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DIY-Trend 2017: So einfach kannst du Sticken lernen und echte Kunstwerke zaubern!

Esther Tomberg
von Esther Tomberg Veröffentlicht am 29. Dezember 2016
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Sticken feiert momentan ein echtes Comeback und ist angesagter denn je. Hier erfährst du, wie du Sticken ganz schnell lernen kannst.

Nach Stricken und Häkeln ist Sticken DER neue Trend in der DIY-Welt. Egal, ob als Wandmotiv oder zur Verschönerung von alten Kleidungstücken, Kissen, Decken und Co. - Sticken ist angesagter denn je.

Sticken lernen: Hier verliert niemand den Faden

Ihr sucht nach einem schönen Handarbeitsprojekt für gemütliche Stunden auf dem Sofa? Odert habt eine lange Flug- oder Zugreise vor euch und wünscht euch eine sinnvolle Beschäftigung? Dann versucht euch doch einfach mal an einem wundervollen Stickprojekt.

Von lustigen Tieren über abstrakte Formen bis zu stilisierten Pflanzen - eurer Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Ihr werdet sehen, wie sehr euch das Sticken entspannt und, wie toll euer Ergebnis am Ende aussehen wird.

Stickarbeiten sind eine geniale Dekoidee und eignen sich zudem hervorragend als Geschenk. Es gibt großartige Motive und Anleitungen, an denen ihr euch orientieren könnt und die das Sticken lernen sehr einfach machen. Let's stick together!

Sticken lernen: Das richtige Material

Für ein tolles Stickwerk ist das Material entscheidend. Ihr solltet das Stickgarn, den Stoff und die Stickart unbedingt aufeinander abstimmen. Außerdem benötigt ihr das richtige Handwerkzeugs. Dazu gehören die passenden Sticknadeln, eine spitze Schere und ein Bleistift.

Sticken lernen: Der richtige Stoff

Ihr könnt fast jeden Stoff besticken. Für Stickanfänger sind Stoffe geeignet, die auszählbar sind. Das bedeutet, dass das Gewebe eine kästchenartige, gleichmäßige Struktur hat. Zu diesen Stoffen gehören unter anderem das so genannte Siebleinen und Schülertuch.

Besonders einfach geht das Sticken auf so genannten Aida-Stoffen. Sie sind sehr regelmäßig gewebt und dank der gut sichtbaren Löcher ideal für Anfänger geeignet. Bei diesen speziell für den Kreuzstich geeigneten Stoffen wird die Zahl der Stiche pro Zentimeter (z. B. 5,4 Stiche / cm) immer angegeben. Je höher die Zahl ist, desto feiner wird die Stickerei.

Optimal für Kreuzstich- und Gobelinarbeiten ist Stramin. Auf Stoffe, die über kein auszählbares Gewebe verfügen, wird Stramin oft als Hilfsmittel geheftet, zum Beispiel bei Kreuzsticharbeiten.

Und keine Sorge, wenn euch die Stoffnamen verwirren. Fragt einfach in einem Stoffgeschäft nach Materialien für Stickanfänger. Dort bekommt ihr das passende Material.

Sticken lernen: Das richtige Garn

Beim Garn gibt es eine große Auswahl an verschiedenen Farben, Stärken und Materialien. Meist wird 2- oder 3-fädig gestickt. Die erforderliche Anzahl entnehmt ihr jeweils eurer Anleitung.

Um ein tolles Ergebnis zu erzielen, sollte das Stickgarn zum Stoff passen, den ihr besticken wollt. Die Stärke des Garns richtet sich danach, wie fein eure Stickerei werden soll und ob der Grundstoff komplett überstickt werden soll.

Tipp: Beim Sticken solltet ihr keinen Knoten in den Faden machen. Lasst den Faden einfach hängen, so dass ihr ihn nach der Arbeit gut vernähen könnt.

Sticken lernen: Die richtigen Nadeln

Für das Sticken auf zählbarem Gewebe und auf Stramin eignen sich am besten stumpfe Sticknadeln, die sich leicht zwischen den Gewebefäden hindurchgehen. Für alle anderen Stoffe sind nur spitze Nadeln geeignet. Die Dicke der Nadel wird immer durch den Arbeitsfaden bestimmt.

Sticken lernen: Der Stickrahmen

Bei fast allen Sticktechniken ist es sehr viel leichter, gleichmäßig zu sticken, wenn ihr den Grundstoff in einem Stickrahmen straff spannt. Gerade wenn ihr das Sticken lernen möchtet, empfiehlt es sich, sich einen solchen Rahmen zuzulegen.

Tipp: In Bastelläden oder Online werden mittlerweile viele Stick-Sets für Anfänger angeboten. Darin befinden sich eine Sticknadel, Garn, Stoff, ein Stickrahmen, ein Stickmotiv und eine Anleitung - eben alles, was ihr zum Sticken lernen braucht.

Sticken lernen: Der Kreuzstich

Das war die Theorie, kommen wir zur Praxis. Der Kreuzstich zählt zum Basiswissen eines jeden Stick-Fans. Denn bei einer Zählvorlage entspricht ein kleines Quadrat dem Kreuzstich.

In der Hinreihe werden die Grundstiche von links unten nach rechts oben ausgeführt (1). In der Rückreihe werden die Deckstiche gearbeitet. Sie werden von rechts unten nach links oben ausgeführt. Die Nadel sticht anschließend zum Beginn eines neuen Deckstiches senkrecht nach unten aus (2).

Sticken lernen: Der Rückstich / Steppstich

Der Rückstich auch Steppstich genannt eignet sich besonders für feine Kontur-Stickereien und lässt sich leicht lernen.

Um ihn auszuführen müsst ihr von unten durch den Stoff stechen (1). Führt nun die Nadel um die gewünschte Stichlänge (z.B. 4 Kästchen abzählen) entlang der Kontur über den Stoff und stecht von oben nach unten ein (2). Nun auf der Stoffrückseite die gleiche Stichlänge (wieder 4 Kästchen) wie zuvor abzählen und die Nadel von unten durch den Stoff führen. Führt jetzt die Nadel rückwärts zurück zum Einstichloch (4 Kästchen zurück) und steche von oben nach unten ein (3).

Sticken lernen: Stielstich

Stecht mit der Nadel von unten nach oben ein und stecht entlang der Kontur eine Stichlänge (z.B. 4 Kästchen). Führt die Nadel anschließend (auf der Rückseite) um die Hälfte der Stichlänge (2 Kästchen) zurück und stecht von unten nach oben knapp neben dem ersten Einstich durch den Stoff. Anschließend wieder eine Stichlänge (4 Kästchen) vorgehen und wieder eine halbe Stichlänge (2 Kästchen) zurück usw.

Sticken lernen: Plattstich / Satinstich

Hier werden gerade Stiche neben einander gesetzt von einer Seite der Form zur anderen. Nach dem Stich auf der Oberseite die Nadel auf der Rückseite des Stoffs zurück zum Einstichloch führen. Setzt die Stiche ganz dicht nebeneinander und zieht den Faden nicht zu stramm. Achtet außerdem darauf, dass ihr die Konturen eures Motivs exakt ausfüllt.

Sticken lernen Anleitung: Flamingo selbst gestalten

Ihr braucht:

Und so geht's:
Legt euch alle Materialien zurecht. Zusätzlich benötigt ihr eine kleine spitze Schere, eine Nähnadel und etwas Garn.

Ladet euch die Vorlage herunter und druckt sie aus. Übertragt euer Motiv mit dem Bleistift auf den Stoff, indem ihr es einfach gegen ein Fenster haltet und es dann abpaust.

Spannt den Stoff mit dem aufgezeichneten Motiv stramm in den Stickrahmen, aber nicht so fest, dass er sich verzieht. Fädelt das Stickgarn in die Sticknadel und fangt an zu sticken. Ist euer Garn sehr dick, könnt ihr es teilen und es nur dreifädig verwenden.

Sticken lernen: So einfach klappt die beliebte Technik © Pinterest/ de.dawanda.com

Beginnt nun zu sticken. Der Flamingo ist aus einzelnen kleinen Flächen zusammengesetzt, die mit dem Satinstich gefüllt werden. Achtet für ein ordentliches Ergebnis dabei darauf, die Stichlängen an die Konturen der einzelnen Flächen anzupassen.

Die einzelnen farbigen Flächen könnt ihr entweder alle in einer Stichrichtung oder in unterschiedlichen Stichrichtungen füllen. Wichtig ist dabei immer: Halten in einer Fläche immer die gleiche Stichrichtung ein.

Wählt nun eine kleine Einzelfläche aus, mit der ihr startet. Setzt den ersten Stich exakt auf der Konturlinie. Führt den Faden nun auf der Stoffrückseite zurück und stecht die Nadel von unten nach oben durch den Stoff, so, dass sie ganz knapp neben dem ersten Einstichloch herauskommt.

Setzt den zweiten Stich jetzt ganz dicht und parallel zum ersten. Auch hier bestimmt die Außenkontur der Fläche die Stichlänge. Nun die Nadel wieder auf der Stoffrückseite zurück führen und das ganze von vorne, bis die komplette Fläche gefüllt ist.

​Schaut nun, welche Flächen mit der gleichen Farbe gefüllt werden sollen und führt die Nadel auf der Stoffrückseite zur nächsten Fläche. Geht bei dieser vor, wie oben beschrieben.

Wenn alle Flächen einer Farbe gefüllt sind, zieht ihr das Garn aus der Nadel und fädelt die nächste Farbe ein, mit der ihr die folgenden Flächen füllt. Orientiert euch dabei an der Vorlage.

Tipp: Die losen Fäden könnt ihr einfach auf der Stoffrückseite hängen lassen. Schneidet sie dafür so ab, dass ca. 10 cm stehen bleiben.

Wenn ihr das komplette Motiv gefüllt habt, geht es ans Veredeln des Kunstwerks. Damit der Stickrahmen als Bilderrahmen verwendet werden kann, den überstehenden Stoff auf circa 2 bis 3 cm zurückschneiden.

Nun mit Nähnadel und -faden den Stoff sehr grob heften, ohne die Enden zu vernähen. Wenn ihr rundherum genäht habt, zieht vorsichtig an beiden Fadenenden. Der Stoff zieht sich zusammen und verschwindet ordentlich hinter dem Rahmen.

Jetzt müsst ihr nur noch einen schönen Platz für euren wundervollen Flamingo finden.

Noch mehr tolle Anleitungen zum Sticken lernen findet ihr zum Beispiel bei DaWanda oder bei etsy!

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