Home / Liebe & Psychologie / Lust & Leidenschaft / Das erste Mal

© Thinkstock
Liebe & Psychologie

Das erste Mal

von Dorothee Gebele Veröffentlicht am 4. März 2008

Angst vor der ungekannten Intimität, vor Schmerzen oder ganz einfach davor sich ungeschickt anzustellen: Das erste Mal is nicht nur Anlass zu Vorfreude und Neugier sondern ruft oft auch zahlreiche Befürchtungen hervor. Hier finden Sie einige praktische Tipps um Ihr Sexualleben sanft angehen zu lassen.

In welchem Alter?
Heute erleben Jungen und Mädchen ihre erste sexuelle Erfahrung in etwas im selben Alter. Erstaunlich aber wahr: Die Jugendlichen sind heute nicht so frühreif
wie oft angenommen wird. In der Tat hat sich das Durchschnittsalter für den ersten Geschlechtsverkehr im Lauf der Jahre kaum geändert und liegt der deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zufolge immer noch bei ca. 15 Jahren (14,9 bei den Mädchen und 15,1 bei den Jungen).

Doch egal, was die Statistiken sagen: Das Wichtigste ist, sich nicht auf die erste sexuelle Erfahrung zu stürzen und den richtigen Augenblick abzuwarten. Damit das erste Mal auch ein schönes Erlebnis wird müssen Sie vor allem sicher sein es wirklich zu wollen. Nichts ist schlimmer als sich in dieser Sache selbst unter Druck zu setzen: Stress ist das Letzte, was Sie in dieser Situation gebrauchen können: Druck und Stress sind alles andere als entspannend, Ihre Muskeln verkrampfen sich... Resultat: Die Penetration wird erschwert und tut weh.

Was passiert?
Man spricht von sexuellem Verkehr wenn eine Penetration stattfindet: Der erigierte Penis dringt in die feuchte Vagina ein und führt wiederholte Stoßbewegungen (ein- und aus) aus bis es zur Ejakulation kommt. Das klingt vielleicht sehr technisch, doch das Ganze geschieht fast wie von selbst!

Was versteht man unter Vorspiel?
Diese Etappe sollten Sie auf keinen Fall auslassen. Denn diese einleitenden Streicheleinheiten ermöglichen es, den Körper des Partners zu entdecken und eine intime Atmosphäre der Erotik und des Vertrauens zu schaffen.
Geben Sie sich diesen noch ungekannten Empfindungen hin um herauszufinden, was Ihnen angenehm ist, was Sie erregt und was Ihnen unangenehm ist. Streicheln, innige Küsse, erotische Massagen,... Das alles fördert die sexuelle Erregung, die unverzichtbar ist um zum eigentlichen Akt überzugehen.
Resultat der langsam ansteigenden Lust: Der Penis ist erigiert, Ihre Vagina wird feucht und produziert eine Art natürliches Gleitmittel (Lubrifikation). Denken Sie daran, dass die Penetration bei zu geringer Lubrifikation schmerzvoll sein kann. In diesem Fall sollten Sie nicht zögern Ihre Scheide mit Speichel oder einem Gleitmittel zu befeuchten.

Welche Stellung?
Heben Sie sich akrobatische Stellungen für später auf! Haben Sie keine Angst Ihren Partner zu bitten den Rhythmus zu bremsen wenn Sie Schmerzen haben und nehmen Sie sich alle Zeit, die Sie benötigen.
Beim ersten Mal ist die Missionarsstellung (Sie liegen auf dem Rücken, Ihr Partner liegt auf Ihnen) eine gute Wahl. In dieser Position verläuft die Penetration besonders leicht, da sich der Penis des Partners in der Achse Ihrer Vagina befindet. Eine andere empfehlenswerte Variante: Sie sitzen rücklings auf ihm. Dadurch können Sie seinen Penis in Ihrer Vagina so bewegen wie es Ihnen am angenehmsten ist und die Stoßbewegungen (Rhythmus, Richtung,...) kontrollieren.

Was ist das Jungfernhäutchen?
Bei der ersten sexuellen Beziehung wird das sog. Jungfernhäutchen (Hymen) durchbrochen. Dieses dünne ring- oder halbmondförmige Hautläppchen verschließt den Scheideneingang und ist normalerweise bis zum ersten Geschlechtsverkehr intakt. Wird das Hymen bei einer Penetration eingerissen kann dies leichte Blutungen und Schmerzen verursachen. Es kommt auch vor, dass selbst beim zweiten Geschlechtsverkehr nochmals Blutungen auftreten.

Gut zu wissen: Das Jungfernhäutchen kann auch ohne eine sexuelle Beziehung, z.B. durch die Benutzung von Tampons oder eventuell durch die Ausübung bestimmter Sportarten wie Reiten, Tanz oder Gymnasitk eingerissen werden. Die regelmäßige Praktik solcher sportlichen Aktivitäten kann das Hymen auch leicht dehnen ohne es einzureißen. Dies kann den ersten Geschlechtsverkehr erleichtern.

Enttäuscht vom ersten Mal?
Seien Sie beruhigt: Nur wenige Menschen haben das Glück breits beim ersten Geschlechtsverkehr in den siebten Himmel befördert zu werden. Der Grund: Angst sich dumm anzustellen, Stress...
Beim Sex verhält es sich außerdem wie bei allen Aktivitäten: Übung macht den Meister! Seien Sie also geduldig, Sie brauchen etwas Zeit und Praxis um sich beim Sex so richtig wohl in Ihrer Haut zu fühlen und diese neue Erfahrung genießen zu können.
Die Vagina enthält nicht besonders viele sensible Zonen. Die erste Penetration ist daher nicht unbedingt eine euphorisierende Angelegeheit sondern ein ungekanntes Gefühl, an das man sich erst einmal gewöhnen muss. Hinzu kommt, dass jede Frau erst einmal ihren eigenen Körper sowie ihre persönlichen Vorlieben entdecken muss. Auch das braucht seine Zeit. Nach und nach werden Sie außerdem feststellen, dass die Penetration nicht die einzige Quelle unendlicher Sinnesfreude ist...

Wichtige Vorsichtsmaßnahmen
Auch wenn oder gerade weil es Ihr erstes Mal ist dürfen Sie gewisse Vorsichts-maßnahmen nicht vernachlässigen. Das Kondom ist ein absolutes Muss. Nicht nur um eine ungewollte Schwangerschaft zu vermeiden sondern um sich vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen. Zögern Sie nicht schon vorher mit Ihrem Partner darüber zu sperchen. Denken Sie auch an andere Verhütungsmittel und fragen Sie Ihren Haus- oder Frauenarzt um Rat: Dieser kann Sie nicht nur beraten sondern Ihnen im gegebenen Fall auch eine angebrachte Anti-Baby-Pille verschreiben.

von Dorothee Gebele

Das könnte dir auch gefallen