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Ryanair-Streik: So bekommt ihr eine Entschädigung!

Inga Back
von Inga Back Veröffentlicht am 9. April 2018
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Am 10. August werden Ryanair-Piloten in Deutschland, Belgien, Schweden und Irland streiken. Alleine in Deutschland werden 250 Flüge gestrichen. Ryanair hat bereits angekündigt, dass sie die Passagiere nicht entschädigen werden. Experten sagen jedoch, dass dies nicht rechtens ist. Wir sagen euch, was ihr tun könnt, wenn auch euer Flug betroffen ist.

Ob beim Zugfahren oder Fliegen: Streiks sind für die Passagiere immer ärgerlich. Man kommt Stunden erst später am Ziel an und wenn es richtig blöd läuft, wird der Flug oder die Fahrt ganz gestrichen. So wird es auch am Freitag, den 10. August, laufen. Ryanair kündigte bereits an, 250 Flüge von und nach Deutschland zu streichen.

Das alleine ist für die Passagiere schon ärgerlich. Besonders ärgerlich wird es jedoch, wenn man solche Ausfälle und Verspätungen einfach hinnehmen muss und nicht einmal entschädigt wird. Und genau das verursacht jetzt Aufregung: Ryanair hat angekündigt, dass sie nicht vorhaben, ihre Passagiere zu entschädigen. Aber ist das rechtens?

Wann hat man Anspruch auf eine Entschädigung?

Wird ein Flug gestrichen oder kommt er mit mehr als drei Stunden Verspätung am Ziel an, hat man Anspruch auf eine Entschädigung bis zu 600 Euro. Die genaue Summe hängt von der Länge der Flugstrecke, der Verspätungsdauer und auch dem Verspätungsgrund ab.

Eine Ausnahme besteht, wenn es einen außergewöhnlichen Umstand gab, aus dem die Annullierung oder Verspätung resultiert ist. Ryanair beruft sich genau darauf. Aus ihrer Sicht wäre der Streik ein außergewöhnlicher Umstand. Zum Glück für die Passagiere sieht der Europäische Gerichtshof (EuGH) das anders.

Ryanair-Passagiere haben Anspruch auf Entschädigung

Der EuGH urteilte dieses Jahr, dass sogar ein unangekündigter Streik die Fluggesellschaft nicht von ihrer Pflicht befreit, Passagiere zu entschädigen. Das Portal AirHelp hat ermittelt, dass die 67.000 Passagiere, die von den Ryanair-Streiks am Freitag betroffen sind, Anspruch auf mehr als 20 Millionen Euro Entschädigung haben. Laura Kauczynski, Expertin für Fluggastrechte von AirHelp, sagt dazu:

“Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs ist für sämtliche Gerichte in der EU verbindlich und betrifft alle gleichermaßen - auch Ryanair. Betroffene Passagiere sollten sich nicht von der Aussage von Ryanair täuschen lassen"

Was könnt ihr tun, wenn euer Flug gestrichen wurde oder stark verspätet ankommt?

Zuerst gilt es zu prüfen, ob es einen Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung gibt. Für außergewöhnliche Umstände wie einen medizinischen Notfall oder Unwetter gäbe es zum Beispiel keine Entschädigung. Es gibt auch online verschiedene Rechner oder Checklisten, die man dazu zu Rate ziehen kann.

Glaubt man, dass ein Anspruch vorliegt, sollte man ein Anschreiben an die betreffende Airline verfassen. Auch dafür finden sich online Vorlagen und Muster. Verfasst man das Schreiben selbst, sollte man darauf achten, wichtige Eckdaten zu nennen. Dazu gehören:

  • Flugnummer
  • Datum
  • Abflugort
  • Zielort
  • Flugstrecke in km
  • planmäßige Abflugzeit
  • planmäßige Ankunftszeit
  • tatsächliche Abflugzeit und Ankunftszeit oder Annullierung
  • angebotene Alternativen

Wenn sich die Fluggesellschaft weigert eine Entschädigung zu zahlen

Wenn man glaubt, dass ein Anspruch auf eine Entschädigung besteht, die Fluggesellschaft sich aber weigert dieser nachzukommen, ist die Situation für die Passagiere schon kniffliger. Glücklicherweise kann man nach deutschem Recht auch drei Jahre später noch eine Entschädigung einfordern. Erstmal muss man sich also keine Sorgen machen.

Wer jedoch keine Lust hat, sich mit den Fluggesellschaften zu streiten, kann diese Aufgabe auch abgeben. Es gibt Portale, die Entschädigungsansprüche für die Passagiere geltend machen. Die Überprüfung, ob ein Anspruch besteht, ist dabei meist kostenlos. Für alle weiteren Schritte fallen jedoch Gebühren an. Meistens belaufen diese sich auf 25-30 Prozent der Entschädigungssumme. Ihr bekommt am Ende also etwas weniger Geld, müsst euch dafür aber mit keinerlei Papierkram herumschlagen.

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