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Das solltet ihr wissen: Die wichtigsten Fragen & Antworten zur Abtreibungspille

Diane Buckstegge
von Diane Buckstegge Veröffentlicht am 3. November 2015

Es ist die wohl schwierigste Entscheidung, die eine Frau treffen kann: für oder gegen ein Baby. Hat sie sich für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden, muss sie zusammen mit dem Arzt entscheiden, ob die Abtreibungspille oder eine Ausschabung die beste Wahl für sie ist.

Es gibt viele Gründe, warum Frauen über eine Abtreibung nachdenken: Nach einer Vergewaltigung, wenn sie in komplizierten sozialen Verhältnissen leben oder wenn das Kind schwer krank auf die Welt kommen würde. Egal welcher Grund hinter dem Abtreibungswunsch steckt: Keine Frau trifft diese Entscheidung leichtfertig. Hat sie sie einmal getroffen, darf sie legal - nachdem sie an einer Schwangerenkonfliktberatung teilgenommen hat - bis zur 14. Schwangerschaftswoche abtreiben. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Die klassische Ausschabung oder Absaugung, die unter Narkose durchgeführt wird, sowie die seit 1999 zugelassene Abtreibungspille Mifegyne (früher RU486).

So funktioniert die Abtreibungspille

Immer mehr Frauen entscheiden sich für die Abtreibungspille, weil sie, wenn alles klappt, einfach und schnell wirkt und ein körperlicher Eingriff nicht notwendig ist. Sie darf allerdings nur bis zum 63. Tag nach Beginn der letzten Periode verschrieben werden. Die Behandlung wird unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt, die Tabletten gibt es nur in der Arztpraxis. Der enthaltene Wirkstoff Mifepriston sorgt dafür, dass die befruchtete Eizelle abgestoßen wird.

Nach einer gründlichen Untersuchung vom Frauenarzt werden drei Tabletten der Abtreibungspille geschluckt. Danach muss die Frau zur Beobachtung einige Stunden in der Praxis bleiben, falls es zu schweren Blutungen kommt. Zwei Tage später müssen zwei Prostaglandin-Tabletten genommen werden. Prostaglandin ist ein wehenförderndes Mittel, das die Ablösung der Gebärmutterschleimhaut fördert. Sie wird dadurch wie bei der normalen Regelblutung abgestoßen. Nach zwei Wochen macht der Arzt eine Kontrolluntersuchung. Der Abbruch mit der Abtreibungspille ist in etwa 95 Prozent der Fälle erfolgreich. In den restlichen 5 Prozent muss nachträglich eine Ausschabung vorgenommen werden.

Übrigens: Die Abtreibungspille ist etwas anderes als die Pille danach. Die Pille danach soll die Befruchtung der Eizelle verhindern und ist mittlerweile rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. (Alle Infos zur Pille danach findet ihr hier.) Die Abtreibungspille darf nur verwendet werden, wenn die Schwangerschaft bestätigt wurde. Sie ist kein Verhütungsmittel.

Die Kosten der Abtreibungspille

Die Kosten für die Abtreibungspille müssen in den meisten Fällen von der Frau selber getragen werden, sie belaufen sich auf 300 bis 400 Euro. Im Preis enthalten ist die Vor- und Nachbehandlung durch den Arzt. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten, wenn die Abtreibung medizinisch notwendig ist, weil eine Schwangerschaft das Leben der Mutter gefährden oder das Kind schwer krank auf die Welt kommen würde. Nach einer Vergewaltigung werden die Kosten ebenfalls in der Regel übernommen, genau wie bei Frauen mit sehr niedrigem Einkommen.

Wer darf die Abtreibungspille anwenden und wer nicht?

Die Abtreibungspille darf nur bis zur neunten Schwangerschaftswoche genommen werden. Bei einer Eileiterschwangerschaft wird von der Einnahme abgeraten, ebenso bei einer Allergie gegen den Wirkstoff Mifepriston oder einer Unverträglichkeit der Prostaglandine. Bei Nieren- und Leberproblemen, nach einer langen Kortisonbehandlung, schwerem Asthma oder einer Nebenniereninsuffizienz sollte man sich auch für eine Absaugung oder Ausschabung entscheiden.

Abtreibungspille und Ausschabung im Vergleich

Für welches Abtreibungsverfahren man sich entscheidet, sollte ausführlich mit dem Frauenarzt besprochen werden. Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile. Die Abtreibungspille kann sehr früh eingesetzt werden, allerdings auch nur bis zur neunten Schwangerschaftswoche. Da sie ohne einen körperlichen Eingriff auskommt, wird sie als angenehmer empfunden. Allerdings dauert der Abbruch insgesamt zwei, drei Tage, was Frauen als belastend empfinden.

Eine Ausschabung oder Absaugung kann zwischen der siebten und vierzehnten Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten und kann auch unter örtlicher Betäubung vorgenommen werden. Die Nebenwirkungen sind bei beiden Verfahren ähnlich: Blutungen und Schmerzen sind möglich. Bei der Ausschabung können Gebärmutter und Muttermund verletzt werden, was zu Unfruchtbarkeit führen kann.

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von Diane Buckstegge

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