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Druck auf den Ohren: So beugt ihr Ohrenschmerzen im Flugzeug vor

von Christina Cascino Veröffentlicht am 28. Juli 2019
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Viele Reisende leiden im Flugzeug unter Druck auf den Ohren bis hin zu starken Ohrenschmerzen. Doch mit ein paar Tipps lassen sich die Beschwerden in den meisten Fällen lindern.

Die Ohren fallen zu, es knackt und sticht: Fast alle, die schon einmal geflogen sind, kennen den unangenehmen Druck auf den Ohren, der meist beim Start, vor allem aber bei der Landung auftritt.

Der entsteht, wenn der Druck im Flugzeug an- oder absteigt. Dann wird nämlich das Trommelfell durch einen Unterdruck im Innenohr nach innen gepresst - und das kann teilweise als ziemlich schmerzhaft empfunden werden. In der Regel sind solche Beschwerden zwar unangenehm, aber nach kurzer Zeit wieder verschwunden. Außerdem gibt es ein paar Tricks, die verhindern, dass sie überhaupt erst entstehen.

Das Valsalva-Manöver hilft beim Druckausgleich

Um den unangenehmen Druck auf den Ohren zu beheben, muss ein Druckausgleich im Ohr hergestellt werden. Meist reicht dafür schon ein kräftiges Gähnen oder mehrmaliges Schlucken. Dadurch öffnet sich nämlich die sogenannte Eustachische Röhre (auch "Tube" oder "Ohrtrompete" genannt"), die das Mittelohr mit dem Nasenrachenraum verbindet. Ist die Eustachische Röhre offen, kann die überschüssige Luft aus dem Mittelohr ganz einfach entweichen und der Ohrdruck verschwindet.

Neben dem Schlucken und Gähnen hilft außerdem Kaugummi kauen oder Bonbon lutschen. Außerdem sollte während des Fluges ausreichend getrunken werden, da die trockene Luft im Flugzeug die Schleimhäute belasten und den Rachen- und Mundraum austrocknet.

Helfen diese einfachen Methoden gegen den Druck auf den Ohren nicht, kann das sogenannte Valsalva-Manöver für einen Druckausgleich sorgen. Durchgeführt wird das Manöver so:

  • Nase mit zwei Fingern zuhalten
  • Mund schließen
  • Kräftig ausatmen


Das Valsalva-Manöver sorgt dafür, dass die Eustachische Röhre wieder frei wird. Achtung: Bei einer Erkältung ist von dieser Methode abzusehen, da der Druck zu schnell ansteigt und die Ohrenschmerzen dadurch noch verstärkt werden können.

Ohrstöpsel wirken vorbeugend gegen Ohrenschmerzen beim Fliegen

Für alle Reisende, die unter sehr starken Ohrenschmerzen beim Fliegen leiden bzw. fast auf jedem Flug Probleme mit den Ohren haben, sind eigens für Flugreisen entwickelte Ohrstöpsel eine gute Wahl. In diesen Ohrstöpseln ist ein Druckregulierer integriert, der dafür sorgt, dass die Druckwechsel im Flugzeug nur abgeschwächt auf das Trommelfell wirken. Somit hat die Eustachische Röhre mehr Zeit, den Druck auszugleichen.

Ärzte der Hals-Nasen-Ohren-Klinik der Charité am Campus Mitte in Berlin haben die Wirksamkeit druckregulierender Ohrstöpsel, wie zum Beispiel die von Sanohra Fly, bestätigt. Für die Studie wurde der Druckverlauf an 21 Testpersonen – jeweils mit und ohne Ohrstöpsel – gemessen. Das Ergebnis: Die Ohrstöpsel verzögerten bei den Probanden den Druckverlauf und besserten deutlich die Beschwerden.

Auch bei einer Nutzerakzeptanzstudie, an der rund 500 Flugpassagiere einer deutschen Airline teilnahmen, gaben 90 Prozent der Beteiligten an, dass sich ihre Beschwerden bei der Verwendung von druckausgleichender Ohrstöpsel verbesserten.

So werden die Spezial-Ohrstöpsel angewendet:

  • Ohrstöpsel vor dem Start einsetzen
  • erst ca. 30 Minuten nach dem Start wieder herausnehmen
  • ca. 45 Minuten vor der Landung einsetzen
  • erst beim Verlassen des Flugzeuges wieder herausnehmen


Erhältlich sind die Ohrstöpsel in der Apotheke oder online (z.B. hier bei Amazon).

Bei Erkältung Nasenspray benutzen!

Nicht selten kommt es vor, dass man kurz vor einer Flugreise an einer Erkältung erkrankt. Und alle, die schon einmal mit einer Erkältung geflogen sind wissen, wie schmerzhaft das für die Ohren sein kann. Denn dann sind die Schleimhäute geschwollen, wodurch der Druck in den Stirn- und Nebenhöhlen steigt und ein Druckausgleich bei Start und Landung noch schwieriger ist.

In diesem Fall kann ein abschwellendes Nasenspray helfen, das den Weg zwischen Mittelohr und Nasenrachenraum befreit. Der Nasenspray sollte am besten bereits eine halbe Stunde vor Start und noch einmal bei Beginn des Landeanflugs verwendet werden.

Bei Amazon findet ihr eine große Auswahl an verschiedenen Nasensprays.

Warum kommt es überhaupt zu Ohrendruck im Flugzeug?

Der Luftdruck im Flugzeug ist während des Fluges etwa 25 Prozent geringer als am Boden. Beim Steigflug nimmt der Luftdruck in der Kabine ab und es entsteht ein Überdruck im Mittelohr, das Trommelfell kann nicht mehr frei schwingen und wölbt sich nach außen. Die Eustachische Röhre versucht sich den veränderten Druckverhältnissen anzupassen und für einen Druckausgleich zu sorgen. Schafft sie das allerdings nicht schnell genug, kommt es zu einem hörbaren Knacken oder Stechen im Ohr.

Später beim Sink- bzw. Landeanflug nimmt der Luftdruck in der Kabine zu und im Mittelohr entsteht ein Unterdruck. Auch in diesem Fall versucht die Eustachische Röhre wieder, einen Druckausgleich vorzunehmen. Die Gesundheitsstörung, die durch schnellen Druckwechsel entsteht, nennt man übrigens auch Barotrauma.

Vor allem Kindern leiden beim Fliegen an Ohrenschmerzen, da bei ihnen die Funktion der Eustachischen Röhre noch nicht vollkommen entwickelt ist.

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