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Shiatsu: Die wohltuende Wirkung der Fingerdruck-Massage

Linda Chevreuil
von Linda Chevreuil Veröffentlicht am 28. März 2008
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In den meisten Beautytempeln, Kurbädern und Massagezentren gehört Shiatsu zum festen Bestandteil der traditionellen japanischen Medizin. Die spezifische Technik ist eng mit der Akupunktur verwandt und lindert zahlreiche Schmerzen.

Der Ursprung
Die japanische Körpertherapie Shiatsu bedeutet wörtlich übersetzt "Fingerdruck". Diese Technik wurde von der traditionellen chinesischen Medizin beeinflusst und hat sich im Laufe der Jahrhunderte weiter entwickelt. Seit dem 19. Jahrhundert gibt es die Shiatsu-Massage wie
wir sie heute kennen. Im Land der aufgehenden Sonne wird die Shiatsu-Technik schon längst und häufig praktiziert. In den westlichen Ländern wurde sie erst in den 60er Jahren bekannt, erlebt seitdem aber einen anhaltenden Boom.
Die Shiatsu-Massage setzt sich wie die orientalischen Therapien (z.B. Akkupunktur) zum Ziel, den Fluss der Lebensenergie QIim Organismus wiederherzustellen. Allerdings nicht mit Nadeln, sondern mit den Fingern. Laut dieser Jahrtausende alten Medizin wird der menschliche Körper von grundlegenden Leitbahnen durchdrungen, durch die Energie fließt: den Meridianen. An gewissen Punkten sind die Energiebahnen "geöffnet", dort ist die Energiequelle besonders gut zugänglich: die Akkupunkturpunkte. Man zählt 12 Hauptmeridiane mit mehreren hundert Punkten (Tsubos).
Wenn der Fluss der Lebensenergie gestört oder blockiert wird, kommt dies durch Dysfunktionen im Organismus, Schmerzen und Müdigkeit zum Ausdruck.

Der Ablauf einer Massage-Sitzung
Im Gegensatz zu den meisten Massagen wird die Shiatsu-Behandlung ohne Öl angewendet. Der Patient muss sich also nicht frei machen und trägt auch während der Sitzung Unterwäsche oder eine leichte, bequeme Kleidung. Der Masseur legt zuerst seine Hand auf das Zentrum der Lebensenergie, das Hara(Körpermitte). Dieser entscheidende Vitalpunkt liegt über dem Bauchnabel.
Der Shiatsu-Therapeut spricht mit dem Patienten und beobachtet ihn um eventuelle Funktionsstörungen ausfindig zu machen. Der Masseur spürt mit seinen Händen, welche Zonen stärker verkrampft sind als andere. Er folgt einem genauen Verfahren, wobei er mit seinem Körpergewicht und der Gravitationskraft arbeitet. Er behandelt nacheinander alle Körperstellen (von den Füßen bis zur Kopfhaut) und übt mit den Fingern gezielt Druck auf bestimmte Zonen aus. Je nach Empfindsamkeit des Patienten wird der Fingerdruck mehr oder weniger tief ausgeführt. Der Masseur nimmt sich besonders viel Zeit für die Zonen, die von der Dysfunktion betroffen sind. Er wendet erst dynamische Bewegungen an, um die Stelle zu stimulieren und dann langsame Bewegungen, um die Stelle zu entspannen. Manchmal dehnt bzw. streckt der Masseur am Ende der Sitzung bestimmte Körperteile.

Die gesundheitsfördernde Wirkung
Die Shiatsu-Therapie unterscheidet sich von den herkömmlichen Entspannungs- techniken, weil sie zugleich eine präventive und eine heilende Wirkung anstrebt. Wenn die Methode regelmäßig angewendet wird garantiert sie dem Patienten dauerhafte Energie, ein gestärktes Immunsystem und ein ganzheitliches Wohlbefinden. Das ist der präventive Effekt. Shiatsu gehört also zu einer optimalen Lebensführung dazu, ebenso wie eine gesunde Ernährung, körperliche Bewegung oder Entspannung...

In bestimmten Situationen ist Shiatsu auch eine gute alternative Heilmethode um Schmerzen oder Funktionsstörungen im Organismus ohne Medikamente zu lindern. Der Masseur sucht in diesem Fall den Verspannungspunkt (der nicht immer dort liegt, wo man ihn spontan vermutet), also die Stelle, an der die Lebensenergie blockiert wird. Der Shiatsu-Meister kann in einer oder mehren Sitzungen Rücken- probleme bewältigen, Migränen oder Verdauungsprobleme lösen, Müdigkeit vertreiben oder die körperliche bzw. geistige Verfassung verbessern.

von Linda Chevreuil