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Blasenentzündung in der Schwangerschaft: Was tun?

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 9. Oktober 2019

Eine Blasenentzündung in der Schwangerschaft ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch für das Baby Folgen haben. Wir verraten dir, wie du die ersten Symptome erkennen und was du dagegen tun kannst.

Eine Blasenentzündung in der Schwangerschaft ist leider keine Seltenheit. Im Gegenteil: 15 Prozent der schwangeren Frauen sind von einer Blasenentzündung betroffen, besonders in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft.

Zu einer Blasenentzündung kommt es, wenn Bakterien in die Harnröhre (und damit Richtung Blase) aufsteigen. Meistens kommen diese Bakterien durch Schmierinfektion vom After oder beim Stuhlgang aus der Darmflora.

Der medizinische Begriff für eine Blasenentzündung ist Zystitis. Wenn die Krankheitserreger von der Blase weiter zu den Nieren aufsteigen, kann es zu einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) kommen.

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Wie äußern sich die Symptome einer Blasenentzündung?

Häufig tritt eine Blasenentzündung in der Schwangerschaft ohne jegliche Anzeichen auf. Man spricht dann von einem asymptomatischen Krankheitsverlauf.

Folgende Symptome können allerdings auftreten:

  • Häufiges Urinieren (selbst tröpfchenweise)
  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
  • Schmerzen im Unterbauch

Wenn du diese Symptome bei dir feststellst, solltest du sofort deinen Arzt aufsuchen.

Die Behandlung: Was tun bei einer Blasenentzündung in der Schwangerschaft?

Eine Blasenentzündung – besonders in der Schwangerschaft – muss so schnell wie möglich behandelt werden, um eine Niereninfektion zu verhindern. Außerdem kann eine Blasenentzündung das Risiko einer Fehl- oder Frühgeburt begünstigen.

Eine Urinanalyse hilft, die definitive Diagnose zu erstellen. Noch bevor der genaue Krankheitserreger identifiziert ist, wird mit einer Antibiotika-Behandlung begonnen.

Bei der Vorsorgeuntersuchung überprüft der Arzt oder die Hebamme in der Regel immer den Urin. Mithilfe eines Schnelltests wird auch überprüft, ob eine Blaseninfektion vorliegt. Der Test kann außerdem gleichzeitig mit der Zucker- und Eiweißkontrolle durchgeführt werden.

Falls ein konkreter Krankheitsverdacht besteht, kann eine zusätzliche Urinanalyse im Labor vorgenommen werden, wobei der genaue Krankheitserreger ermittelt wird.

Um Komplikationen zu vermeiden, werden Blasenentzündungen in der Schwangerschaft nur mit Antibiotika behandelt, die für schwangere Frauen geeignet sind.

So könnt ihr eine Blasenentzündung in der Schwangerschaft vermeiden:

  • Trinkt vorbeugend viel Wasser: Schwangeren Frauen wird empfohlen, täglich 2 Liter Wasser zu trinken und auf Lebensmittel zu verzichten, welche die Blase reizen könnten (zu viel Kaffee, scharf gewürzte Gerichte).
  • Synthetische oder sehr eng anliegende Kleidung begünstigt die Entwicklung von Krankheitserregern. Tragt daher lieber lockere Baumwollkleidung und zieht euch immer warm genug an!
  • Wischt euch auf der Toilette von vorne nach hinten ab, um die Krankheitserreger nicht in die Nähe der Harnwege zu befördern.
  • Wartet bei Harndrang nicht zu lange, um auf die Toilette zu gehen.
  • Benutzt für eure Intimhygiene keine oder höchstens eine milde (pH-neutrale) Seife.
  • Geht nach dem Sex kurz zum Wasserlassen auf die Toilette, um zu verhindern, dass die Bakterien bis zur Blase "aufsteigen".
  • Meidet Whirlpools: Sie stellen ein ideales Wachstumsmilieu für Bakterien dar.

Quellen & Informationen:

Ernährung in der Schwangerschaft: Das solltenden werdende Mütter wissen

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