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Wassergeburt: Wir klären die wichtigsten Fragen

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 23. Juli 2019

Jede schwangere Frau träumt davon, eine sanfte, schnelle und einfache Geburt zu haben. Für sich selbst und für ihr Kind. Viele denken deshalb über eine Wassergeburt nach, denn die soll vor allem Schmerzen erträglicher machen. Aber wie läuft eine Wassergeburt ab, was sind ihre Vor- und Nachteile und gibt es Einschränkungen, wer eine Wassergeburt haben darf? Wir klären auf.

Das Thema Geburt ist bei vielen Frauen ein angstbesetztes Thema. Vermutlich, weil es so viele negative Geschichten dazu gibt. Dabei sind es vor allem die Schmerzen einer Geburt, die werdenden Müttern Schweißperlen auf die Stirn treiben. Bei einer Wassergeburt sollen diese aber gar nicht so schlimm sein, weil das warme Wasser krampflösend wirkt und Wehen so erträglicher macht.

Was genau eine Wassergeburt ist, was ihre Vor- und Nachteile sind und für wen sie infrage kommt, darüber wollen wir euch aufklären.

Was ist eine Wassergeburt genau?

Von einer Wassergeburt spricht man, wenn das Baby unter Wasser auf die Welt kommt. Das heißt, die Frau sitzt in einem Geburtsbecken und bringt ihr Kind darin zur Welt. Dabei kann sie während der gesamten Geburt - also von der Eröffnungsphase bis zur Austreibungsphase - in dem Becken sitzen oder auch nur die Austreibungsphase darin verbringen.

Noch mehr Informationen zum Ablauf einer Wassergeburt bekommt ihr auf Onmeda.de.

Für wen kommt eine Wassergeburt in Frage?

Frauen, deren Schwangerschaft ohne Komplikationen verlief, die gesund sind, keine Vorerkrankungen haben und die 37. Schwangerschaftswoche abgeschlossen haben und deren Kind in Schädellage, also mit dem Kopf Richtung Becken liegt, können problemlos eine Wassergeburt haben.

Für wen kommt eine Wassergeburt nicht in Frage?

Es gibt Umstände und Situationen, bei denen eine Wassergeburt ein zu hohes Risiko für Mutter und Kind bedeuten würde. Dazu zählen:

  • die Steißlage des Babys
  • eine bereits gesetzte Periduralanästhesie (PDA)
  • eine Mehrlingsgeburt
  • Unregelmäßigkeiten der kindlichen Herztöne

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Was sind die Vorteile einer Wassergeburt?

Der größte Vorteil einer Wassergeburt liegt auf der Hand: Das warme Wasser entspannt die werdende Mutter und nimmt ihr somit ein wenig Schmerzen. Tatsächlich aber, so haben es verschiedene Studien bisher belegen können, hat eine Wassergeburt noch weitere Vorteile für Mutter und Kind:

  • Wassergeburten sind im Durchschnitt kürzer. Genau genommen ist die Eröffnungsphase bei einer Wassergeburt kürzer, die Länge der Austreibungsphase unterscheidet sich nicht zu einer Geburt "an Land".
  • Dammrisse und Dammschnitte kommen bei einer Wassergeburt deutlich seltener vor.
  • Bei Wassergeburten werden durchschnittlich weniger Schmerzmittel verabreicht.
  • Die Frau verliert bei einer Wassergeburt durchschnittlich weniger Blut.
  • Der Stress der Geburt ist für das Baby geringer, denn es wechselt vom Fruchtwasser ins warme Wasser der Badewanne und dann erst an die Luft.

Was sind Nachteile und Risiken einer Wassergeburt?

Eine Geburt ist nie vorhersehbar und deshalb ist sie immer mit Risiken verbunden. Dabei ist es egal, ob es eine Wassergeburt oder eine Geburt im Kreißsaal ist. Als Gegenargument für eine Wassergeburt wird oftmals das erhöhte Infektionsrisiko genannt. Allerdings gibt es diverse Studien, die belegen, dass es bei einer Wassergeburt in Wirklichkeit kein erhöhtes Infektionsrisiko für Mutter und Kind gibt.

Was als Risiko bei einer Wassergeburt gewertet werden kann, ist, dass Ärzte und Hebammen nicht so schnell eingreifen können, sollten Komplikationen während der Geburt auftreten. Muss die Frau erst das Wasser verlassen, können wichtige Minuten verstreichen.

Bei einer Wassergeburt ist es übrigens nicht möglich, eine herkömmliche PDA (Periduralanästhesie) zu setzen, sollte die Frau zu starke Schmerzen spüren. Denn mit einer PDA wird die untere Körperhälfte der Frau, also auch ihre Beine, betäubt. Würde es Komplikationen geben oder die Frau aus einem anderen Grund aus der Wanne aussteigen müssen, wäre das nicht möglich. Neben einer PDA gibt es aber weitere Methoden der Schmerzlinderung, die auch bei einer Wassergeburt zum Einsatz kommen können.

Kann ein Baby bei einer Wassergeburt ertrinken?

Nein, ein Baby kann bei einer Wassergeburt nicht ertrinken. Babys werden mit einem Atemschutz-Reflex (auch "Taucherreflex" genannt) geboren. Der verhindert, dass das Kind unter Wasser beginnt, eigenständig zu atmen. Die feinen Haare rund um Mund und Nase reagieren auf das Wasser. Solange das Baby also unter Wasser ist, wird es über die Nabelschnur mit ausreichend Sauerstoff versorgt.

Erst wenn das Neugeborene Luft um die Nase herum spürt, macht es seinen ersten Atemzug.

Trotz des Atemschutz-Reflexes sollte das Kind nicht unnötig lange unter Wasser verweilen. Idealerweise wird es innerhalb der ersten Minute nach der Geburt an die Wasseroberfläche gehoben und der Mutter auf die Brust gelegt.

Weitere ausführliche Informationen rund um die Geburt erhaltet ihr auch auf der Internetseite familienplanung.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

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