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Richtig Stillen: Was frischgebackene Mamis wissen sollten

Jane Schmitt
von Jane Schmitt Veröffentlicht am 29. Juli 2016
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Stillen ist zwar die natürlichste Sache der Welt. Doch bedeutet das noch lange nicht, dass es auch von Anfang an ganz easy klappt.

Seit Anbeginn der Zeit stillen Mütter ihre Kinder. Das bedeutet jedoch nicht, dass Stillen wie von alleine funktioniert, denn richtiges Stillen will gelernt sein. Zunächst einmal ist es beim ersten Baby für die frischgebackene Mama eine ganz neue Erfahrung, schließlich hat sie noch nie gestillt. Und auch der Säugling ist ein absoluter Anfänger, wenn er das erste Mal an die Brust gelegt wird.

Im Idealfall habt ihr euch schon während der Schwangerschaft über das Thema 'richtig Stillen' informiert. Wenn es dann soweit ist, gebt euch ein wenig Zeit, um euch mit dieser ganz neuen Herausforderung anzufreunden. Lasst euch dabei von Menschen mit Erfahrung und denen ihr vertraut helfen, beispielsweise eurem Frauenarzt, der Hebamme oder einer Stillberaterin. Von ihnen erfahrt ihr alles Wichtige zum Thema Stillen: Über die Lage oder auch wann und wie oft das Baby gefüttert wird. Bitte sucht auch bei euren Vertrauenspersonen Rat, falls es nicht auf Anhieb klappen sollte.

Macht euch aber bitte nicht verrückt, sollte sich herausstellen, dass ihr beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen einfach nicht stillen könnt. Euer Kind wird auch mit Ersatzmilch bestens versorgt. Eine ausgeglichene, glückliche Mutter, die nicht stillt, ist besser als eine verzweifelte und unglückliche Mutter, die die Brust gibt!

Wie also funktioniert richtig Stillen?

Idealerweise wird das Baby innerhalb der ersten zwei Stunden nach der Geburt an die Brust gelegt. Dann ist der Saugreflex des Säuglings nämlich so stark ausgeprägt, dass das Kind die Mutterbrust instinktiv findet und nuckelt. Zusätzlich wird dadurch der Milcheinschuss angeregt. Keine Sorge: Die so genannte Vormilch, das Kolostrum, scheint zunächst etwas wenig zu sein, doch die dickflüssige, gelbliche Milch steckt voller Vitamine und Antikörper und stärkt das Baby ausreichend.

Mit dem Milcheinschuss geht es weiter

Circa zwei bis drei Tage nach der Entbindung tritt der Milcheinschuss ein. Die Brüste schwellen an und werden hart. Keine Sorge, leichte Schmerzen in der Brust sind zu diesem Zeitpunkt häufig. Warmes Abbrausen und leichte Massagen können die Schmerzen in den Brüsten lindern.

Damit kein Milchstau entsteht und die Fließwege frei bleiben, sollte so häufig wie möglich gestillt werden. Dem Baby sollte zunächst kein Wasser oder Milchfläschchen angeboten werden, das ist zu diesem Zeitpunkt unnötig und bringt den Stillrhythmus durcheinander.

Tipp: Auch die Mama sollte ausreichend trinken. Wasser trinken: Wie viel du täglich trinken solltest und warum es TATSÄCHLICH so wichtig ist

Die Lage ist entscheidend: Richtig anlegen beim Stillen

  • Damit die ersten Stillversuche zu einem vollen Erfolg werden, ist es entscheidend, dass Mama und Baby eine bequeme Position finden. Ist die richtige Stellung einmal gefunden, läuft das Stillen ganz von selbst.

  • Das Baby sollte parallel zur Mutter liegen. Dabei bildet der Kopf die Verlängerung des Körpers und ist der Brust zugewandt. Kopf und Hals sollten dabei auf keinen Fall gebogen sein, der Kopf sollte auch nicht im Nacken abgeknickt sein.

  • Der ganze Körper des Kindes sollte dann an die Brust herangezogen werden, nicht nur der Kopf, damit es nicht überstreckt und dann vielleicht doch den Hals beugt.

  • Die Lippen des Babys müssen die Brust fest umschließen, dabei aber nicht aufeinander pressen, sondern die Lippen eher locker wie bei einem Schmollmund nach außen stülpen.

  • Der Säugling sollte möglichst die ganze Brustwarze mit dem Mund umschließen. Der Unterkiefer sollte dabei weit von der Brustwarze entfernt sein.

Ist die richtige Stillposition gefunden, klappt alles fast wie von selbst und das Risiko, das die Brust schmerzt oder das Kind zu wenig Milch bekommt wird drastisch gesenkt.

​​Tipp: Um zu überprüfen, ob das Baby regelmäßig schluckt, kann man auch das Ohr des Kleinen achten, bewegt es sich, schluckt es.

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Stillen bringt viele weitere Vorteile mit sich

Muttermilch hat alles, was das Neugeborene für seine Entwicklung braucht. Sie stärkt das Immunsystem und liefert alle wichtigen Nährstoffe. Die Zusammensetzung ist für den Säugling gut verdaulich. Wird das Kind vier Monate gestillt, kann das Risiko, eine Allergie zu entwickeln, deutlich gesenkt werden. Zusätzlich wirkt der enge körperliche Kontakt zwischen Mutter und Kind beruhigend auf beide und unterstützt die Bindung.

Muttermilch ist ungemein praktisch. Mütter haben sie immer dabei und müssen keine weiteren Vorkehrungen treffen. Am Ende ist sie sogar umweltschonend, weil dafür noch nicht einmal eingekauft werden muss. Zudem ist Stillen ein wahrer Fettkiller. Stillen verbraucht so viel Energie, dass die überflüssigen Babypfunde aus der Schwangerschaft ganz von alleine purzeln. ​

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Stillen Ja oder Nein?

Tatsächlich ist die Hauptfunktion der weiblichen Brust Milch zu produzieren, um einen Säugling zu ernähren. Doch jedem sollte klar sein, insbesondere Müttern, dass die Entscheidung, ob gestillt wird oder nicht ganz bei der Mutter selbst liegt. Stillen ist das Beste für das Kind, aber nur, wenn sich die Mutter dafür bereit fühlt und auch körperlich dazu in der Lage ist. Nicht zu Stillen ist völlig in Ordnung und keine Mutter sollte deshalb in Frage gestellt werden.


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