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DNA-Test für Hunde: Welche Rassen verstecken sich in meinem Hund?

von Maike Schwinum Erstellt am 28. März 2021
DNA-Test für Hunde: Welche Rassen verstecken sich in meinem Hund?© Getty Images

Wer regelmäßig darüber rätselt, welche Rassen eigentlich so im eigenen Vierbeiner stecken, kann das mit einem DNA-Test für den Hund herausfinden. Wir haben vier verschiedene Anbieter für euch getestet!

Jede*r Hundebesitzer*in kennt wohl diesen Moment, in dem man auf der Hundewiese steht und gefragt wird: "Was ist Ihr Hund denn für eine Rasse?" Oder auch: "Was ist da alles drin?"

Hat man einen Hund vom Züchter oder kennt zumindest Mutter und Vater seines Vierbeiners, ist diese Frage leicht beantwortet. Doch hat man einen Mischling aus dem Tierheim oder sogar aus dem Tierschutz im Ausland, kann man oft nur mit den Schultern zucken oder mutmaßen.

Dabei wäre es interessant zu wissen, wie die Äußerlichkeiten seines Hundes zustande kommen oder welche Charaktereigenschaften rassebedingt in ihm schlummern. Glücklicherweise gibt es für Herrchen und Frauchen, die sich doch etwas mehr Klarheit – und eine bessere Antwort für neugierige Mitmenschen auf der Hundewiese – wünschen, eine Lösung: der DNA-Test für Hunde.

Mit einem solchen Gentest lässt sich herausfinden, welche Rassen wirklich im eigenen Vierbeiner stecken. Die Tests erfreuen sich aktuell immer größerer Popularität, weshalb es auch eine zunehmende Anzahl an Anbietern im Netz gibt. Wir haben für euch vier der bekanntesten Anbieter von DNA-Tests für den Hund getestet und verraten euch unser Fazit.

DNA-Test für den Hund: Wie funktioniert der Gentest?

Der Testablauf zur Rassebestimmung ist eigentlich bei fast jedem Anbieter ähnlich. Nachdem man den DNA-Test für Hunde im Internet bestellt hat, bekommt man schon wenige Tage später ein Paket. Darin enthalten sind neben Anweisungen und einem Rückumschlag auch noch ein bis zwei Stäbchen oder Wattetupfer.

Mit dem Wattestäbchen muss der oder die Hundebesitzer*in nun seinem Vierbeiner eine Speichelprobe entnehmen. Wir können nun aus erster Hand belegen: Je nach Hund ist das leichter gesagt als getan. Denn mit dem Stäbchen muss über mehrere Sekunden an den Wangeninnenseiten gestrichen werden.

Ist die Probe erfolgreich entnommen, kann sie ganz einfach in den Rückumschlag gesteckt und zurück an den Testanbieter geschickt werden. Die Ergebnisse erhält man je nach Anbieter etwa drei bis vier Wochen später.

Wie sicher ist der DNA-Test für den Hund?

Im Labor werden die entnommenen Speichelproben dann bearbeitet, um die DNA aus den Körperzellen herauszulösen. Dann wird nach verschiedenen Genmarkern gesucht, die für ein bestimmtes rassetypisches Merkmal stehen. Die Genmarker werden dann mithilfe einer Analysesoftware mit den in der Datenbank des Labors vorhandenen Genmarkern abgeglichen.

Je mehr Rassen ein Labor also in seiner Datenbank hat, umso eindeutiger und sicherer ist der DNA-Test für den Hund. Die Anbieter, die wir getestet haben, verfügen über bis zu 364 Rassen.

Hat man einen besonders "gut gemischten" Vierbeiner, kommt es nicht selten vor, dass neben eindeutigen Rassen in den Ergebnissen des DNA-Tests auch "Mischlingshund" aufgelistet wird. Damit sind dann Vorfahren des Hundes gemeint, die selbst Mischlingsrassen ohne stichfeste Rassezugehörigkeit sind.

1. Canix

Der Anbieter Canix bietet eine ganze Reihe verschiedener DNA-Tests für Hunde in seinem Shop an. Wir haben für unseren Test die Version "PRO - Rassebestimmung für Mischlinge" für 119,90 Euro ausprobiert. Testobjekt Bonnie ist eine kleine aber feine Mischlingshündin aus Ungarn.

Bereits nach weniger als einer Woche trudelte das Testpaket ein und der Ablauf war super unkompliziert. Per Email bekamen wir sogar Bescheid, als die versendete DNA-Probe im Labor eingegangen war. Ziemlich genau vier Wochen später erhielten wir dann die Ergebnisse in Form eines ausführlichen PDF-Dokuments.

Das Ergebnis: "Bonnie ist ein typischer Mischling", heißt es in der Email mit dem Resultat. Im Stammbaum ist dann erkennbar, dass ein Elternteil ein Mix aus Glatthaar-Foxterrier und Drahthaar-Foxterrier ist, während der andere Elternteil zumindest zur Hälfte Puli ist. Zudem listet Danix einige nicht-signifikante Rassen auf, deren Anteil weniger als 12,5 Prozent ausmacht. Dazu zählen u.a. English Cocker Spaniel, Jack Russell Terrier und Person Russell Terrier.

2. Galantos

Das Labor Galantos Genetics GmbH bietet unter dem passenden Namen DogDNA DNA-Tests für Hunde an. Die Rassebestimmung ist für 119 Euro erhältlich und beinhaltet über 285 Hunderassen. Auf seiner Webseite listet der Anbieter sogar alle Rassen auf, die bei der Analyse berücksichtigt werden. Als Testobjekt diente diesmal Mischlingshündin Leni aus Russland.

Auch hier wurden, wie bei den meisten anderen Anbietern im Test, mit zwei Abstrichbürstchen Speichelproben entnommen - einmal auf der linken Seite, einmal auf der rechten. Ziemlich genau vier Wochen nach dem Versand der Proben erhielten wir das Ergebnis per Mail. Das Resultat war sehr ausführlich und übersichtlich aufgelistet und verständlich erläutert.

Ergebnis: Auch Leni ist ein echter Mischling! Das Resultat besagt, sie sei 50 Prozent Mischling, 25 Prozent Deutscher Schäferhund, 12,5 Prozent English Springer Spaniel und 12,5 Prozent Laika Mix. Zu der Hälfte, die nicht eindeutig bestimmt werden konnten, gehören unter anderem Belgian Mastiff, Papillon oder Hamiltonstovare.

3. DoggoDNA

Bei DoggoDNA gibt es bereits ab 99 Euro einen DNA-Test für Hunde, bei dem über 360 Rassen gecheckt werden. Wir haben allerdings die Premium-Version ausprobiert, die zusätzlich eine Vorfahren-Analyse, einen genetischen Gesundheitscheck und eine MDR1-Analyse umfasst und 179 Euro kostet.

Als Testobjekt diente hierbei Mischlingsrüde Toni aus Spanien. Auch hier hatten wir nach dem Versenden der Proben bereits vier Wochen später die Ergebnisse. Diese waren durch eine vorherige Registrierung direkt auf der Webseite von DoggoDNA einsehbar und in Form eines Dashboards auch optisch schön und verständlich aufgeschlüsselt.

Das Ergebnis: Toni ist 25 Prozent Deutscher Boxer, 25 Prozent Deutscher Schäferhund und 25 Prozent Mischlingshund. Die übrigen 25 Prozent sind eine Mischung aus Deutscher Dogge und Border Collie. Auch der Mischlingsanteil wurde aufgeschlüsselt und verriet unter anderem die Rassen Galgo Espanol, Pyrenean Mastiff und Labrador.

4. Feragen

Auch bei dem Anbieter Feragen gibt es für 99 Euro einen DNA-Test für den Hund. Bei unserem Test haben wir die "Rassebestimmung Topseller" für 119 Euro getestet. Als Testobjekt diente hierbei die liebenswerte Hündin Shiva. Auf den ersten Blick handelt es sich bei Shiva natürlich um eine Englische Bulldogge – doch da ihre Besitzerin sie nicht von einem Züchter hat, wollten wir der Reinrassigkeit auf den Grund gehen!

Das Testergebnis von Feragen erhielten wir innerhalb von vier Wochen, sowohl per E-Mail als auch per Post, in Form eines mehrseitigen Rassezertifikats. Darin enthalten waren neben dem Zertifikat auch eine Aufschlüsselung des Testergebnisses, viele Informationen zur Rasse und Aufklärungen über mögliche Krankheiten.

Das Ergebnis: Ja, Shiva ist eine Englische Bulldogge – und zwar zu 100 Prozent! Das bestätigt auch das Resultat von Feragen. Sowohl Shivas Eltern als auch ihre Großeltern und Urgroßeltern sind reinrassige Englische Bulldoggen.