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Gelbsucht bei Babys: Alles, was du dazu wissen musst

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 2. März 2019

Rund 60 Prozent aller voll entwickelten Neugeborenen bekommen kurz nach der Geburt Gelbsucht. Bei zu früh geborenen Babys liegt die Häufigkeit sogar bei 80 Prozent. Doch die Neugeborenengelbsucht muss Eltern nicht erschrecken. Wir erklären, was es damit auf sich hat.

Eltern, die nur ein oder zwei Tage nach der Geburt ihres Kindes gesagt bekommen, dass ihr Baby Gelbsucht hat, sind schnell verängstigt. Warum ist mein Baby krank? Gestern war doch noch alles in Ordnung.

Was die wenigsten wissen: Über die Hälfte aller Neugeborenen bekommt Gelbsucht, auch Ikterus genannt, und im Normalfall ist die ganz harmlos. Zum Teil muss sie gar nicht behandelt werden und verschwindet nach ein paar Tagen, manchmal ordnen Ärzte eine Lichttherapie an. Was Gelbsucht bei Babys genau ist, welche Symptome und Ursachen sie hat und wie sie behandelt wird, klären wir. Und auch die Frage, ob Gelbsucht ansteckend ist.

Was ist Gelbsucht bei Babys?

Eines direkt vorne weg: Die Neugeborenengelbsucht ist etwas völlig anderes als Gelbsucht. Während eine Gelbsucht durch eine Leberentzündung oder durch den Hepatitis-Virus hervorgerufen wird, hängt die Gelbsucht bei Neugeborenen mit der erhöhten Anzahl ihrer roten Blutkörperchen zusammen und damit, dass ihre kleinen Körper die überflüssigen Blutkörperchen nicht so schnell abbauen können.

Ursache der Gelbsucht bei Babys

Während der Schwangerschaft läuft die Sauerstoffversorgung des Babys einzig über die Nabelschnur. Die erhöhte Anzahl roter Blutkörperchen sorgt dafür, dass das Baby jederzeit ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Nach der Geburt hat das Neugeborene dann, weil es selbst atmet, zu viele rote Blutkörperchen, die abgebaut werden müssen.

Dabei setzen die Blutkörperchen den Gallenfarbstoff Bilirubin frei. Die Leber von Neugeborenen kann allerdings nicht so viel Bilirubin auf einmal abbauen, was dazu führt, dass sein Wert im Blut des Kindes steigt und die Haut und das Weiß der Augen gelblich werden.

Im Normalfall ist die Neugeborenengelbsucht nach zehn bis 14 Tagen überstanden und alles Bilirubin abgebaut.

Symptome der Gelbsucht bei Babys

Das klassische Symptom einer Gelbsucht, auch bei Babys, ist zunächst die Verfärbung der Augäpfel ins Gelbliche, erst danach färbt sich die Haut gelb. In der Regel wird der Bilirubinwert im Blut bereits kurz nach der Geburt noch im Krankenhaus gemessen. Bei gesunden Babys, die ausgereift zur Welt kommen, raten Ärzte oft erst bei einem Wert von über 14 Milliliter pro Deziliter im Blut zu einer Behandlung.

Wer bereits mit seinem Baby zu Hause ist und eine Gelbsucht vermutet, kann auch einen einfachen und schnellen Selbsttest durchführen. Einfach die Hand mit leichtem Druck auf die Brust des Babys legen. Scheint die Haut auch dann noch gelb, wenn ihr die Hand weggenommen habt, solltet ihr mit eurem Baby zum Kinderarzt gehen.

Generell gilt: Wer sich Gedanken oder Sorgen um sein Baby macht, sollte immer seinen Kinderarzt zu Rate ziehen.

Behandlung von Gelbsucht bei Babys

Ist der Bilirubinwert im Blut des Kindes erhöht, wird die Gelbsucht bei Babys mit Hilfe einer Phototherapie behandelt. Dabei liegt das Baby unter blauem Licht (mit einer bestimmten Wellenlänge), das den Abbau des Bilirubins fördert. In der Regel dauert diese Behandlung ein bis zwei Tage.

Schlägt die Phototherapie nicht an, beziehungsweise ist die Gelbsucht schwerwiegender, kann auch eine Bluttransfusion nötig sein. Das ist jedoch nur in seltenen Fällen notwendig.

Ist der Bilirubinwert im Blut geringer als 14 Milliliter pro Deziliter, greifen Ärzte in der Regel nicht medizinisch ein. Sie raten Mama und Baby lediglich zu viel frischer Luft und Sonnenlicht. Am besten morgens und abends, um die empfindliche Babyhaut vor zu viel UV-Strahlung zu schützen.

Unbehandelte Gelbsucht kann Folgeschäden haben

Wird eine Gelbsucht über dem Wert von 14 Milliliter Bilirubin pro Deziliter Blut nicht behandelt, kann das zu Folgeschäden beim Baby führen. Dazu gehören Taubheit, eine Veränderung an Knochen und Gelenken, eine verminderte Intelligenz oder auch Bewegungsstörungen.

Der Gang zum Arzt sollte für Eltern, die vermuten, dass ihr Baby Gelbsucht hat, obligatorisch sein.

Ist eine Gelbsucht beim Baby ansteckend?

Eine Neugeborenengelbsucht ist nicht ansteckend. Sie ist rein entwicklungsbedingt.

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