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Mehr schaffen in weniger Zeit: So funktioniert ein 'Bullet Journal'

Inga Back
von Inga Back Veröffentlicht am 24. Mai 2018
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Das Bullet Journal erobert gerade Stück für Stück die Welt und auch wir sind ihm verfallen. Es ist individuell anpassbar und kann als To-do-Liste, Notizblock oder Tagebuch genutzt werden - aller Wahrscheinlichkeit nach wird es eine gute Mischung aus allem. Wir zeigen euch, was ein Bullet Journal ist und wie ihr es am besten für euch nutzen könnt!

Viele schwören auch heute im digitalen Zeitalter noch auf klassische, analoge Terminkalender. Sie haben jedoch den Nachteil, dass sie meistens an den Tagen, an denen am meisten zu tun ist, nicht genügend Platz zum Aufschreiben bieten - und an anderen Tagen dafür zu viel. Außerdem bieten sie meistens nur Platz für Termine. Notizen oder To-do-Listen landen auf irgendwelchen Zetteln, die im Bermuda Dreieck unserer Handtaschen verschwinden.

Es gibt natürlich auch unzählige Organisations-Apps, die versprechen, dass man fortan alles unter einen Hut bekommt und dabei noch Zeit gewinnt. Doch alle diese Apps haben eine Sache gemeinsam: Sie geben die Struktur vor und lassen sich noch weniger individualisieren als der klassische Terminkalender.

Wer etwas sucht, das perfekt zu den eigenen Bedürfnissen passt, muss bisher lange suchen und gibt sich am Ende meist mit etwas zufrieden, das nur ansatzweise passt. Doch genau hier kommt das Bullet Journal ins Spiel.

Was ist ein Bullet Journal?

Zu Beginn ist das Bullet Journal (auch "BuJo") nichts weiter als ein leeres Notizbuch. Es wird jedoch nach und nach befüllt und entwickelt sich so zum Terminkalender, Planer, Notizbuch und sogar Tagebuch in einem. Der Amerikaner Ryder Carrol hat das Bullet Journaling ins Leben gerufen, ihm ging es vor allem um Effizienz. Der Begriff "Bullet Journal" setzt sich zusammen aus dem englischen Begriff "Bullet Points", also Stichpunkten, und dem "Journal", also dem Tagebuch. Im BuJo besteht also jeder Tag aus vielen einzelnen Stichpunkten, die Termine, To-dos, Notizen und Inspirationen umfassen.

Das ist auch genau das Schöne am Bullet Journal: Jeder kann sein Bullet Journal den eigenen Bedürfnissen anpassen. Dies fängt bereits bei der Größe an, von A6 bis A4 und auch darüberhinaus gibt es keine Einschränkungen. Und auch bei der Optik sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt - von minimalistisch bis kunstvoll verziert ist alles vertreten.

Bullet Journal: der Aufbau

Das System des Bullet Journal nach Ryder Carrol lässt sich in sechs Punkte einteilen. Natürlich muss man diese nicht genauso übernehmen, für den Anfang ist es aber ein gutes Gerüst, an dem man sich entlang hangeln kann. Nach einer Weile lernt man schnell, welche Punkte am besten zum eigenen Organisationsstil passen und kann sein Bullet Journal dementsprechend anpassen.

1. Der Key

Die erste Seite im Bullet Journal enthält eine Legende der verwendeten Symbole. Das können Bindestriche für Notizen, Sternchen für Termine, Punkte für To-dos, Ausrufezeichen für besonders wichtige Aufgaben usw sein. Erfahrene Bullet-Journal-Verwender brauchen natürlich keine Erklärungen für die Symbole, aber gerade beim ersten Bullet Journal kann es sehr hilfreich sein, sich einen Key einzutragen.

2. Der Index

Auf den Key folgt meist der Index, also das Inhaltsverzeichnis. Dafür werden die ersten 3-4 Seiten des BuJos reserviert und alle Seiten nummeriert. Der Index ist am Anfang weitestgehend leer, da noch nicht viel im BuJo eingetragen ist und die befüllten Seiten somit überschaubar sind. Aber umso weiter man sein BuJo befüllt, umso hilfreicher wird der Index, da man nun Ereignisse oder Notizen, die vielleicht schon Monate zurückliegen, trotzdem schnell findet. Deshalb ist es wichtig, dass bei jedem neuen Thema, oder jedem abgeschlossenen Monat, der Index erweitert wird.

3. Der Future Log

Der Future Log ist ein Jahreskalender. Er folgt auf den Index und umfasst etwa ein Drittel, oder die Hälfte einer Seite pro Monat. Hier werden Termine oder To-dos eingetragen, die bereits Monate im Voraus abzusehen sind. Auch diese Listen werden nach und nach um neue Aufgaben ergänzt.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Terminkalendern könnt ihr mit dem Bullet Journal zu jeder Zeit beginnen und müsst nicht bis Januar damit warten. Auch wenn ihr erst im August einsteigt, verändert sich dadurch bloß, dass euer Future Log kürzer wird. Ihr habt nicht die ganzen leeren Seiten im vorderen Teil des Planers, wie es bei Terminkalendern der Fall wäre.

4. Der Monthly Log

Nach der Jahresübersicht beginnt man mit dem eigentlichen Rapid Logging. So nennt man die Stichpunktartigen Einträge der To-dos und Termine im Bullet Journal. Zuerst beginnt man dabei mit dem Monthly Log. Also mit einer Übersicht des aktuellen Monats.

Dazu werden alle To-dos und Termine für den Monat eingetragen. Das bedeutet hier werden sowohl neue Aufgaben, als auch nicht erledigte Aufgaben aus dem Vormonat und Einträge aus dem Future Log notiert. Am Ende des Monats kann man den Monthly Log auch als Kontroll-Instanz benutzen, um sicherzustellen, dass alle To-dos für den Monat erledigt wurden.

5. Der Weekly Log

Die Wochenübersicht lassen viele auch weg, da ihnen Tages- und Monatsübersicht ausreichen. Es kann jedoch hilfreich sein, zumindest eine halbe Seite zu Beginn jeder neuen Woche für den Weekly Log zu reservieren. So lassen sich größere Aufgaben und Ziele einfach in kleinere, konkrete Etappen auf Kalenderwochen verteilen. Wer trotzdem keinen Weekly Log verwenden möchte, kann jedoch direkt weiterspringen zum Daily Log.

6. Der Daily Log

Beim Daily Log entfaltet das Bullet Journaling seine ganze Pracht. Hier könnt ihr kurzfristig jede Aufgabe eintragen, die der Tag für euch bereit hält, alle Termine vermerken, Prioritäten vergeben und am Ende des Tages auch gleich checken, ob ihr jeden Punkt auf der Liste abhaken könnt, oder ob bestimmte Aufgaben sich verändert haben oder auf den nächsten Tag geschoben werden müssen.

Hier kommen auch die Symbole zum Tragen, die ihr euch vorher im Key notiert habt: Aufgaben, die auf den nächsten Tag verschoben werden müssen, könnt ihr mit einem Kleiner-als-Zeichen markieren, Erledigtes könnt ihr abhaken oder durchstreichen und ihr könnt sogar wie in einem Tagebuch eure schönsten Erlebnisse des Tages in einigen Stichpunkten notieren.

Meistens umfasst der Daily Log gerade einmal ein Drittel einer Seite, sodass sich die Wochentage bereits auf zwei Seiten unterbringen lassen. Wenn eine Woche sich auf eine Doppelseite erstreckt, spricht man vom Weekly Spread.

Für das Weekly Spread gibt es zwar viele wunderschöne Vorlagen und Ideen, es empfiehlt sich jedoch die Wochentage nicht im Voraus einzutragen, damit man beim Platz flexibel bleibt. Gerade als Bullet Journal-Anfänger ist es oft noch schwierig einzuschätzen, wie viel Platz man pro Tag brauchen wird. Menschen mit vielen Terminen, die gerne auch kleine To-dos notieren, brauchen vielleicht eine ganze Seite pro Wochentag, anderen reicht möglicherweise ein Drittel und wieder andere führen ihr BuJo nur von Montag bis Freitag.

Die Extras: Bullet Journal Ideen

Das Bullet Journal kann nicht nur optisch gestaltet werden wie es einem gefällt, sondern man kann natürlich auch den Inhalt anpassen. Neben dem Grundgerüst, das auf reine Effizienz abzielt, hat sich inzwischen eine ganze Bullet-Journaler-Community gebildet, die verschiedene Tracker, Challenges, oder schöne Handletterings in ihre BuJos integrieren.

Sleep-, Habit-, Mood- und viele weitere Tracker

Die Tracker sollen einen bestimmten Verlauf aufzeichnen und überprüfen. So kann man zum Beispiel beim Sleep-Tracker jeden Tag notieren, wie viele Stunden Schlaf man bekommen hat und am Ende des Monats nachprüfen, ob man mit der Entwicklung zufrieden ist. Dasselbe Prinzip lässt sich natürlich auf viele andere Bereiche übertragen. Beim Mood-Tracker wird die eigene Laune erfasst und der Habit-Tracker kümmert sich um bestimmte Gewohnheiten. Sei es, ob man genügend Wasser trinkt, oder ob man es geschafft hat, um eine bestimmte Uhrzeit aufzustehen. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Challenges

Der Name sagt es bereits: Es geht um Herausfroderungen. Dabei wird oft ein persönliches Ziel gesetzt, wie zum Beispiel ein flacher Bauch. Dann werden Übungen für 30 Tage notiert, die es zu erfüllen gilt.

Auch das lässt sich auf viele Bereiche ausweiten: Bullet Journaler machen Beziehungs-Challenges, die einer Liebesbeziehung frischen Wind verleihen sollen, Fitness-Challenges, aber auch persönliche Challenges wie eine mentale Challenge, bei der positive Gedanken oder der Abbau von Stress im Vordergrund stehen.

Die 30 Tage Bauch-weg-Challenge von gofeminin

Achtung! Das Problem beim Bullet Journaling

Wenn man die wunderschönen Vorlagen auf Pinterest sieht und sich generell gerne kreativ austobt, ist die Gefahr groß, dass man sich beim Bullet Journaling übernimmt. Irgendwann verliert man vor lauter Trackern und Challenges den Überblick, sodass der eigentliche Sinn des BuJo verloren geht. Dann ist auch die Gefahr groß, dass man das Bullet Journal nicht fortführt. Außerdem kann es auf Dauer auch zum weiteren To-do verkommen, die ganzen Tracker auszufüllen. Man sollte also spätestens, wenn man das Gefühl bekommt, dass das BuJo mehr Arbeit macht als es Zeit spart, einen Gang zurückschalten und sich wieder auf das Grundgerüst konzentrieren.

Wenn man es jedoch langsam angeht, sich zu Beginn auf das Wesentliche konzentriert und das BuJo mit dem aktuellen Tagesgeschäft erweitert, kommen kreative Spielereien ganz von alleine dazu und machen dann auch Spaß. Und eines Tages, wenn das Bullet Journal voll ist, hat man eine wunderschöne Erinnerung ans vergangene Jahr, die man gerne aufbewahrt und noch Jahre später mit Freude durchblättert.

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