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Was stimmt wirklich? 10 Dinge, die jede Frau über eine Blasenentzündung wissen sollte

von der gofeminin-Redaktion Veröffentlicht am 26. Juli 2016
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Schluss mit dem stillen Leiden - wir sagen euch, was wirklich hilft.

Hört auf den Rat eurer Mütter und Großmütter: "Zieh den nassen Badeanzug ganz schnell aus." Oder: "Kind, zieh' dir was an, wegen der Nieren!" – spätestens wer einmal eine Blasenentzündung hatte, wird diese Ratschläge nie wieder gedankenlos ausschlagen. Denn sonst wird die Toilette zu eurem besten Freund - ständig hat man das Gefühl aufs Klo zu müssen und dann brennt es und schmerzt ganz entsetzlich beim Versuch magere drei oder vier Tröpfchen loszuwerden. Vor allem Frauen kennen diese Symptome. Statistisch gesehen haben 50 bis 70 Prozent aller Frauen mindestens einmal im Leben eine Blasenentzündung (auch Zystitis genannt).

Es ziept und brennt beim Wasserlassen? Ab zum Arzt!

Bei einer Blasenentzündung ist die Schleimhaut oder die gesamte Wand der Harnblase entzündet. Dabei sind nur die unteren Harnwege (Harnröhre und Blase) betroffen. Durch das krampfartige Zusammenziehen der Harnblase haben viele Frauen Krämpfe im Unterbauch. Bei einer starken Blasenentzündung kann auch Blut im Urin sein. Dann wird es höchste Eisenbahn: Ab zum Arzt!

​Wird die Blasenentzündung direkt behandelt, ist sie in der Regel harmlos und innerhalb von wenigen Tagen verschwunden - vorausgesetzt, die Antibiotika wirken. Wird sie allerdings nicht behandelt, können die Bakterien aus der Blase in Richtung der Nieren aufsteigen und dort zu einer Nierenbeckenentzündung führen. Das kann in schweren Fällen sogar eine Blutvergiftung auslösen.

Bei Frauen kommen Harnwegsinfektionen häufiger vor als bei Männern

Frauen sind erheblich häufiger von einer Blasenentzündung betroffen als Männer. Denn Frauen haben eine deutlich kürzere Harnröhre, dadurch haben die Bakterien ein leichtes Spiel. Insbesondere in der Schwangerschaft und kurz nach der Geburt ist das Risiko, eine Blasenentzündung zu bekommen besonders hoch. Wer jetzt glaubt, Männer seien nie von der Harnwegsinfektion betroffen, irrt allerdings. Ab dem 50. Lebensjahr treten auch bei Männern Blasenentzündungen häufiger auf, denn in der Regel vergrößert sich dann die Prostata und verengt die Harnröhre.

Ursachen für eine Blasenentzündung

In den meisten Fällen wird eine Blasenentzündung durch Bakterien verursacht. Bei Frauen ist die häufigste Ursache eine Schmierinfektion, bei der Darmbakterien in die Harnröhre gelangen. Im Darm sind die Bakterien harmlos, gelangen diese aber in die Harnröhre, vermehren sie sich dort sehr schnell und lösen die Entzündung aus. In seltenen Fällen können auch Viren, Pilze oder Würmer Schuld an der Erkrankung sein.

Wie wird eine Blasenentzündung behandelt?

Bei dem Verdacht auf eine Blasenentzündung solltet ihr direkt zu einem Arzt. Er kann feststellen, was die Erkrankung ausgelöst hat und die entsprechenden Medikamente verschreiben.
Meistens werden Antibiotika verschrieben, damit die Bakterien wirklich unschädlich gemacht werden können. Bei einer leichten Blasenentzündung werden teilweise auch Medikamente auf pflanzlicher Basis, wie Brennnesseln, Bärentraubenblättern oder Kapuzinerkressekraut verschrieben. Zudem sollten Erkrankte trotz der Schmerzen besonders viel trinken, damit die Bakterien ausgespült und die Harnwege gereinigt werden. Gegen die Krämpfe kann eine Wärmflasche helfen. Sitzbäder können die Beschwerden ebenfalls mindern.

Cranberrysaft wird häufig als das Hausmittel schlechthin angepriesen. Allerdings sind sich die Wissenschaftler nicht einig über die Wirksamkeit der roten Beere, da die Studienlage momentan eher widersprüchlich ist.

Blasenentzündung vorbeugen: 10 Tipps, was ihr tun könnt

Damit es gar nicht erst zu der unangenehmen Harnwegsentzündung kommt, beziehungsweise um die Therapie gegen eine chronische Blasenentzündung zu unterstützen, gibt es einige Dinge, die ihr beachten könnt.

1. Ist unromantisch, muss aber sein: Nach dem Sex auf die Toilette

Wer sexuell aktiv ist, sollte wissen, dass gerade beim Geschlechtsverkehr die Gefahr besteht, sich eine Blasenentzündung zu holen. Daher wird die Harnwegsentzündung auch als Honeymoon-Zystitis, zu deutsch auch als Flitterwochen-Blasenentzündung bezeichnet. So unromantisch das jetzt auch klingen mag, aber innerhalb von 15 Minuten nach dem Sex sollte Frau auf die Toilette gehen. Dabei werden die Harnwege wieder sauber durchgespült.

2. Viel trinken

Damit die Harnröhre immer gut durchgespült wird und sich vorhandene Bakterien gar nicht erst vermehren können, sollte man genug trinken. Um den täglichen Flüssigkeitsbedarf zu decken, sollte man also mindestens 1,5 bis 2 Liter trinken.

Müssen aus medizinischen Gründen andere Trinkmengen eingehalten werden, sollte man bei seinem behandelnden Arzt nachfragen.

3. Nicht einhalten

Gerade ist keine Toilette in Sicht – für die meisten Frauen gar kein Problem, denn sie sind geradezu meisterhaft im Ignorieren des Harndrangs. Doch gerade damit macht man es den Bakterien besonders leicht. Deshalb: Wenn man muss, muss man eben. Lieber häufiger auf die Toilette gehen und die Harnwege gründlich durchspülen.

4. Ungünstige Verhütungsmittel

Frauen, die häufiger an einer Blasenentzündung leiden, sollten ihre Verhütungsmethode überdenken. Ungünstig sind zum Beispiel Diaphragmen und Vaginalzäpfchen. Kondome schützen hier besser vor den Erregern.

5. Zieht euch warm an!

Besonders in der kalten Jahreszeit sollte man Bauch und Nieren warm halten. Ganz egal, was die Modetrends diktieren. Bauchfreie Tops sind in der kalten Jahreszeit tabu. Auch auf kalten Steinen zu sitzen ist nicht gerade förderlich – auch hier hat Mama Recht.

6. Bikini und Badeanzug wechseln

Auch bei 30 Grad im Schatten sollten nach dem Badespaß die nassen Badeklamotten gewechselt werden. So wird das Risiko gemindert, dass sich die Erreger in dem feuchtwarmen Klima vermehren.

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7. Von vorne nach hinten

Klingt erst mal komisch, aber auch das muss mal offen gesagt werden: Bei der Reinigung nach dem Toilettengang sollte immer von vorne nach hinten gewischt werden. Das verringert das Risiko, dass Darmbakterien in die Harnröhre gelangen.

8. Luft und Baumwolle

Auch die Unterwäsche kann ein entscheidender Faktor sein, wenn man zu Blasenentzündungen neigt. Dabei wird empfohlen Baumwollslips zu tragen, da man diese bei 60 Grad waschen kann und somit den Keimen den Garaus macht. Außerdem sollten die Slips nicht zu eng sitzen, damit die Luft zirkulieren kann. Besonders gerne vermehren sich die kleinen Übeltäter nämlich in feucht-warmem Klima.

9. Pflege ohne Duft

Bei der Intimpflege sollte man auf parfümierte oder desinfizierende Pflegeprodukte verzichten, damit der natürliche Hautschutz funktionieren kann. Wem es nicht genügt, sich im Schambereich nur mit lauwarmem Wasser zu reinigen, sollte zumindest auf parfümfreie, pH-neutrale Pflege oder spezielle Intimpflege zurückgreifen.

10. Nicht zu lange warten

Bei dem Verdacht auf eine Blasenentzündung solltet ihr direkt einen Arzt aufsuchen. Er kann feststellen, was die Erkrankung bei ausgelöst hat und die entsprechenden Medikamente verschreiben.

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