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Liebe & Psychologie

Sexuelle Probleme der Frau: Was dahinter stecken kann und was hilft

von der gofeminin-Redaktion Veröffentlicht am 7. Mai 2017

Über sexuelle Probleme redet niemand gerne. Man sollte es dennoch tun, weil es die Beziehung enorm belasten kann.

Probleme im Bett sind überhaupt kein Grund zur Scham, sondern ganz natürlich und sie lassen sich meist relativ einfach wieder beheben. Eigentlich hat jeder Mensch irgendwann in seinem Leben ein Problem sexueller Natur. Grund genug also, offen über die Probleme mit der Sexualität zu sprechen. Über Erektionsstörungen und Viagra wird noch relativ viel geredet. Was aber ist mit der weiblichen Seite, wenn die Frau sexuelle Probleme hat?

Sexuelle Probleme der Frau

Über die 'Orgasm Gap', also das Ungleichgewicht zwischen Männern, die einen Orgasmus haben und Frauen die eben oftmals keinen Orgasmus haben, wissen die meisten von uns sicher Bescheid. Eine einheitliche Lösung für dieses Problem gibt es dennoch nicht. Jede Frau muss für sich selbst herausfinden, was sie braucht, um einen Orgasmus zu bekommen - und was ihr in ihrem aktuellen Sexleben vielleicht fehlt.​

Natürlich braucht man nicht zwangsläufig einen Orgasmus, damit der Sex befriedigend ist, aber viele Frauen erleben sein Ausbleiben eben doch als Makel. Sie haben das Gefühl, dass der Sex ohne ihren Orgasmus nur halb ist, eben nicht perfekt ist. Mit dem Ergebnis, dass viele Frauen einen Orgasmus vortäuschen, um ihren Partner nicht zu enttäuschen. Auf Dauer bleiben die eigenen Wünsche so natürlich auf der Strecke.

Offenheit im Bett

Dabei ist dieses sexuelle Problem manchmal ganz einfach zu beheben: Oft liegt es schlichtweg am fehlenden Zusammenspiel mit dem Partner. Weiß er, was ihr gefällt, was sie anmacht und was eher nicht? Weiß er, dass er oft zu schnell ist oder zu langsam? Dass er durch bestimmte Moves oder Bemerkungen dafür sorgt, dass sie nicht abschalten und sich fallen lassen kann?

Und da hilft nur offen reden, denn der Partner kann schlecht erraten, woran es liegt, dass seine Partnerin nicht erregt genug ist für das große Feuerwerk am Ende. Schließlich ist jede Frau anders, jedes Paar ist nochmal anders und so gibt es kaum ein Geheimrezept, das für alle gültig ist.

Der erste Ansprechpartner bei einem sexuellen Problem sollte deshalb immer der eigene Partner sein, denn viele sexuelle Probleme lassen sich durch ein einfaches Gespräch schon lindern. Für den Partner ist es wichtig zu wissen, was in ihr vorgeht und warum sexuelle Probleme bestehen. Nur so kann er helfen. Und wer sich liebt und Sex mit einander haben kann, sollte doch auch in der Lage sein offen zu sprechen, oder?

Körperliche Ursachen sexueller Probleme

Natürlich gibt es auch körperliche Ursachen für die sexuellen Probleme der Frau. Sei es Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Sex oder die Wechseljahre, die eine zeitlang für Ebbe im Bett sorgen. In dem Fall sollte man sich ein Herz nehmen und mit seinem Frauenarzt darüber sprechen. Sicherlich nicht einfach, sich mit einer fremden Person über sein Sexleben zu unterhalten, aber man sollte sich immer sagen: Der Arzt ist Profi. Ihm ist das Gespräch also schon mal gar nicht unangenehm, weil er helfen möchte. Also sollte man offen reden und sich helfen lassen.

Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs, zum Beispiel, bezeichnet man zusammenfassend als Dyspareunie. Meist ist es ein schmerzhaftes Brennen oder Jucken, dessen Ursache leicht zu finden ist. Während des Zyklus verändert sich das Klima in der Scheide, sie wird nicht immer gleich stark durchblutet und so dauert es manchmal ein bisschen länger, bis der Körper der Frau bereit für Sex ist.

Weitere medizinische Informationen zu Dyspareunie findet ihr bei onmeda.de.

Wer zum Sex gar nicht in der Lage ist, weil sich die Muskeln in der Scheide oder im gesamten Beckenboden unwillkürlich zusammenziehen, leidet unter Vaginismus, dem sogenannten Scheidenkrampf. Oft liegt der Grund in einer überzogenen Angst vor Schmerzen. Vaginismus bedeutet in der Regel, dass nichts in die Scheide einführbar ist, auch kein Tampon oder Finger. Eine Sexualberatung kann hier helfen.

Psychische Ursachen sexueller Probleme

Fakt ist: Körperliche Ursachen für sexuelle Probleme sind viel seltener als psychische. Oft ist es auch der Druck, den sich viele Frauen selber machen. Weibliche Sexualität ist allgegenwärtig in unserem Alltag, in der Werbung, in den Medien, überall. Der Erwartungsdruck ist dementsprechend enorm. Dabei hat die eigene, selbst erlebte weibliche Sexualität meist nur wenig mit dem in den Medien vermittelten Bild der Frau zu tun. Klar, es ist nicht immer einfach sich diesem Einfluss zu entziehen und einen Weg zu finden, die eigene weibliche Sexualität zu entdecken - aber man sollte es nichtsdestotrotz versuchen!

Auch wer unter Depressionen leidet, dem können sexuelle Probleme nur allzu vertraut sein. Denn die Einnahme von Antidepressiva vermindert den Sexualtrieb nachhaltig. Bis zu 70 Prozent der Patientinnen, die Antidepressiva einnehmen, sind von sexuellen Problemen betroffen. Ein Wirkstoff, der bislang als Bestandteil des Potenzmittels Viagra bekannt wurde, ist im Gespräch, auch diesen Frauen die Lust wiederzugeben. Es fehlen allerdings noch die letzten bestätigenden Studien.

Wenn jemand tiefgreifende Probleme hat, körperliche Nähe zuzulassen, kann es sich auch um Frigidität handeln. Hier findet ihr alle Infos dazu.

(Ausführliche medizinische Informationen hierzu gibt es auch hier bei unserem Schwesterportal onmeda.de.)

Wer hilft?

Bei körperlichen Beschwerden in Verbindung mit sexuellen Problemen ist der Gynäkologe der richtige Ansprechpartner. Des Weiteren kann sich der Besuch eines Sexualtherapeuten lohnen. Da "Sexualtherapeut" keine geschützte Berufsbezeichnung ist, sollte man jedoch besonders darauf achten, sich nur in die Hände eines ausgebildeten Psychotherapeuten oder Psychologen zu begeben.

Sexuelle Probleme durch Routine

Das kennen sicher auch die meisten: In längeren Partnerschaften verliert man häufig den sexuellen Draht zueinander. Alles ist so vertraut, die Aufregung der Anfangszeit ist vorüber und die böse Routine macht sich breit. Alltag und Stress verringern auch einfach die Zahl körperlicher Begegnungen. Berührungen kommen nur noch selten vor und sind kaum mehr als ein Abschieds- oder Begrüßungskuss. Ab diesem Zeitpunkt sollte man schleunigst handeln - um der Beziehung willen. Die emotionale Bindung bei Paaren kann schließlich zu einem großen Teil auf Berührungen und Körperlichkeit beruhen.

Das hilft

Bei sexuellen Problemen in langjährigen Partnerschaften (oder auch vorbeugend) sollte man also versuchen, sich immer wieder neu kennenzulernen und sich neu aufeinander einzulassen. Manchmal bedeutet das auch, ein wenig auf Abstand zu gehen, sich mehr Freiraum zu lassen, mehr allein zu unternehmen, getrennte Hobbies und Freunde zu haben, um sich dann bewusster zu sehen.

Notfalls versetzt man sich in die Anfangszeit der Beziehung zurück und macht bewusst Dates miteinander aus. Man trifft sich zum Essen auswärts oder geht gemeinsam aus. Egal was man genau tut: Den Zauber der Anfangszeit wieder zu entfachen ist das Ziel. Denn das ändert auch das Sexleben komplett, mischt es auf, macht es besser.

Auch wenn es vielleicht absurd oder gekünstelt erscheint: Es lohnt sich unbedingt - für die Beziehung. Denn das Teilen der eigenen Lust mit dem Partner gibt der Beziehung Tiefe und Stabilität. Auch wenn einem im Alltag bei all dem Stress die körperliche Ekstase gerade ziemlich abwegig erscheint, sollte man doch versuchen, sich einander anzunähern und das Sexleben bewusst zu gestalten und auszuleben.

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