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Glücklich und doch zutiefst betrübt: Stimmungs-schwankungen in der Schwangerschaft

von Adeline Hanek Veröffentlicht am 19. Juni 2009

Wie oft hört oder liest man, dass die Hormone für so manches Wechselbad der Gefühle verantwortlich sind. In der Schwangerschaft werden Stimmungsschwankungen von hormonellen Umbrüchen ausgelöst, aber auch von psychologischen Veränderungen und Ängsten, die mit dem neuen Zustand der werdenden Mami zusammenhängen.

Durch die Schwangerschaft sind das Leben, der Alltag und die Zukunft der werdenden Mutter völlig aus den Fugen geraten. Mit der freudigen Nachricht keimt bei vielen Schwangeren auch ein beunruhigendes Gefühl auf: Gedanken an die Entbindung, an eventuelle Probleme während der Schwangerschaft oder auch einfach Selbstzweifel an den eigenen mütterlichen Fähigkeiten...

Es gibt also viele Gründe, welche die Verwirrung der werdenden Mami - und damit ihre Stimmungsschwankungen währen der Schwangerschaft - erklären können. Aber wie hängen Schwangerschaft, Hormone und Gefühle genau zusammen?

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Schwangerschaft: Wenn Gefühle und Hormone durcheinander geraten

Während der Schwangerschaft geraten der Hormonhaushalt sowie die Gefühlswert gründlich durcheinander. Warum?
Die Hormone, die von den endokrinen Drüsen ausgeschüttet werden, erreichen während der Schwangerschaft Spitzenwerte. Manche dieser körpereigenen Substanzen wirken sich anscheinend auch auf Ihre Launen aus:

  • Adrenalin kann Stress oder Nervosität hervorrufen.
  • Endorphine lösen einen Wohlfühleffekt aus.
  • Das Powerhormon Kortisol und das Milchhormon Prolaktin sind für den Körper angeblich regelrechte Dopingmittel. Auch Östrogene haben eine aufputschende Wirkung.

Und all diese Energiespender prallen auf das müdigkeitsfördernde Hormon Progesteron.

Unsere Hormone stehen also in Wechselwirkung zueinander, ergeben ein Ungleichgewicht und damit ein chemisches Klima, das spontane Stimmungsschwankungen begünstigt: Himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt, ein wahres Wechselbad der Gefühle: hypersensibel, euphorisch, dann wieder gestresst, besorgt oder deprimiert.
Es gibt keine Regel: Die Emotionen können plötzlich vehement ausbrechen.

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Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft: Sprich darüber!

Schwangere Frauen werden heutzutage sehr gut medizinisch betreut und auf die Geburt vorbereitet. Aber die völlig natürlichen Sorgen und Zweifel einer Mutter werden leider oft wenig berücksichtigt, geschweige denn angesprochen.

Wenn du dich besonders verletzlich fühlst oder deine Schwangerschaft als negativ empfindest, solltest du unbedingt mit deinem Arzt oder deiner Hebamme darüber sprechen. Wenn dir das schwer fällt kannst du auch eine Fachberatung aufsuchen (Pro Familia, einen Psychologen, ...). Keine Bange: Das heißt nicht, dass du gleich eine umfangreiche Psychotherapie beginnen musst: Du brauchst einfach nur eine Person, die dir vorbehaltlos zuhört und deine Ängste versteht.

Eine Schwangerschaft ist nicht immer einfach. Es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen, besonders wenn es für dich das erste Mal ist. Es hilft dir bestimmt, darüber zu sprechen. Es ist unsagbar wichtig, in der Schwangerschaft Unterstützung zu bekommen.

Eine werdende Mutter ist psychisch "transparent". Daher ist es leicht möglich, zu den tiefer liegenden Gefühlen vorzudringen, die sonst kaum erreichbar sind, weil sie verdrängt werden.

Außerdem sind manche Angstzustände in der Schwangerschaft behandelbar, sodass die Entstehung von eventuellen Bindungsstörungen zum ungeborenen Kind von vornherein verhindert werden können.

Also: Nicht zögern und bei Bedarf Hilfe suchen!

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