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Coronavirus beim Hund: Übertragung und Maßnahmen

von Nicola Pohl Veröffentlicht am 17. März 2020
© Getty Images

Wegen Covid-19 müssen viele Menschen in Quarantäne bleiben. Doch wie versorgt man das Haustier? Und gibt es das Coronavirus beim Hund? Wir klären auf.

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, bleiben mittlerweile viele Geschäfte geschlossen und auch öffentliche Veranstaltungen werden abgesagt. Doch nicht nur das: Zeigen wir selbst Symptome oder hatten Kontakt zu jemandem, der mit Covid-19 infiziert ist, müssen wir in Quarantäne bleiben. Doch wie verhält man sich als Hundebesitzer richtig? Darf man noch mit dem Hund spazieren gehen?

Und gibt es das Coronavirus beim Hund? Wenn ja, wie sehen die Symptome aus? Und ist eine Ansteckung zwischen Mensch und Tier möglich?

Wir klären die wichtigsten Fragen rund ums Thema Coronavirus beim Hund.

Coronavirus Hund - Mensch: Ist eine Übertragung möglich?

Entwarnung: Die Wissenschaft geht bislang davon aus, dass sich Covid-19 nicht zwischen Mensch und Hund überträgt. Das haben die Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) und das European Centre for Disease Control (ECDC) bekannt gegeben. Demnach müssen Hunde auch keinen besonderen Schutzmaßnahmen wie einer Quarantäne unterzogen werden.

Bisher gibt es nur einen einzigen Hinweis auf eine Infektion vom Coronavirus beim Hund: Das Haustier eines Infizierten aus Hong Kong wies bei Abstrichproben aus Nase und Mundhöhle geringe Mengen des SARS-CoV-2-Erregers auf. Ob das wirklich bedeutet, dass der Hund mit dem Coronavirus infiziert ist oder ob es sich nur um eine passive Aufnahme von Partikeln aus der Umgebung handelt, ist allerdings unklar. Bislang zeigt der Hund keine Krankheitssymptome.

Derzeit führt das Friedrich-Loeffler-Institut Studien zur möglichen Übertragung des Coronvirus zwischen Mensch und Tier durch. Mit ersten Ergebnissen ist nicht vor Ende April zu rechnen.

Coronavirus: Gefährlich für Haustiere?

Video von esther.pistorius

Coronavirus beim Hund: Symptome

Coronaviren gibt es bei Tieren bereits sehr lange. Allerdings handelt es sich dabei um einen anderen Erreger als bei Covid-19. Coronaviren treten bei Hunden zum Beispiel auf, wenn sie aus größeren Hundehaltungen oder dem Welpenhandel kommen. Symptome sind beispielsweise Fieber, Appetitlosigkeit, Schwäche und blutiger Durchfall.

Der Canine Coronavirus ist für Menschen allerdings nicht gefährlch. Er unterscheidet sich zudem deutlich von Covid-19.

Ist Covid-19 gefährlich für meinen Hund?

Da bisher davon ausgegangen wird, dass Covid-19 nicht auf Haustiere übertragen werden kann, stellt das Coronavirus beim Hund keine Gefahr dar. Solange ihr euch gesund fühlt, müsst ihr euch definitiv nicht von eurem Haustier trennen.

Solltet ihr selbst erkranken, solltet ihr noch stärker auf strenge Hygiene achten. Das heißt: Regelmäßig die Hände gründlich mit Seife waschen. Vor allem bevor ihr euren Hund anfasst oder füttert. Enger Kontakt sollte möglichst vermieden werden. Das Gesicht abschlecken sollte grundsätzlich vermieden werden, erst recht, wenn ihr als Halter krank seid, egal ob einfache Erkältung oder Covid-19.

Am besten ist es, wenn ihr während dieser Zeit Familie oder Freunde um Hilfe bei der Pflege eures Hundes bittet.

Wer kümmert sich bei Quarantäne um den Hund?

Derzeit sitzen viele Menschen in häuslicher Quarantäne fest, sei es, weil sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben oder lediglich Kontakt zu Infizierten hatten. Viele Hundebesitzer stellen sich die Frage: Wer kümmert sich um meinen Hund, wenn ich Ausgangssperre habe? Und darf ich mit meinem Hund draußen noch spazieren gehen?

Seid ihr fit genug und besitzt einen eigenen Garten ist es kein Problem, dass ihr euch weiterhin um euren Hund kümmert. Problematisch wird es, wenn ihr ans Bett gebunden seid und keinen eigenen Garten besitzt, denn der Hund muss natürlich trotzdem regelmäßig nach draußen.

Habt ihr euch mit Covid-19 infiziert, steht ihr unter Quarantäne und dürft die Wohnung nicht mehr verlassen. Auch nicht, um mit dem Hund spazieren zu gehen. Verstöße werden mit Geldbußen oder sogar Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren rechnen.

In diesem Fall muss jemand anderes die Pflege des Haustiers übernehmen. Fragt Freunde oder beauftragt einen Hundesitter. Seid ihr schwer erkankt und habt keine Bekannten, die sich um das Tier kümmern können, müsst ihr euch an die zuständigen Behörden wenden, damit euer Haustier (Hunde, Katzen, Hasen, Vögel etc.) artgerecht gepflegt wird.

Hier findet ihr konkrete Tipps bei häuslicher Quarantäne des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Darf ich bei einer Ausgangssperre noch mit meinem Hund Gassi gehen?

Grundsätzlich dürften Hundehalter weiterhin mit ihrem Hund Gassi gehen, auch wenn es zu einer Ausgangsperre kommen sollte. So ist es zumindest in den bisher betroffenen Ländern, Österreich, Spanien und Italien der Fall. Jedoch wird es hiezu sicher genauere Auflagen geben. Lange Spaziergänge sind dort etwa nicht mehr drin, nur noch eine kurze Gassi-Runde in der direkten Umgebung, um das Geschäft zu erledigen. In Frankreich beispielsweise muss man jedoch für polizeiliche Kontrollen eine Selbstauskunft bei sich tragen, um Gründe und Dauer des Aufenthalts draußen rechtfertigen zu können.

Coronavirus beim Hund erkennen

Zeigt euer Haustier Krankheitssymptome und ihr macht euch dennoch Sorgen, dass es sich um das Coronavirus beim Hund handeln könnte, verfallt nicht in Panik. Wendet euch an euren Tierarzt und lasst die Symptome dort abklären. Falls die Symptome tatsächlich auf Covid-19 hindeuten, kann auch bei Hunden ein Test auf das Coronavirus durchgeführt werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass euer Hund daran erkrankt, gilt bisher aber als so gut wie ausgeschlossen.

Also kümmert euch weiterhin gut um euer Haustier und genießt die gemeinsame Zeit.

Quellen:

von Nicola Pohl