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Liebe & Psychologie

Eine sichere Sache: Das solltet ihr über den Verhütungsring wissen

von Redaktion Veröffentlicht am 24. Mai 2017

Ihr seid auf der Suche nach einer neuen Verhütungsmethode? Kennt ihr schon den Verhütungsring? Wir beantworten euch die wichtigsten Fragen.

Der Verhütungsring ist für viele Frauen eine gute Alternative zu anderen hormonellen Verhütungsmethoden. Zwar funktioniert auch der Vaginalring auf Basis von Hormonen, diese sind aber deutlich niedriger dosiert als beispielsweise bei der Pille. Der Verhütungsring ist aber lediglich ein Schutz vor einer Schwangerschaft, nicht vor Geschlechtskrankheiten. Der Pearl-Index des Verhütungsrings liegt zwischen 0,4 und 0,65 – das bedeutet, er ist sehr sicher.

Den Verhütungsring könnt ihr selbstständig einsetzen und wieder entnehmen. Er ist flexibel und kann so einfach wie ein Tampon in die Scheide eingesetzt werden. Dort bleibt er drei Wochen und gibt kontinuierlich Hormone direkt dort ab, wo es nötig ist. Die Hormone unterdrücken – wie einige Pillen – den Eisprung und schützen so vor einer Schwangerschaft. Nach drei Wochen entfernt ihr den Ring, macht eine einwöchige Pause und setzt einen neuen Ring ein. In der Pause liegt die Regelblutung. Der Schutz vor Schwangerschaft besteht auch in der ringfreien Woche, insofern der Ring richtig verwendet und anschließend der neue Ring korrekt eingesetzt wird.

Wie funktioniert der Vaginalring genau?

Der Vaginalring funktioniert eigentlich wie die Pille. Er setzt täglich eine ganz genaue Menge Östrogen und Gestagen frei, die von der Scheidenwand aufgenommen und über den Blutkreislauf transportiert werden.

Die Hormone verhindern den Eisprung und machen den Schleim im Gebärmutterhals zäher. Spermien wird so der Weg zur Gebärmutter und einer potenziellen Eizelle verstellt. Zusätzlich unterdrücken die Hormone den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, sodass eine befruchtete Eizelle sich nicht einnisten kann.

Was sind die Vorteile des Verhütungsrings?

Im Gegensatz zu anderen hormonellen Verhütungsmitteln gibt es beim Vaginalring keine täglichen Hormonschwankungen, denn er setzt kontinuierlich die gleiche, niedrige Menge an Hormonen frei. Darum vertragen ihn viele Frauen besser als andere hormonelle Methoden.

Wie andere hormonelle Verhütungsmethoden kann der Verhütungsring außerdem Menstruationsbeschwerden lindern. Er ist zudem – anders als die Pille – auch wirksam, wenn ihr euch erbrecht oder Durchfall habt.

Wie wende ich den Verhütungsring an?

Der Verhütungsring ist flexibel und weich. So kann er zwischen zwei Fingern zusammengedrückt und dann wie ein Tampon eingeführt werden. Er wird dann so weit in die Scheide geschoben, bis er nicht mehr als störend empfunden wird. Dort passt er sich individuell an. Die Muskulatur des Beckens verhindert, dass der Ring einfach herausfällt oder verrutscht.

Es spielt keine große Rolle, wo genau der Vaginalring in der Scheide sitzt. Egal an welcher Stelle er die Hormone abgibt, sie werden über die Schleimhaut der Vagina ins Blut übertragen. Der "richtige" Sitz bezieht sich vielmehr darauf, dass ihr den Ring bestenfalls nicht als störend empfindet.

Wann beginne ich mit der Anwendung?

Am ersten Tag der Periode wird der Vaginalring in die Scheide eingesetzt. Die Verhütung ist auch noch sicher, wenn der Ring bis zum fünften Tag nach dem Beginn der Blutung eingesetzt wird. Wird er später eingesetzt, sollte in diesem Zyklus aber eine weitere Verhütungsmethode verwendet werden, beispielsweise Kondome.

Wie bekomme ich den Verhütungsring?

Der Verhütungsring wird vom (Frauen-)Arzt verschrieben. Eine Packung für drei Monate, also drei Ringe, kostet um die 48 Euro. Es ist möglich, vom Frauenarzt eine Probepackung zu erhalten, um zu testen, ob ihr mit dem Ring zurecht kommt.

Spürt man den Vaginalring?

Wenn der Vaginalring richtig sitzt, ist er wie ein Tampon nicht zu spüren. Wenn ihr den Verhütungsring daher spürt, kann es nötig sein, ihn noch etwas weiter nach hinten zu schieben. Keine Sorge, dabei kann nichts passieren, ihr könnt den Ring nicht "zu weit" schieben.

In einigen Fällen kann der Mann beim Sex den Verhütungsring spüren. Die meisten Männer empfinden das aber nicht als störend.

Kann ich den Verhütungsring verlieren?

Normalerweise kann man den Verhütungsring nicht einfach verlieren. In seltenen Fällen kann es aber vorkommen – dann reicht es, ihn mit warmem Wasser abzuspülen und innerhalb von drei Stunden wieder einzusetzen. Der Schutz ist dann weiter gewährleistet.

Wann muss ich den Verhütungsring entfernen?

Der Verhütungsring muss nur dann entfernt werden, wenn die drei Wochen um sind. Wenn sich Periode und Verhütungsring überschneiden, ist es kein Problem, den Ring zusammen mit einem Tampon zu verwenden.

Auch beim Sex bleibt der Vaginalring in der Scheide. Wenn er zu sehr stört, darf er aber für höchstens drei Stunden entfernt werden, sollte dann aber mindestens 24 Stunden durchgehend eingesetzt werden.

Wie entferne ich den Verhütungsring?

Wenn der Verhütungsring drei Wochen getragen wurde, wird er herausgenommen und nach sieben Tagen ein neuer Ring eingesetzt. In der ringfreien Woche liegt gewöhnlich die Regelblutung. Um den Vaginalring zu entfernen, wird er vorsichtig mit der Spitze des Zeigefingers gefasst und herausgezogen.

Was ist, wenn ich vergesse, den Vaginalring zu entfernen?

Es ist erstmal nicht weiter schlimm, wenn der Vaginalring zu spät herausgenommen wird. Er darf bis maximal vier Wochen in der Scheide bleiben, die Verhütung ist so weiter sichergestellt.

Der Ring sollte entfernt werden, sobald man merkt, dass er vergessen wurde. Es folgt wie gewohnt die ringfreie Woche und anschließend ein neuer Verhütungsring.

Die Sicherheit ist jedoch nicht mehr gegeben, wenn der Vaginalring länger als vier Wochen in der Scheide bleibt, denn dann sind nicht mehr genug Hormone vorhanden, um eine Schwangerschaft zu vermeiden. Um eine Schwangerschaft auszuschließen, sollte in einem solchen Fall der Frauenarzt aufgesucht werden.

Was ist, wenn ich vergesse, den Vaginalring einzusetzen?

Der neue Vaginalring sollte möglichst nach sieben ringfreien Tagen eingesetzt werden. Wird er später eingesetzt, sollte man für die nächsten sieben Tage zur Sicherheit auf weitere Verhütungsmethoden, wie Kondome, zurückgreifen. Anschließend ist die Sicherheit wieder gegeben.

Hat der Verhütungsring Nebenwirkungen?

Auch beim Verhütungsring kann es hormonbedingte Nebenwirkungen geben, beispielsweise:

  • Juckreiz
  • Ausfluss
  • Entzündungen der Scheide
  • Kopfschmerzen

Der Vaginalring erhöht außerdem das Risiko für eine Thrombose. Frauen, die Probleme mit Gerinnungsstörungen haben, sollten hormonelle Verhütungsmethoden darum grundsätzlich mit ihrem Frauenarzt absprechen.

Ein positiver Nebeneffekt des Verhütungsrings kann hingegen sein, dass sich Unregelmäßigkeiten im Menstruationszyklus ausgleichen.

Machen Antibiotika den Verhütungsring unwirksam?

Bisher konnte für zwei Antibiotika eine Beeinträchtigung des Rings ausgeschlossen werden: Doxycyclin und Amoxicillin. Sie können mit dem Vaginalring verwendet werden. Wenn andere Antibiotika eingenommen werden, muss eine mögliche Wechselwirkung mit dem Frauenarzt besprochen werden.

Auch Medikamente, die direkt in der Scheide angewendet werden, beispielsweise Scheidenzäpfchen gegen Pilzerkrankungen, beeinträchtigen den Verhütungsring nicht.

Wann ist der Verhütungsring für mich nicht geeignet?

Medikamente gegen Epilepsie oder Johanniskrautpräparate können die Wirkung von Hormonen in der Verhütung beeinträchtigen. Wenn solche Medikamente verwendet werden, sollte daher der Frauenarzt darüber informiert und gegebenenfalls eine andere Verhütungsmethode gewählt werden.

Raucherinnen über 30 Jahren haben bei der Verwendung von hormonellen Verhütungsmitteln ein erhöhtes Risiko für eine Thrombose, das noch steigt, wenn weitere Risikofaktoren (Übergewicht, Bluthochdruck, ...) dazukommen.

Weitere Gründe, auf den Verhütungsring zu verzichten, sind:

  • Schwangerschaft
  • Bluthochdruck
  • Stoffwechselstörungen wie Diabetes
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Lebererkrankungen
  • hormonabhängige Tumore, wie Brustkrebs
  • Thrombose, Herzinfarkt oder Schlaganfall (sowohl akut als auch in der Vergangenheit)
  • erhöhte Risiken für Thrombose, Schlaganfall oder Herzinfarkt

Mehr Infos zum Verhütungsring findet ihr auch auf onmeda.de.

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von Redaktion

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