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Tag gegen Drogen: Der Kampf gegen die Trendsuchtmittel

von Nina Naunheim ,
Tag gegen Drogen: Der Kampf gegen die Trendsuchtmittel

Zum internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch: Die Zahl der Todesfälle aufgrund von Drogen steigt und mit ihr auch die Verbreitung von Trendsuchtmitteln.

Inhalt
  1. · Drogenkonsum: Wie wirken psychoaktive Stoffe überhaupt?
  2. · Wie genau wirkt beispielsweise eine Substanz wie Cannabis?
  3. · "Manche wollen Spaß und Entspannung. Andere kiffen, um Probleme oder Konflikte zu verdrängen.“
  4. · Prävention statt Repression

Nehmen wir den Anti-Drogentag als Anlass, uns die erschreckenden Zahlen zum weltweiten Drogenkonsum vor Augen zu führen: Laut des Weltdrogenberichtes der UN aus 2021 hat sich die Zahl der Todesfälle, die sich auf einen schädlichen Drogenkonsum zurückführen lassen, in den letzten zehn Jahren beinahe verdoppelt. Ein Grund für diesen Anstieg ist der Trendfaktor, der in Rauschmitteln enthaltenen Substanzen, die gerade bei jüngeren Zielgruppen populär sind. Das spiegelt auch der Europäischen Drogenberichts 2021 wider.

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Drogenkonsum: Wie wirken psychoaktive Stoffe überhaupt?

Psychoaktive Substanzen (Psychotropika) wirken auf das Zentrale Nervensystem und können somit Veränderungen des Bewusstseins sowie der Psyche auslösen. Im Umkehrschluss bedeutet das: Die Wahrnehmung verändert sich. Allein diese Veränderung stellt natürlich eine Gefährdung für die Konsument*innen dar, eine höhere Dosis kann sogar lebensgefährliche Auswirkungen haben.

Wie genau wirkt beispielsweise eine Substanz wie Cannabis?

Sogenannte Cannabinoide, also Wirkstoffe aus der Hanfpflanze, setzen an körpereigene Bindungsstellen und entfalten dort ihre Wirkung. Ein bekanntes Cannabinoid ist der Wirkstoff THC, auch Tetrahydrocannabinol genannt. Dieser dockt an die Nervenzellen in unserem Körper an und sorgt für die, von Konsument*innen erhoffte, berauschende Wirkung.

Der Körper ist ein Bündel aus Nervenzellen, welche allesamt miteinander verknüpft sind. Wenn Cannabinoide in den Körper eintreten, kann der Informationsfluss gestört oder beeinflusst werden. Mögliche Symptome reichen von angenehmen Wirkungen auf das Wohlbefinden bis hin zu negativen körperlichen Symptomen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Blutdruckabfall und weitaus gefährlicheren und längerfristigen Symptomen, die die Psyche betreffen können.

"Manche wollen Spaß und Entspannung. Andere kiffen, um Probleme oder Konflikte zu verdrängen.“

Das Problem: Cannabis wird insbesondere bei Jugendlichen immer beliebter und das hat auch seinen Grund. Die stimulierende Wirkung ist für viele Jugendliche ein Anreiz, Psychotropika auszuprobieren. Dass dadurch eine Abhängigkeit entstehen kann, verdrängen viele. Denn der Übergang von einmaligem Konsum zu einer ausgewachsenen Abhängigkeit sind fließend, wie auch das Präventionsprogramm "Stark statt breit" betont.

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Video von Jessica Jung

Der zunehmende Trend zum Cannabiskonsum spiegelt sich auch in den Zahlen der Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wider. Demnach hat jeder zehnte 12- bis 17-Jährige in seinem Leben schon einmal Cannabis konsumiert. Bei den jungen Erwachsenen gaben sogar 42,5 % an, das Rauschmittel bereits einmal konsumiert zu haben.

Die Auswirkungen auf beispielsweise die Psyche werden oftmals nicht bedacht. Dabei ist insbesondere die Lebensphase der Jugend besonders wichtig für die schulische Leistungsfähigkeit.

Laut des BZgAs kann ein erhöhter Konsum von Stoffen wie Cannabis zu einem nachträglichen Schaden des Bildungserfolgs führen. Mögliche Konsequenzen können eine mangelnde Konzentrationsfähigkeit sowie ein impulsives Verhalten sein.

Laut einer neuen Langzeitstudie kann sich das Gehirn von Cannabis-Konsument*innen also nachträglich verändern, wie der SWR berichtete. Innerhalb der Untersuchungen zeigte sich, dass Jugendliche, die regelmäßig Cannabis konsumierten, Schwierigkeiten bei der Impulskontrolle sowie Problemlösungen zeigten.

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Prävention statt Repression

Um Jugendliche bei dem "Kampf gegen die Drogen" zu helfen, gab es in den letzten Jahren einige Frühinterventions- sowie generelle Cannabiskampagnen. Die Devise lautet lieber Vorsorge als Nachsorge. Repressive Drogenpolitik hält leider auch die jüngeren Erwachsenen nicht davon ab, mitunter illegale Substanzen zu konsumieren

Der neue Ansatz, der auch am internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch (jährlich 26.06) wieder in den Vordergrund rückt, ist die Prävention. Anstatt auf das Verteufeln oder das Verharmlosen von Drogen zu setzen, liegt der Fokus auf der rechtzeitigen Aufklärung. Die "Stark statt breit"-Kampagne erhofft sich eine flächendeckende Einführung von Schulungen, die Jugendliche über das Thema informieren. Außerdem liege der Fokus darauf, Beratungsstellen weiter auszubauen, sodass die Prävalenz sinkt.

Falls du mehr Informationen möchtest oder selbst unter einer Abhängigkeit leidest, können dir diese Seiten weiterhelfen:

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Der Inhalt dieses Artikels dient lediglich der Information und ersetzt keine Diagnose oder Beratung einer Ärztin oder eines Arztes. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, wendet euch an euren Arzt oder eine Beratungsstelle.