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Wenn nichts mehr geht: Was bei Erektionsstörungen wirklich hilft

von Redaktion Veröffentlicht am 1. März 2017
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Eine Panne im Bett gehört zu den Erlebnissen, die sich jeder Mann gerne ersparen würde. Schließlich spricht niemand gerne offen über Erektionsprobleme.

Dabei kommt die erektile Dysfunktion viel häufiger vor, als man denkt. Egal ob die Probleme gelegentlich oder dauerhaft auftreten: Die meisten Männer hüllen sich lieber in peinliches Schweigen statt aktiv nach einer Lösung zu suchen.

Was versteht man unter einer Erektionsstörung?

Umgangssprachlich sagt man oft "Impotenz", das hat aber einen abwertenden Unterton. Korrekt heißt es "erektile Dysfunktion" (ED) oder eben Erektionsstörung. Darunter versteht man die Unfähigkeit als Mann eine Erektion zu bekommen oder zu halten, sodass erfüllter Sex unmöglich ist.

​Falls dies bei deinem Partner bisher nur ein oder zwei Mal vorgekommen ist, besteht kein Grund zur Panik. Das passiert jedem mal. Man spricht erst von Erektionsstörungen, wenn die Pannen im Bett länger als drei Monate andauern. Gut zu wissen: Vorzeitiger Samenerguss oder Unfruchtbarkeit gehören nicht in die Kategorie der Erektionsstörungen.

Ein paar Zahlen

Eine Erektionsstörung tritt meistens bei Männern über 40 auf. In Deutschland sind schätzungsweise zwischen vier und sechs Millionen Männer von dieser chronischen sexuellen Störung betroffen. Eine Umfrage der Universitätsklinik Köln zeigt, dass das Phänomen alle Altersgruppen betrifft, die Häufigkeit nimmt jedoch mit fortgeschrittenem Alter stark zu. So haben nur 2,3 Prozent der befragten Männer unter 40 eine Erektionsstörung.

Danach steigen die Zahlen deutlich an: Nach Angaben der Impotenz-Selbsthilfe leiden 9,5 Prozent der Männer im Alter von 40-49 unter Erektionsstörungen, 15,7 Prozent im Alter von 50-59, jeder dritte Mann im Alter von 60-69 und jeder zweite im Alter von 70-80. Egal ob es sich um eine vorübergehende Ermüdungserscheinung oder eine echte Dysfunktion handelt: Eine Erektionsstörung sorgt für jede Menge Frust im Bett und viele Männer leiden sehr darunter, dass sie nicht mehr "funktionieren".

Die Ursachen von Erektionsstörungen

Organische Ursachen:

  • Hormone: Über 50 Jahren begünstigt ein Testosteron-Defizit das Auftreten von Erektionsstörungen.
  • Neurologische Ursachen, zum Beispiel multiple Sklerose (MS), Querschnittslähmung oder Schlaganfall. Aber auch Diabetes-Patienten und Männer, bei denen eine Prostatektomie durchgeführt wurde, gehören zu dieser Kategorie.
  • Viele Herz-Kreislauf-Beschwerden lösen Erektionsstörungen aus, weil die Schwellkörper des Penis als Folgeerscheinung der Durchblutungsstörung nur unzureichend mit Blut gefüllt werden. Negativ wirken sich hier auch Bluthochdruck, Alkohol, Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel aus.
  • Medikamentöse Ursachen: Manche Behandlungen können zu Dysfunktionen führen. Dies trifft auf Antidepressiva, Hormonbehandlungen, neuroleptische Arzneimittel, blutdrucksenkende Medikamente und Antikonvulsiva zu.

Psychische Ursachen:

  • Individuelle Ursachen können sein: Stress, Angstgefühle, Depressionen, Versagensängste.
  • Ursachen in der Beziehung: Konflikte innerhalb der Beziehung, eine Trennung oder eine negative Einstellung der Partnerin können ebenfalls zu Erektionsstörungen führen.

Was tun bei Erektionsstörungen?

Wenn es passiert, sollten beide Partner versuchen positiv zu bleiben. Vor allem sollte man als Frau nicht vorschnell denken, dass seine fehlende Stehkraft zwangsläufig mit seinen Gefühlen oder seiner Lust auf die Partnerin zusammenhängt. Besser man versucht die Situation zu entschärfen und zu zweit nach einer Lösung zu suchen.

Bevor man einen Arzt aufsucht, können Paare erst einmal neue Sexspiele ausprobieren, bei denen das beste Stück des Partners nicht unbedingt gebraucht wird, will heißen: ohne Penetration. Das können Massagen, orale Zärtlichkeiten, Streicheln, Küssen oder Petting sein. Das hilft ihm dabei sich zu entspannen und jeden Leistungsdruck erst einmal zu vergessen. Halten die Probleme jedoch dauerhaft an, sollte er zum Arzt gehen.

Erektionsstörungen: Welcher Arzt ist der richtige?

Selbst wenn der Mann Hemmungen hat sich einem Arzt anzuvertrauen, sollte man ihn als Partnerin dazu motivieren. Schließlich können bestimmte Erektionsstörungen ein Hinweis auf schwerwiegendere Krankheiten sein. Die gilt es auszuschließen. Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt.

Der Arzt wird hierfür ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten führen. Dann folgt meist eine körperliche Untersuchung. Dabei prüft der Arzt unter anderem die Leber- und Leistengegend, Penis, Hoden und Prostata. Je nach den Ergebnissen der körperlichen Untersuchung werden die Blutwerte (beispielsweise Blutbild, Blutzucker, Hormone) gecheckt. Mittels einer Ultraschalluntersuchung können zudem die Schwellkörper und die Blutgefäße untersucht werden. Danach wird das weitere Vorgehen besprochen, ob Medikamente etc. verschrieben werden.

Medikamente: Viagra und Co.

Die medikamentöse Behandlung ist rezeptpflichtig. Die sogenannten PDE-5-Hemmer sorgen dafür, den Blutfluss im Penis oder im zentralen Nervensystem zu erhöhen, um alle Voraussetzungen für eine Erektion zu schaffen. Die Wirkstoffe tragen dazu bei, eine Erektion zu bekommen und zu halten - wobei natürlich trotzdem eine sexuelle Stimulation notwendig ist.

  • Wirkstoff Sildenafil (Viagra): Sicher das bekannteste Potenzmittel. Die Wirkung macht sich nach ca. einer halben Stunde bemerkbar und hält ungefähr 3-4 Stunden lang an.
  • Der Wirkstoff Vardenafil (Levitra) wird 25 Minuten vor dem Verkehr eingenommen. Die Erektion bleibt in der Regel 4-5 Stunden lang bestehen.
  • Wirkstoff Tadalafil (Cialis): Anders als ihre Konkurrenten kann diese Pille 12 Stunden vor dem Sex geschluckt werden. Die Wirkung hält nach der Einnahme bis zu 36 Stunden an.

WICHTIG: Es darf auf keinen Fall mehr als eine Pille pro Tag eingenommen werden. Die verschiedenen Präparate dürfen nicht gemischt werden. Diese Medikamente sind nicht für Patienten mit einer schweren Herzschwäche, Nierenleiden oder einer schweren Angina Pectoris geeignet. Am besten immer vorher den Arzt zu Rate ziehen.

Mechanische Behandlungsmöglichkeiten

Ja, auch die gibt es: die Vakuum-Penis-Pumpe. Hört sich schlimm an, ist aber ein effizientes Hilfsmittel. Der Penis wird in ein durchsichtiges Plastikrohr gelegt. Dann wird mit einem Pumpmechanismus Unterdruck erzeugt, der eine Durchblutung der Schwellkörper bewirkt. Der Penis erreicht somit die übliche Versteifung.

​An der Peniswurzel befindet sich ein Gummiring, der die Erektion auch dann aufrecht erhält, wenn das Gerät entfernt wird. Die Penis- oder Potenzpumpe wird vor allem dann empfohlen, wenn sich die medikamentöse Behandlung als erfolglos erweist oder aus gesundheitlichen Gründen Viagra und Co. nicht eingenommen werden dürfen.

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