Home / Living / Wohnen & Lifestyle / Samenbomben DIY: Hol dir den 'Guerilla Gardening'-Trend nach Hause

© Getty Images
Living

Samenbomben DIY: Hol dir den 'Guerilla Gardening'-Trend nach Hause

von Justin Amaral Veröffentlicht am 24. Juli 2019

Für urbane Gärtner liegen Blumenbomben schon lange im Trend. Mittlerweile erobern die blühenden Überraschungen auch die deutschen Gärten und Balkone. Wir verraten euch, was es mit 'Guerilla Gardening' auf sich hat und wie ihr Seedbombs kinderleicht selbst herstellen könnt.

Für Blumenliebhaber kann das Leben in der Großstadt ziemlich deprimierend sein, denn Grünflächen und Wildblumen sind in der Betonlandschaft eine Seltenheit geworden. Mit Schnittblumen kann man sich zwar etwas Flower Power nach Hause holen, doch die Haltbarkeit und Herkunft der Blumensträuße lässt oft zu wünschen übrig. Lebende, in der Erde verwurzelte Blumen, sorgen deutlich länger und nachhaltiger für Freude.

Samenbomben können dabei helfen, euer Leben langfristig bunter zu machen. Die kleinen Seedbombs aus Erde, Tonerde und Blumensamen enthalten genug Feuchtigkeit und Nährstoffe, um auch bei schlechten Bedingungen prächtig zu gedeihen. Dank der stabilen Ummantelung der Erdkugeln sind die wertvollen Samen auch vor Vögeln und Mäusen geschützt.

Mühelos erschafft ihr so ein Blumenparadies für Bienen, Schmetterlinge und Co. und verwandelt euren Balkon, Garten oder Pflanzenkasten in eine wilde Blumenwiese. So macht Gärtnern auch ohne grünen Daumen Spaß!

Woher kommt der Trend?

Die Idee für die Samenbombe stammt aus dem 'Guerilla Gardening' - eine besondere Form des Gartenbaus, die erstmals im Manhattan der siebziger Jahre bekannt geworden ist. Dort schufen die 'Green Guerillas' auf ungenutzten Flächen die ersten Gemeinschaftsgärten New Yorks.

Seitdem gibt es weltweit immer mehr urbane Wildgärtner, die mit kleinen Blumenbomben brachliegende Flächen innerhalb der Stadt in eine blühende Oase verwandeln.

Guerilla-Gärtner sind normalerweise heimlich unterwegs: Bei Nacht und Nebel bepflanzen sie Verkehrsinseln oder gehen mit Samenbomben gegen die Verwahrlosung des eigenen Wohnblocks vor. Für die Botanik-Aktivisten steht fest: Der öffentliche Raum gehört allen und nicht nur dem zuständigen Amt.

Obwohl die sogenannten Guerilla-Gärtner mit ihren geheimen Begrünungsaktionen nichts Böses beabsichtigen, ist ihr Schaffen illegal. Denn für die Bepflanzung öffentlicher Flächen braucht man eine Genehmigung.

Buch-Tipp: 'Mit Samenbomben die Welt verändern: Für Guerilla-Gärtner und alle, die es werden wollen' von Josie Jeffery. Jetzt direkt auf Amazon kaufen.

Samenbomben selber machen

Bei Amazon kann man problemlos fertige Samen-Geschosse oder einen Samenbomben DIY-Bausatz mit allen notwendigen Zutaten bestellen.

Für alle, die ihre Blumensamen selbst aussuchen wollen oder bei den Zutaten auf eine nachhaltige Herkunft achten, sind selbstgemachte Samenkugeln eine gute Alternative. Das DIY-Projekt eignet sich ideal für Kinder und könnte wohl einfacher nicht sein.

Folgende Zutaten benötigt ihr für 6-8 Samenbomben:

  • etwas Wasser

  • 6 gehäufte EL Erde

Welche Erde ihr für eure Samenbomben benutzen wollt, bleibt euch überlassen. Blumen- bzw. Pflanzenerde aus dem Baumarkt ist genauso geeignet wie die aus eurem Garten. Verwendet einfach, was ihr zur Hand habt. Ist eure Erde sehr klumpig oder zu stark mit Wurzeln und Steinen durchzogen, dann nehmt euch ein Sieb zur Hilfe.

  • 3 EL Ton- oder Heilerde

Die Ton- oder auch Heilerde dient nicht nur als Bindemittel, sondern versorgt Boden und Pflanzen gleichzeitig mit wichtigen Mineralien und Spurenelementen. Auf Amazon könnt ihr euch die passende Heilerde direkt nach Hause liefern lassen.

  • 2 TL Blumensamen

Bei den Blumensamen solltet ihr darauf achten, dass es sich dabei um heimische und ungiftige Pflanzenarten handelt. Besonders geeignet sind: Sonnenblume, Ringelblume, Glockenblume, Kamille, Kornblume, Veilchen, Mohn oder Kapuzinerkresse.

Zubereitung:

  • Vermengt mit einem Löffel Erde, Tonerde und Blumensamen in einer Schüssel.

  • Gebt nach und nach etwas Wasser hinzu, bis die Masse zusammen hält. Achtet darauf, dass euer Erdgemisch nicht zu flüssig wird. Ihr benötigt wirklich nur wenig Wasser.

  • Wenn ihr die richtige Konsistenz erreicht habt, könnt ihr aus der Masse walnussgroße Kugeln formen.

  • Vor der Benutzung müssen eure Samenbomben noch gut durchtrocknen. Am besten legt ihr sie dafür in eine Eierpappe, da diese die Flüssigkeit besonders gut aufsaugt. Die Trocknung dauert - je nach Temperatur und Unterlage - 1-3 Tage. Anschließend sind die Seedbombs gebrauchs- bzw. geschenkfertig.

Anwendung:

Für die Aussaat eurer DIY-Samenbomben eignet sich der Zeitraum zwischen April und Juni am besten. Drückt die Seedbombs dafür am Zielort entweder leicht in die Erde oder werft sie an schwer zugängliche Stellen in eurem Garten. Bewässert die bepflanzten Stellen ein bis zwei Mal in der Woche. Nach vier bis acht Wochen sollte sich dann eure Blumenpracht in voller Blüte zeigen.

Bei kühler und trockener Lagerung lassen sich die Blumenbomben bis zu zwei Jahre aufbewahren. Egal ob Hochzeit oder Geburtstag - hübsch verpackt eignen sie sich auch als persönliches Geschenk.

Noch mehr Tips für ein grünes Zuhause:

Es werde grün! Geniale Deko-Hacks mit Pflanzen (für die man keinen grünen Daumen braucht)

Grüne Oase: Diese 7 Pflanzen wachsen am besten im Bad!

Urban Jungle Trend: Mit diesen 6 Tricks wird dein Zuhause Instagram-tauglich

Diese Pflanzen sind perfekt fürs Bad

von Justin Amaral