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Wochenfluss: Alles zu Dauer, Verlauf und möglichen Komplikationen

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 11. August 2019

Den Wochenfluss muss jede Mama nach der Geburt durchleben. Wir klären die wichtigsten Fragen zu Dauer, Verlauf und Farbe.

Es gibt Dinge, und sehr oft haben sie mit unserem Körper zu tun, über die sprechen wir Frauen nicht gerne. Dazu gehört auch der Wochenfluss, eine mehrwöchige Blutung nach der Geburt, die wirklich jede Mutter hat. Aber gerade nach der Geburt, wenn unser Körper sich anders anfühlt, ist es wichtig, dass Frauen ihn genau kennen und wissen, was normal ist und bei welchen Signalen sie sich besser ärztlichen Rat holen sollten.

Deshalb wollen wir (er)klären, was der Wochenfluss ist, wie lange er dauert, wie er sich über die Wochen verändert und bei welchen Signalen man alamiert sein sollte.

Was ist der Wochenfluss?

Über viele Wochen sind Mutter und Kind über Nabelschnur und Plazenta miteinander verbunden. Wenn die Plazenta als Nachgeburt ausgetrieben wird, hinterlässt sie eine Wunde in der Gebärmutter der Frau, in etwa der Größe einer Handfläche. Auch innerhalb des Geburtskanals können kleinere Verletzungen unter der Geburt passieren. Blut, Wundsekret und Gewebereste der 'Verletzungen' und der Wunde in der Gebärmutter werden als so genannter Wochenfluss aus dem Körper gespült.

Außerdem enthält der Wochenfluss auch Bakterien. Es ist also wichtig, dass er ungehindert ablaufen kann. Stillen beeinflusst den Wochenfluss positiv. Durch das Stillen schüttet der Körper Oxytocin aus, was die Gebärmutter dazu anregt, sich zusammenzuziehen und die Heilung der Wunde zu unterstützen.

Gerade kurz nach der Geburt bemerken manche Frauen ein Ziehen im Unterbauch, wenn sie ihr Baby stillen, ähnlich der Schmerzen während oder kurz vor der Periode. Die Schmerzen haben nicht unmittelbar etwas mit dem Wochenfluss zu tun, sondern stammen vielmehr vom Zusammenziehen der Gebärmutter. Man bezeichnen sie auch als Nachwehen. Sie werden also über die nächsten Tage weniger und begleiten Frauen nicht über den gesamten Wochenfluss.

Hat man auch nach einem Kaiserschnitt einen Wochenfluss?

Auch nach einem Kaiserschnitt haben Frauen den Wochenfluss, denn auch bei ihnen löst sich die Plazenta von der Gebärmutterwand und hinterlässt eine Wunde, die abheilen muss.

Wie lange dauert der Wochenfluss?

Der Wochenfluss verläuft in der Regel zwischen drei und sechs Wochen. Er lässt sich in vier Phasen unterteilen, in denen er sowohl Farbe als auch Konsistenz verändert:

Wochenfluss Phase 1:
In den ersten Tagen direkt nach der Geburt ist der Wochenfluss sehr stark, flüssig und blutrot. Es kann vorkommen, dass er nach längerem Liegen schwallartig auftritt oder das durch die Blutgerinnung und das lange Liegen auch größere Blutklumpen ausgeschieden werden. Das kann beängstigend aussehen, ist in der Regel aber kein Grund zur Sorge.

Wochenfluss Phase 2:
Nach etwa einer Woche hat sich der Wochenfluss bereits verändert. Er hat an Stärke nachgelassen und ist eher bräunlich gefärbt.

Wochenfluss Phase 3:
Nach einer weiteren Woche sieht der Wochenfluss schmutzig gelb aus, ist etwas zähflüssiger und meist schwach.

Wochenfluss: Phase 4
Etwa drei Wochen nach der Geburt ist der Wochenfluss eher weißlich und wässrig und tritt schwach auf.

Wie lange die unterschiedlichen Phasen des Wochenflusses dauern ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Es ist ein Heilungsprozess, dem man Zeit geben sollte. In dieser Phase ist das Infektionsrisiko für Frauen besonders hoch. Deshalb sollte während des Wochenflusses auf ein ausgedehntes Vollbad verzichtet werden und auch Sex sollte nur unter Benutzung eines Kondoms stattfinden. Frauenärzte raten im Allgemeinen dazu, das vollständige Versiegen des Wochenflusses abzuwarten, bevor Frauen wieder Sex haben sollten.

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Darf man Tampons während des Wochenflusses verwenden?

Frauenärzte raten dringend davon ab, während des Wochenflusses Tampons zu benutzen. Zum einen muss der Wochenfluss ungehindert aus deinem Körper gespühlt werden. Ein Tampon saugt die Flüssigkeit auf, verbleibt aber weiterhin im Körper. Das heißt, dass die im Wochenfluss enthaltenen Bakterien ebenfalls weiter im Körper verbleiben.

Außerdem birgt die Verwendung von Tampons die Gefahr, dass zusätzliche Bakterien in die Gebärmutter gelangen und das Infektionsrisiko erhöhen.

Welche Binden eignen sich für den Wochenfluss?

Verwende während des Wochenflusses ausschließlich Binden und Slipeinlagen. Gerade in den ersten Tagen nach der Geburt ist der Wochenfluss sehr stark. In den meisten Krankenhäusern werden spezielle Binden oder Vlieswindeln bereit gestellt. Je schwächer der Wochenfluss wird, desto kleinere Binden und Einlagen wirst du benötigen.

Achte in den ersten Tagen des Wochenflusses darauf, die Binde regelmäßig im Abstand von 2 bis 3 Stunden zu wechseln. Du solltest zusätzlich mit einem warmen, feuchten Lappen den Intimbereich reinigen. Händewaschen ist zur Zeit des Wochenflusses auch vor dem Toilettengang nötig. Damit keine zusätzlichen Bakterien in die Gebärmutter gelangen können.

Komplikationen beim Wochenfluss

Die Abheilung der Plazenta ist ein Prozess. Das heißt, der Wochenfluss sollte sich langsam verändern und langsam weniger werden. Aufmerksam werden sollte man deshalb, wenn der Wochenfluss von heute auf morgen stoppt. Das könnte ein Zeichen für einen Wochenflussstau sein. Es ist wichtig, dass Blut, Bakterien und Wundsekret aus deinem Körper gespült werden. Geschieht das nicht, kann das zu schweren Erkrankungen wie Kindbettfieber u.a. kommen. Konsultiere bei einem Wochenflussstau immer einen Arzt oder deine Hebamme.

Einen Arzt aufsuchen sollten frisch gebackene Mütter während des Wochenflusses außerdem, wenn:

  • die Blutung so stark ist, dass innerhalb einer Stunde die Binde gewechselt werden muss oder das Blut regelrecht aus der Scheide läuft (wie Wasser aus dem Hahn)
  • Fieber oder Schüttelfrost auftreten
  • der Wochenfluss übel riecht, nach Eiter oder Fisch
  • der Wochenfluss plötzlich wieder stärker wird
  • vermehrt Blutklumpen ausgeschieden werden
  • die Farbe plötzlich wieder blutrot wird

Kann man den Wochenfluss anregen bzw. unterstützen?

Man kann den eigenen Körper ein wenig bei der Heilung der Gebärmutterwunde und dem Ausscheiden des Wochenflusses unterstützen. Legt man sich täglich ein bis zweimal für 20-30 Minuten auf den Bauch, fördert das die Rückbildung der Gebärmutter und regt so den Wochenfluss an.

Auch eine Bauchmassage, am besten vom Partner oder einer anderen Person, kann den Wochenfluss unterstützen und anregen. Einfach mit der flachen Hand und leichtem Druck im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel massieren. Das regt die Gebärmutter an und so auch den Wochenfluss.

Ein warmes Salz-Sitzbad kann die Blutung fördern. Mischt einfach eine Handvoll Meersalz in die halbvolle Wanne und setzt euch für ca. 15 Minuten rein. Wichtig ist, dass eure Brüste, solltet ihr stillen, das Wasser nicht berühren, damit nichts von dem Wochenfluss in die Milchkanäle gelangen kann.

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