale' und natürlich die Shoppingmeile rund um die 'Puerta del Sol' - was für eine Entdeckertour! Den unhandlichen Stadtplan hab ich übrigens gar nicht erst eingesteckt, stattdessen lasse ich mich ein wenig treiben und setze auf einen zuverlässigen Orientierungs-Coach in meiner Handtasche: 'Google Maps' auf meinem Smartphone.

Ich vertraue der App blind, seit sie mich vormittags mit deutlichen Anweisungen vom Flughafen zum Hotel gebracht hat: Nimm den Bus 8, fahre fünf Stationen, wechsel zur Metro-Station 'Nuevos Ministerios' und fahre eine Station in Richtung 'Villalba'.

Jetzt werde ich zu Fuß zielsicher zum viel gepriesenen 'Mercado de San Miguel' navigiert, einer historischen Markthalle mit Glasfassade, in der man an zahlreichen Ständen alles von herzhaften Tapas, über frisches Obst, Tütchen mit Chorizo-Scheiben bis hin zum Glas Wein erstehen kann.

Hat man seinen Teller Stand für Stand gefüllt, kann man sich an einem der Stehtische zu den Einheimischen und Touristen gesellen, essen und den Trubel beobachten. Ich lasse mir geräucherten Thunfisch mit Olivenöl, frischen Mozzarella und luftgetrockneten 'Jamón Ibérico' Schinken schmecken.

Jetzt ist es etwas ruhiger in der Markthalle, Zeit für einen Versuch: Beim Nachtisch setze ich auf die 'Google Übersetzer'-App auf meinem Smartphone. Statt Fingerzeig auf das Vitrinenglas spreche in meine Bestellung in mein Telefon hinein und lese den spanischen Wortlaut ab: Und es scheint zu funktionieren, der spanische Verkäufer lächelt mir verschmitzt zu und reicht mir eine Tüte voller Pralinen aus weißer Schokolade. Geht doch, ich kann tatsächlich Spanisch sprechen!

Mit dem E-Bike durch Madrid

Für einen Blick in die verschiedenen Altstadt-Viertel Madrids lohnt sich eine E-Bike Tour, am besten mit Guide, schließlich kann man sich so ganz und gar auf die Stadt konzentrieren. Und auf den Verkehr ... Denn das wird mir schnell klar: Die Autofahrer in Madrid sind es kaum gewohnt, dass sie ihre Straßen mit Fahrradfahrern teilen müssen.

Auch wenn die Radwege breit und deutlich markiert sind, werde ich das ein oder andere Mal angehupt und es wird wild durch die Frontscheibe gestikuliert. Egal, ich will diese Stadt erkunden. Und bei all ihren Hügeln bin ich mehr als dankbar, dass ich das mit einem E-Bike mache. Und so rolle ich vorbei an den exklusiven Geschäften im Stadtteil 'Salamanca', durch die Gassen des In-Viertels 'Malasaña' und durch das Literatenviertel 'Huertas'.

Beendet wird die Tour am Kunstmuseum Museo Reina Sofia, denn ich hab mir fest vorgenommen, mir die Original-Werke der Maler anzusehen, die mich durch den Kunstunterricht meiner Schulzeit begleitet haben. Und in den hohen Räumen und Sälen des ehemaligen Hospitals hängen sie, die Bilder von Picasso, Miró & Co.

Ich könnte ewig durch die Gänge schlendern, aber ich hab die Gunst der späten Stunde genutzt, denn ab 19 Uhr ist der Eintritt im Museum frei. Zwei Stunden später schließt das Museum, und es ist der perfekte Zeitpunkt für einen Ausklang des Tages in einem Restaurant.

Flottes Sightjogging in Madrid

Für den nächsten Tag hab ich mir ein frühmorgendliches Gegenprogramm vorgenommen, das mich anderthalb Stunden den Tapas-Schlemmereien entgegenwirken lässt: Ich möchte die Stadt im Laufschritt entdecken und habe eine Joggingrunde mit Robert von 'Madrid Sightrunning' gebucht, der mich im angenehmen Tempo durch den 'Parque del Oeste' mitsamt all seinen (von mir ungeliebten) Hügeln navigiert und mich vorbei am altägyptischen 'Tempel von Debod' führt.

Ich erfahre, dass dieser Bau ein Geschenk der ägyptischen Regierung ist, und dass er 1970 Block für Block nach Madrid transportiert und wiederaufgebaut wurde. Als Dankeschön für die Unterstützung Spaniens bei der Rettung jahrtausendealten Kulturguts während des Baus des Assuan-Staudammes.

Weiter geht es, wir joggen vorbei am Königspalast und hinab zum Flussufer, ehe es wieder die Hügel hinauf geht. Jetzt, so finde ich, hab ich mir jede Menge Tapas & Co. verdient.

Aber es gibt noch einen Punkt auf meiner Madrid-Liste, den ich unbedingt abhaken muss. Hat doch die Kellnerin gestern Abend von einer Straße inmitten der Altstadt gesprochen. In der 'Calle de Augusto Figueroa' reiht sich ein Schuh-Outlet-Geschäft an das nächste. Und das darf ich auf keinen Fall verpassen, schließlich kann man dort mit viel Glück echte Designer-Schnäppchen ergattern.

​Egal, wie müde meine Füße sind, sie müssen mich dorthin tragen. Es ist schließlich auch irgendwie in ihrem Sinne ... Und wie gut, dass es direkt um die Ecke noch eine Markthalle gibt: 'Mercado de San Antón': "Una cerveza, por favor", verrät mir mein Coach in der Handtasche ...

Meine Top-Favoriten für ein Madrid-Wochenende

Sightjogging mit Madrid Outdoor Sports, Infos unter: www.madridoutdoorsports.com
Schlemmen im Mercado de San Miguel, Infos unter www.mercadodesanmiguel.es
Abendessen im No-Restaurant, Infos unter www.norestaurant.es
Bildergucken im Museo Reina Sofia, Infos unter www.museoreinasofia.es
Schuhe-Shoppen in der Calle de Augusto Figueroa
Flohmarkt 'El Rastro', der jeden Sonntag im Herzen der Stadt stattfindet
E-Bike-Tour durch die Altstadt, Infos unter www.mobeo.es

von Sünje Nicolaysen

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