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Pflanzen überwintern: So überstehen sie die kalte Jahreszeit

von Nicola Pohl Veröffentlicht am 7. Oktober 2019

Die kalte Jahreszeit naht und damit ändert sich auch für eure Pflanzen einiges. Wir verraten euch, wie ihr eure Pflanzen überwintern könnt.

Am liebsten hätten wir natürlich das ganze Jahr über einen grünen Balkon voll mit blühenden Pflanzen. Doch spätestens sobald die ersten Minusgrade kommen, heißt es: alle Pflanzen reinholen, die nicht winterhart sind.

Auch unsere Zimmerpflanzen wachsen während der Frühlings- und Sommermonate um einiges schneller. Sobald es draußen kälter und dunkler wird, bekommen sie schnell gelbe Blätter oder werden von Schädlingen befallen.

Wir erklären euch, wie und wo ihr eure Balkonpflanzen überwintern könnt und erklären, was sich im Winter für eure Pflanzen ändert. Außerdem haben wir die besten Tipps für euch, wie ihr auch eure Zimmerpflanzen während der dunklen Jahreszeit weiterhin glücklich macht. Pflanzen überwintern: So klappt es garantiert!

Was ändert sich für Pflanzen während des Winters?

Zum Wachsen brauchen Pflanzen vor allem eins: Licht. Je mehr Licht (nicht zwangsläufig Sonne) und Wärme sie bekommen, desto schneller wachsen sie. Deshalb gedeihen Pflanzen vor allem im Frühling und Sommer so gut und legen einen regelrechten Wachstumsschub hin. Das heißt umgekehrt aber auch, dass sie ihr Wachstum im Herbst und Winter stark verlangsamen, da es deutlich weniger Stunden mit Tageslicht gibt und es insgesamt kühler wird.

Wann müssen Balkonpflanzen reingeholt werden?

Meist ist es bereits im Oktober soweit: Je nach Temperatur sollten tropische und mediterrane Pflanzen wie zum Beispiel Palmen, Zitruspflanzen, Strelitzien, Zier-Bananen, Feigen oder Oliven bereits ab Temperaturen unter 10 °C in ihr Winterquartier gebracht werden.

Robustere Pflanzen wie zum Beispiel Lorbeer oder einige Bambussorten halten auch kurzzeitig Minusgrade aus und können daher meist noch bis in den November draußen stehen.

Welche Pflanzen können draußen überwintern?

Winterharte Pflanzen wie zum Beispiel Rosen, Lavendel oder Buchsbäume können zwar den Winter über draußen bleiben, sollten aber entsprechend vor der Kälte geschützt werden. Stellt die Kübelpflanzen zum Überwintern an die Hauswand und die Kübel am besten auf Styropor, damit der Wurzelballen nicht zu kalt wird. Indem ihr Laub auf der Erde verteilt und den Topf mit zum Beispiel Bastmatten oder Vlies einschlagt, könnt ihr die Kübel vor Kälte schützen und eure Pflanzen überwintern.

Wie und wo Balkonpflanzen überwintern?

Je nach Art der Kübelpflanze richtet sich auch die passende Überwinterung. Zu unterscheiden ist vor allem zwischen winterharten Pflanzen und tropischen oder mediterranen Pflanzen, die vor Frost und kalten Temperaturen geschützt werden müssen.

Nicht winterharte Balkonpflanzen überwintert ihr am besten im Haus. Da viele Pflanzen während der Wintermonate eine Ruhephase einlegen, gibt es dabei einiges bezüglich des Standorts zu beachten. Gut geeignet sind für die meisten Pflanzen Räume mit niedrigen Temperaturen zwischen fünf und zwölf Grad Celsius.

Ist das Winterquartier zu warm, werden eure Pflanzen nämlich zum Wachsen angeregt, obwohl es eigentlich zu wenig Licht gibt. Die Folge: Die Pflanzen treiben zwar aus, aber die Triebe werden lang, dünn und haben nur kleine Blätter. Besser geeignet sind daher Orte wie ein Wintergarten, helle Kellerräume und Garagen oder das Treppenhaus. Je kühler der Standort ist, desto weniger Licht brauchen eure Pflanzen beim Überwintern.

Tropische Pflanzen wie Bananen hingegen vertragen oder brauchen auch während des Winters einen warmen Standort mit viel Licht. Haltet sie aber von der Heizung fern, da sie trockene Luft nicht vertragen.

Zimmerpflanzen pflegen im Winter

Die größten Gefahren, die eure Zimmerpflanzen im Winter erwarten, sind zu wenig Licht, zu viel Wasser und zu trockene Luft.

Faktor 1: Licht
Da das Licht während des Winters insgesamt schwächer ist, solltet ihr eure Pflanzen so nah wie möglich ans Fenster stellen. Zimmerpflanzen, die im Sommer vielleicht super mit einem Standort einige Meter vom Fenster entfernt klargekommen sind, fangen sonst vielleicht an zu kränkeln.

Auch Wintersonne ist schwächer als die pralle Mittagssonne im Sommer, daher können jetzt sogar Pflanzen, die sonst keine direkte Sonne mögen, ein wenig davon abbekommen. Habt ihr nur wenige helle Plätze frei, kann eine Pflanzenlampe (z.B. hier bei Amazon) helfen, eure Pflanzen zu überwintern.

Faktor 2: Wasser
Auch beim Gießen gilt jetzt erhöhte Vorsicht. Denn zu viel Wasser führt bei euren Pflanzen zu Staunässe, Wurzelfäulnis und schließlich dem Absterben, da die Wurzeln kein Wasser mehr aufnehmen können.

Warum brauchen Pflanzen im Winter weniger Wasser? Ganz einfach: Es gibt weniger Licht und eure Pflanzen betreiben weniger Photosynthese. Dadurch wachsen sie nicht nur langsamer, sondern brauchen auch weniger Wasser. Auch aufs Düngen oder Umtopfen solltet ihr größtenteils verzichten. Als Faustregel gilt: Je dunkler eine Pflanze steht, desto weniger Wasser braucht sie. Damit ihr nicht zu viel gießt, kann ein Feuchtigkeitsmesser helfen (gibt’s hier bei Amazon).

Faktor 3: Luft
Wegen der fallenden Außentemperaturen drehen wir schließlich die Heizung hoch. Dadurch wird es zwar angenehm warm in der Wohnung, aber die trockene Heizungsluft sorgt auch dafür, dass die Luftfeuchtigkeit in eurer Wohnung stark absinkt. Und genau das können viele Pflanzen überhaupt nicht ausstehen. Ausnahmen sind Sukkulenten und Kakteen. Die meisten Grünpflanzen, vor allem mit tropischer Herkunft, brauchen jedoch eine recht hohe Luftfeuchtigkeit, um glücklich zu sein. Braune Ränder an den Blättern sind ein deutliches Zeichen dafür, dass die Luft zu trocken ist.

Um die Luftfeuchtigkeit in eurer Wohnung im Blick zu behalten, eignen sich Hygrometer. Am besten ist eine Luftfeuchtigkeit um die 50%, bei mehr als 60% erhöht sich die Gefahr von Schimmel in der Wohnung.

Tipps zum Luftfeuchtigkeit erhöhen

Durch einige Tricks könnt ihr die Luftfeuchtigkeit für eure Zimmerpflanzen erhöhen:
1. Kauft euch einen Luftbefeuchter. Der reguliert automatisch das Raumklima. Hier gibt’s einen guten bei Amazon.
2. Besprüht eure Pflanzen ein bis zwei Mal täglich mit kalkfreiem Wasser.
3. Stellt eine flache Schale mit feuchtem Blähton oder Kies unter eure Blumentöpfe. Das verdampfende Wasser, erhöht die Luftfeuchtigkeit.
4. Investiert in ein Gewächshaus, kleine Glasglocken oder Terrarien, um euren Pflanzen ein angenehmes Klima zu bieten.
5. Kauft euch Wasserverdunster für die Heizkörper. Die Behälter werden mit Wasser gefüllt und an die Heizungen gehängt, sodass das Wasser verdampft und die Luftfeuchtigkeit erhöht.

Ein weiteres Problem bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit: eure Pflanzen werden sehr anfällig für Schädlinge. Kontrolliert eure Pflanzen daher am besten regelmäßig vor allem an den Blattunterseiten. So könnt ihr sicher eure Pflanzen überwintern.

Unser Tipp: Duscht eure Pflanzen regelmäßig ab! Dadurch entfernt ihr nicht nur Staub von den Blättern, sondern könnt auch Schädlinge abspülen, bevor sie sich ausbreiten.

Diese Pflanzen können gut im Bad stehen:

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